Künftig in Russland: Mehrwertsteuer-Rabatt auf Wodka, Kaviar & Co.

31. Oktober 2016 Alexej Lossan
Moskau, St. Petersburg und die Olympia-Stadt Sotschi könnten schon im nächsten Jahr zu Shopping-Oasen werden. Das russische Industrie- und Handelsministerium prüft derzeit die Einführung einer Mehrwertsteuer-Rückerstattung für landestypische Delikatessen. Auf diese Weise will die Behörde den Konsum ankurbeln.
Banks with a black sturgeon caviar
Ab einem Mindesteinkaufswert von 10.000 Rubel, rund 135 Euro, werden Reisende die Mehrwertsteuer bei Ausreise wiederbekommen können. Quelle:Kommersant

Der russische Fiskus erhebt derzeit 18 Prozent Mehrwertsteuer auf alle Warenkäufe. Damit könnte schon in 2017 Schluss sein: Das russische Industrie- und Handelsministerium hat vorgeschlagen, Besuchern aus dem Ausland die Mehrwertsteuer auf bestimmte Produktkategorien zu erlassen. Das berichtet die russische Wirtschaftszeitung „Kommersant“.

Das Finanzministerium stellt sich jedoch quer – aus Sorge um die Staatseinnahmen.

Worum geht es?

Dem Industrie- und Handelsministerium nach soll die Mehrwertsteuer ausländischen Touristen bei Ausreise aus Russland erstattet werden. Vorerst würde die Neuregelung nur für Geschäfte in Moskau, St. Petersburg und Sotschi gelten – also auch für die Kaufhäuser GUM und ZUM im Zentrum der russischen Hauptstadt.

Ab 2018 soll die Regelung auf das ganze Land ausgeweitet werden. Dann würden Reisende ab einem Mindesteinkaufswert von 10.000 Rubel, rund 135 Euro, die Mehrwertsteuer bei Ausreise wiederbekommen.

Das Ministerium sieht vor, dass sich nur Geschäfte mit einem Mindestjahresumsatz von 100 Millionen Rubel, 1,35 Millionen Euro, am Programm beteiligen können. Eine weitere Voraussetzung: Die Teilnahmepartner dürfen keine Steuerschulden haben.

Wie ein Sprecher des Moskauer Kaufhauses GUM erklärte, sind Kaviar, Wodka, Schokolade, Honig und Süßigkeiten die beliebtesten Souvenirs ausländischer Touristen. Für diese Waren könnte die Mehrwertsteuerbefreiung gelten.

Das Industrie- und Handelsministerium verspricht sich vom Tax-Free-Programm einen Impuls für den russischen Einzelhandel. In Frankreich etwa sei der Konsum nach der Einführung eines solchen Systems um 6 Prozent angesprungen, in Lettland um ganze 95 Prozent. Und auf Zypern und Großbritannien seien Lebensmittel grundsätzlich von der Mehrwertsteuer befreit, argumentiert die Behörde.

Dossier: Ungewöhnliche Souvenirs aus Russland

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