Sibirische Altgläubige schulen das russische Militär

3. August 2016 Nikolaj Schewtschenko
Das russische Militär wagte ein einzigartiges Experiment: Sie ließen Soldaten von sibirischen Altgläubigen für das Überleben in der Wildnis schulen.
Russian Armed Forces
Niemand kennt die Taiga besser als die Einsiedler in Sibirien. Quelle:Said Tsarnaev/RIA Novosti

Ende Juli ging in Sibirien eine ungewöhnliche Übung zu Ende: Eine Sondereinsatztruppe der russischen Armee absolvierte einen 100-Kilometer-Streifzug durch die Wildnis – unter der Leitung von Altgläubigen aus der ansässigen Gemeinde. Die sibirischen Altgläubigen, die sonst wenig Kontakt mit der Außenwelt haben, brachten der Spezialeinheit bei, sich in der Taiga zu orientieren und in dem gebirgigen Waldgebiet zu überleben.

Dabei haben die altgläubischen Traditionen die Suche nach Essen erheblich erschwert. „Für sie ist Wild mit Pfoten – wie Hase oder Bär – tabu. Sie essen nur Fleisch von Tieren mit gespaltenen Pfoten. Außerdem sind Waldvögel, Fische, Nüsse und Beeren erlaubt“, berichtete der Pressesprecher des Zentralen Militärbezirks.   

Jeder Soldat war mit fünf Patronen ausgestattet, für den Fall, dass sie einem Bären begegnen. Zu unerwarteten Begegnungen mit den gefährlichen Tieren ist es jedoch im Laufe des Streifzugs durch die Wildnis nicht gekommen. Die Militärspitze hält das durchgeführte Experiment für erfolgreich. Unklar ist, ob solche Schulungen ab jetzt zur standardmäßigen Vorbereitung von Soldaten gehören werden.

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Sibirische Altgläubige leben sehr zurückgezogen und von der Gesellschaft isoliert. Seit mehr als 300 Jahren wahren sie die Sitten und Bräuche ihrer Vorfahren. Männer tragen Bärte und für Frauen ist Kopftuch ein Muss. Altgläubige heiraten nur unter einander. Essen und Trinken unterliegen strengen Regeln, Tee und Kaffee sind verboten. Auch Rauchen und Alkohol sind tabu. Erst seit Kurzem benutzen Altgläubige Handys und einige wenige haben sich mit dem Internet vertraut gemacht. Doch am Oberlauf des Kleinen Jenisseis, wo es keine Straßen gibt, wohnen noch immer Familien, die sich von der Außenwelt und Zivilisation vollständig abschotten.   

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