Nachhilfe in Geschichte und Kunst: Museum lehrt Schönheitschirurgen

28. November 2016 Igor Rosin
Auf Initiative des russischen Gesundheitsministeriums unterrichten Mitarbeiter des Puschkin-Museums in Moskau nun angehende Schönheitschirurgen. Diese sollen sich so mit modernen Schönheitsidealen auseinandersetzen und mehr über die Ideale der Kunst lernen.
Pushkin Museum
Die Initiative, einen pädagogischen Kurs für Ärzte zu organisieren, kam von der leitenden Schönheitschirurgin des russischen Gesundheitsministeriums, Natalia Manturowa. Quelle:Sergei Bobylev/TASS

In den Hallen des Staatlichen Museums für Bildende Künste A. S. Puschkin in Moskau findet eine Unterrichtsrunde über Kunstgeschichte statt. Schüler sind Studierende der Abteilung für Schönheitschirurgie der Medizinischen Pirogow-Universität. Der Kurs für die künftigen Chirurgen trägt die Bezeichnung „Die Renaissance des kreativen Ansatzes in der Bildung eines Schönheitschirurgen".

Im Rahmen ihres Besuchs sollen die Studierenden lernen, Kunstwerke fachmännisch zu betrachten, die Grundlagen der Malerei zu verstehen und zwischen stilistischen Richtungen zu unterscheiden. Sie lernen zudem die Evolution der Schönheitsstandards in verschiedenen Zeitepochen kennen.

Die Initiative, einen pädagogischen Kurs für Ärzte zu organisieren, kam von der leitenden Schönheitschirurgin des russischen Gesundheitsministeriums, Natalia Manturowa. Das Museum nahm die Idee auf und unterstützte sie.

Im Interview mit „Ria Nowosti“ äußerte sich auch Maria Loschak, die Direktorin des Museums: „Für uns ist dieses pädagogische Projekt eine sehr interessante Erfahrung. Wir leben heute in einer Welt, in der die Menschen wie Zombies an soziale Vorstellungen der weiblichen Schönheit und die Notwendigkeit, wie alle anderen auszusehen, glauben. Die Kunst trägt jedoch andere Vorstellungen über Schönheit und die Welt.“

„Es schien uns richtig, unsere Kollegen, die Schönheitschirurgen, zu unterstützen, indem wir ihnen die Gelegenheit geben, sich auf das künstlerische Verständnis dieser Kategorien zu konzentrieren. Denn eben diese Menschen sind Nachfolger von Praxiteles (ein antiker griechischer Bildhauer, Anm. d. Red.), da sie das Bild einer Frau verändern, und zwar nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich.“

Neben den Vorträgen werden die Mitarbeiter des Museums den Assistenzärzten helfen, Grundfertigkeiten im Zeichnen zu erlangen: Handhaltung, die Einschätzung von Proportionen und die Fähigkeit, einen Gegenstand im Raum zu sehen und darzustellen.

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