Russisches Orchester eröffnet erstmals Salzburger Festspiele

18. November 2016 Julia Shevelkina
Zum ersten Mal in der Geschichte der Veranstaltung wird einem russischen Orchester diese Ehre zuteil: Teodor Currentzis und sein Orchester MusicAeterna werden zum Auftakt der Salzburger Festspiele 2017 Mozarts Oper „La Clemenza di Tito“ vorführen. Insgesamt stehen die gesamten Festspiele im Zeichen der Völkerverständigung.
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Teodor Currentzis am 16. November auf der Presskonferenz in Moskau. Quelle:Alexander Murashkin / Courtesy Aksenov Family Foundation

Zum ersten Mal in der Geschichte der weltweit größten Festspiele in Salzburg wird die Veranstaltung von einem russischen Orchester eröffnet. MusicAeterna unter der Leitung des Dirigenten Teodor Currentzis wird diese besondere Aufgabe übernehmen. Dies erzählte Currentzis am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz in Moskau. Das Orchester wird Mozarts Oper „La Clemenza di Tito“ vorführen. Die Festspiele finden vom 21. Juli bis zum 30. August 2017 in Salzburg statt.

Die Oper der Vergebung, so nannte sie Markus Hintenhäuser, Intendant der Festpiele, sei nicht grundlos für das kommende Jahr ausgesucht worden. „Alle Werke haben ein Thema gemeinsam, nämlich die zerstörerische Kraft der Macht und der Konflikte", erzählt Hinterhäuser im Gespräch mit RBTH. „Wir werden den Krieg in Syrien nicht beenden, wir werden die Flüchtlingskrise oder die Bombardierung von Aleppo nicht beenden, aber wir müssen doch die Aufgabe in uns spüren, die Herangehensweise der Kunstwelt an diese aktuellen Themen zu zeigen." In diesem Zusammenhang sei es wichtig, dass ein Orchester aus Russland die Festspiele eröffne: „Wir wollen damit ein Zeichen setzen, dass wir etwas weiterdenken müssen, als nur über den heutigen Tag und über die heutige Situation. Es geht nicht um die Beziehung zwischen Russland und Österreich. Es geht um die Beziehung zwischen Russland und Europa.“

Russland ist wichtiger Bestandteil der Festspiele

Intendant der Salzbuger Festspiele Markus Hinterhäuser. Foto: Salzburger Festspiele / Franz NeumayrIntendant der Salzbuger Festspiele Markus Hinterhäuser. Foto: Salzburger Festspiele / Franz Neumayr

Neben „La Clemenza di Tito“ stehen zwei weiter Opern-Premieren auf dem Programm: „Die Lady Macbeth von Mzensk“ von Dmitri Schostakowitsch und „Aida“ von Giuseppe Verdi mit dem russischen Opernstar Anna Netrebko in der Hauptrolle werden aufgeführt. Dem 110. Geburtstag des russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch, der am 25. September 2016 gefeiert wurde, ist das Programm „Zeit mit Schostakowitsch“ gewidmet. Die Gäste können Schostakowitschs Lebensumstände sowie seine Musik, mit der er seine Haltung gegenüber der politischen und sozialen Lage der 1920er- bis 1960er-Jahre ausgedrückt hatte, kennenlernen.

„Es ist unmöglich, sich die Salzburger Festspiele ohne Russland vorzustellen. Die russische Kultur ist einfach zu groß", sagt Hinterhäuser.

Teodor Currentzis, Dirigent und Musiker griechischer Abstammung, lebt und arbeitet seit Beginn der 1990er-Jahre in Russland. Seit 2003 arbeitet er mit dem Nationalen Philharmonischen Orchester Russlands zusammen. Seit 2011 hat er den Posten des künstlerischen Leiters am Tschaikowski-Theater für Oper und Ballett in Perm inne.

Die Tickets für die Salzburger Festspiele kosten zwischen 5 und 450 Euro. Für Zuschauer unter 27 gibt es ein spezielles Abo-System. Weitere Informationen und das Programm der Festspiele finden Sie auf der offiziellen Website

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