Daniil Granin: Für Beitrag zur Versöhnung gewürdigt

5. Juli 2016 ITAR-TASS
Dem Schriftsteller ist der Friedrich-Haass-Preis verliehen worden.
Quelle:Eastnews

Der russische Schriftsteller Daniil Granin ist für seinen besonderen Beitrag zur Versöhnung Deutschlands und Russlands mit dem Friedrich-Haass-Preis geehrt worden.

Das Deutsch-Russische Forum hat dem Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges die Auszeichnung bereits im März verleihen wollen. Aufgrund seines Gesundheitszustandes konnte Granin jedoch nicht nach Berlin reisen, um sie entgegenzunehmen. Nun ist der Preis dem Schriftsteller in Sankt-Petersburg überreicht worden – bei den Vorbereitungen zum „Petersburger Dialog“, dem traditionellen deutsch-russischen Forum.

„Mit Deutschland verbinden uns langjährige Beziehungen. Darin sind Liebe und Hass, auch Rachegelüste. Wir haben wohl zu keinem anderen Land derart schwierige, ja sakrosankte Gefühle. Ich habe die Widersprüchlichkeit dieser Gefühle erlebt, als der Krieg angefangen hat“, sagte Granin bei der Preisverleihung.

Es sei wichtig gewesen, „von Gefühlen der Nachkriegszeit“ zu normalen menschlichen Beziehungen überzugehen, einander „Barmherzigkeit und Mitgefühl“ entgegenzubringen, hob der Schriftsteller hervor.

Am 27. Januar 2014 hat Granin vor dem deutschen Bundestag eine Rede über die Opfer der Leningrader Blockade gehalten.

Der Friedrich-Haass-Preis des Deutsch-Russischen Forums ist nach einem Arzt benannt, der Anfang des 19. Jahrhunderts in Russland arbeitete. In Moskau war der Doktor als Fjodor Petrowitsch Gaas bekannt. Er hat vieles unternommen, um die Leiden Kranker und Gefangener zu erleichtern, weswegen er im Volksmund auch „heiliger Doktor“ hieß.

Seit 1994 wird die Auszeichnung verliehen. Geehrt wurden damit unter anderem der ehemalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow, die deutschen Politiker Manfred Stolpe und Egon Bahr, der Dichter Wladimir Woinowitsch und die Kunsthistorikerin Jelena Nemirowskaja.

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