Aleksej Ratmanskijs bekannteste Choreografien

10. Januar 2015 Anna Galajda, für RBTH
In München inszenierte der bekannte russische Choreograf Aleksej Ratmanskij Marius Petipas „Paquita“. Der ehemalige Leiter des berühmten Bolschoi-Balletts ist weltweit gefragt und gefeiert. RBTH stellt fünf seiner Choreografien vor, die Furore machten.

Der ehemalige russische Balletttänzer und ehemalige Leiter des Bolschoi-Balletts Aleksej Ratmanskij ist derzeit einer der berühmtesten Choreografen der Welt. Seine Inszenierungen begeistern weltweit – in den USA, Europa und Australien. In München feierte das Bayerische Staatsballett Mitte Dezember mit Ratmanskijs Choreografie von Marius Petipas „Paquita" Premiere. Ratmanskij ist gefragt in der Welt des Tanzes und einer der erfolgreichsten Choreografen unserer Zeit. RBTH stellt fünf herausragende Inszenierungen Ratmanskijs vor.

 

1. „Cinderella", Mariinski-Theater (2002)


Foto: Juri Belinskij/TASS

Im Jahr 2002 begann Ratmanskijs Aufstieg zum gefeierten Choreografen. Das Mariinski-Theater beauftragte den damals 34-Jährigen mit der Inszenierung von Sergej Prokofjews „Cinderella". Ein Stück, das wegen seiner schwierigen Partituren durchaus eine Herausforderung ist, die Ratmanskij mühelos meisterte. Das Bühnenbild stammte von den bekannten russischen Architekten Ilja Utkin und Ewgenij Monachow. Primaballerina Diana Wischnjowa tanzte die Cinderella.

2. „Der helle Bach", Bolschoi-Theater (2003)

„Der helle Bach" von Dmitrij Schostakowitsch war unter Stalin verboten. Ratmanskij belebte das Stück wieder und stellte das Heiter-Revuehafte in den Vordergrund.

„Der helle Bach" handelt vom Kolchosbauern Pjotr. Als eine Tanztruppe aus Moskau einen Halt auf der Kolchose einlegt, verliebt sich der verheiratete Pjotr in eine der Balletttänzerinnen. Seine Frau war einst selbst Balletttänzerin und ist mit Pjotrs Angebeteter schon lange befreundet. Auch zwei betagte Datschenbewohner bewundern die Ballerina aus der Stadt. Es folgen eine Reihe komischer Verwicklungen. Einer der Höhepunkte ist ein Tanz mit vertauschten Rollen: Die Balletttänzerin wird von einem Mann getanzt, die Ballerina übernimmt ihrerseits seinen Part. Am Ende kommt Pjotr zur Vernunft und bittet seine Frau um Vergebung. Das Stück endet mit einem fröhlichen Erntetanz.

Ratmanskijs Inszenierung wurde vom Bolschoi-Ballett auch im Ausland aufgeführt und feierte Erfolge unter anderem in Paris und London. Das American Ballett Theater, dessen Hauschoreograf Ratmanskij seit 2009 ist, führte „Der helle Bach" an der weltberühmten New Yorker Metropolitan Opera auf.

 

3. „Russian Seasons", New York City Ballet (2006)


Foto: New York City Ballet

Im Juni 2006 hatte Ratmanskijs Ballett „Russian Seasons" nach einer Komposition von Leonid Desjatnikow Premiere in New York. Desjatnikow vereint in einem einzigartigen Spiel volkstümliche Rhythmen von Liedern aus dem russischen Norden. Auch auf der Bühne geht es folkloristisch zu, vor einem einfarbigen Hintergrund tragen die Tänzerinnen und Tänzer von russischer Tracht inspirierte farbige Kostüme. Ratmanskij hat das Ballett auf von ihm geschätzte Ballerinen zugeschnitten, die es ihm mit einer gefühlvollen, leichten bis melancholischen Darbietung danken.

 

4. „Serata Ratmanskij", Mailänder Teatro alla Scala (2013)


Foto: Teatro alla Scala

Die berühmte Mailänder Scala widmete Ratmanskij im Jahr 2013 erstmals einen dreitägigen Ballett- und Opernabend. Gezeigt wurden neben den „Russian Seasons" auch Ratmanskijs Choreografie „Concerto DSCH" und „Opera". Auch die Musik zu „Opera" stammt von Leonid Desjatnikow.

Das Werk erinnert an eine italienische Barockoper mit Libretti des Italieners Metastasio und seines Zeitgenossen Carlo Goldoni. Es ist ein opulentes Schauspiel, bei dem die Tänzer und Tänzerrinnen üppige Feste feiern, leidenschaftlich leben und lieben, was sich auch in der Fülle der Bewegungen wiederspiegelt.

 

5. „Paquita", Bayerisches Staatsballett (2014)


Foto: Bayerisches Staatsballett

Die Ballette des französischen Choreografen Marius Petipa haben es Ratmanskij besonders angetan. So inszenierte er bereits in den Jahren, als er das Bolschoi-Ballett leitete, gemeinsam mit Jurij Burlaka das meisterhafte

Stück „Le Corsaire". „Paquita" ist eine weitere Rarität von Petipa, es wird nur selten aufgeführt. Ratmanskij hält sich an die Originalchoreografie der Aufführung von 1881 in Sankt Petersburg. Er hat zur akribischen Vorbereitung die Archive der Harvard University genutzt.

Das Stück verwöhnt das Auge des Betrachters mit einem Ausflug in die Vergangenheit, ins Saragossa des Jahres 1813. Die bei Zigeunern aufgewachsene Heldin verliebt sich scheinbar nicht standesgemäß in einen Adeligen. Zum Schluss können beide dennoch Hochzeit feiern, denn es stellt sich heraus, dass Paquita ebenfalls adelig ist. „Paquita" besteht aus pantomimischen Dialogen, die die Darsteller ausdrucksstrak präsentieren. Die Tänze wirken feinfühlig und malerisch schön.

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