Deutscher Botschafter in Moskau: Russen erhalten Schengen-Visum trotz Krim-Besuch

Nikita Markow / www.germania.diplo.de
Der Diplomat betonte, dass es außer bei Personen von der Schwarzen Liste keinerlei Einschränkungen bei der Ausgabe von Visen für die Bürger Russlands gebe.

Russen, die auf der Krim waren, kann die Ausgabe eines Visums nicht verweigert werden, sagte der deutsche Botschafter in Russland, Rüdiger von Fritsch, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Interfax.

Der Diplomat betonte, dass es außer bei Personen von der Schwarzen Liste, bei denen die Einreise in die Europäische Union in Zusammenhang mit den Sanktionen untersagt wurde, keinerlei Einschränkungen bei der Ausgabe von Visen für die Bürger Russlands gebe. 

Dabei bemerkte der Botschafter, dass Verhandlungen Russlands und der EU über eine Erleichterung des Visumverfahrens zum gegenwärtigen Zeitpunkt eingefroren seien. „Doch trotz alledem, und das ist sehr wichtig zu betonen, wurden in keinem Stadium Maßnahmen oder Schritte unternommen, um Begegnungen zwischen Bürgern unserer Länder zu erschweren“, erklärte von Fritsch. 

Zuvor hatte der Leiter der russischen Verbraucherschutzbehörde, Michail Anschakow, der Zeitung „RBC“ berichtet, dass juristische Organisationen einige dutzend Beschwerden von Russen erhalten hätten. Sie seien auf der Krim gewesen und hätten infolgedessen Absagen bei der Beantragung von Schengen-Visen erhalten. Gründe für die Absagen seien von den Botschaften nicht erläutert worden. 

Der Botschafter der EU in Russland, Vigaudas Ushackas, erklärte, die Probleme bei der Ausgabe von Schengen-Visen trügen einen technischen Charakter und stünden in keiner Verbindung zur Politik. Ein hochrangiger Vertreter einer EU-Behörde kommentierte in der Wirtschaftszeitung „Kommersant“ spöttisch, die Europäische Union habe nicht vor, diejenigen Russen zusammenzuzählen, welche auf der Krim waren, und ihre Visen zu annullieren.

Auslöser dieser Spekulationen war ein Interview von Radio Svoboda mit Aleksandr Liev, einem Berater des Ministers für Agrar- und Lebensmittelpolitik der Ukraine, gewesen. Liev berichtete von vermeintlichen Plänen Kiews, Listen von „Grenzübertretern“ diplomatischen Vertretungen von EU-Ländern zu übergeben, damit „diesen Menschen die Schengen-Visen abgenommen“ würden.

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