Batman vs. Saruman: Wie „Mio, mein Mio“ Legenden schuf

28. März 2017 Maria Tokmaschewa
Haben Sie gewusst, dass die Filmkarriere von Christian Bale mit der sowjetischen Verfilmung von Astrid Lindgrens Kinderbuch „Mio, mein Mio“ begann? Oder dass die Musik zum Film von ABBA-Musikern komponiert und die Spezialeffekte vom Szenenbildner der Filme „Batman“ und „Aliens“ geschaffen wurden? Im März feiert das Filmmärchen sein 30-jähriges Jubiläum. RBTH erinnert an den Sowjetklassiker.

1. Astrid Lindgren bestimmte den Regisseur persönlich

 / Kinopoisk.ru / Kinopoisk.ru

Die schwedischen Filmproduzenten wollten, dass Lindgrens Buch von einem sowjetischen Regisseur verfilmt wird. Sie entschieden sich für Wladimir Grammatikow, beeindruckt von dessen Drama „Ein Hund lief übers Klavier“. Der Regisseur traf sich mit der berühmten Märchenautorin bei ihr zu Hause. Grammatikow befürchtete, dass die Schriftstellerin ihm Fragen zum zukünftigen Film stellen würde. Doch stattdessen befragte Lindgren ihn nach seiner Kindheit, und zufrieden mit seinen Antworten stimmte sie einer Zusammenarbeit zu.

2. „Mio, mein Mio“ war die teuerste Verfilmung von Lindgrens Büchern

Lindgrens Bücher wurden in Schweden als auch in der Sowjetunion oft verfilmt. Doch die schwedisch-norwegisch-sowjetische Koproduktion „Mio, mein Mio“ war mit einem Budget von 55 000 Schwedischen Kronen die teuerste Verfilmung. Die Schriftstellerin besuchte das Set am ersten Tag persönlich. Grammatikow erinnerte sich, dass Lindgren das Drehteam „dank des Zigarettengeruchs“ gefunden habe: Sowjetische Zigaretten konnten aus einer Entfernung von 1,5 Kilometern gerochen werden.

3. Die Musik stammt aus der Feder von ABBA

Benny Andersson und Björn Ulvaeus von der legendären Popgruppe ABBA schufen nach Auflösung der Band den Soundtrack für viele schwedische Filme. Aber nur das Titellied von „Mio, mein Mio“, das sie für die ABBA-Nachfolgergruppe Gemini komponierten, wurde 1987 zu einem Hit in Schweden und ganz Europa.

4. Tschernobyl gefährdete die Dreharbeiten

Für die Dreharbeiten im Freien wurde die Halbinsel Krim ausgesucht. Doch zu der Zeit ereignete sich die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl und wegen der Strahlengefahr wollten die ausländischen Produzenten nicht auf die Krim reisen. Das ganze Projekt war in Gefahr. Doch Grammatikow hatte Glück: Er traf den ehemaligen Vorsitzenden der Internationalen Atomenergie-Organisation in Jalta, der mit einer Wasser- und Luftanalyse belegte, dass auf der Krim kein Strahlenrisiko bestand. So konnten die Dreharbeiten fortgesetzt werden.  

5. Christian Bale und Nick Pickard in den Hauptrollen

Nick Pickard (links) und Christian Bale (rechts) feierten mit diesem Film ihre Kinodebüts. / Maikovskiy/RIA NovostiNick Pickard (links) und Christian Bale (rechts) feierten mit diesem Film ihre Kinodebüts. / Maikovskiy/RIA Novosti

Regisseur Grammatikow wollte die Hauptrollen eigentlich an sowjetische Kinder vergeben. Doch der Film wurde in englischer Sprache gedreht und unter den Kindern im Ausland, die über ausreichend Sprachkenntnisse verfügten, fand man keine passende Besetzung. Dann beschloss Grammatikow, sich in Londoner Theaterschulen umzuschauen. Seine Agenten machten Videoaufnahmen von 260 Kindern, 70 davon wurden zu Filmproben eingeladen. Nach dem Auswahlverfahren wurde Nicholas Pickard für die Rolle des Mio und Christian Bale für Jum-Jum besetzt.

6. Special Effects  vom Macher von „Batman“ und „Aliens“  

Für das Szenenbild wurde der britische Art Director Terry Ackland-Snow verpflichtet, der verantwortliche Ausstatter war Konstantin Zagorsky. Er konzipierte unter anderem die Höhle, in der die Kinder das Schwert für Katos Tod finden. Die Attrappe sah sehr authentisch aus, war aber gleichzeitig sehr schwer und musste sogar mit einem Panzer transportiert werden, erinnerte sich Grammatikow.   

7. Christopher Lee als böser Ritter

Böse Charaktere stehen Christopher Lee gut, oder? / Pressebild Böse Charaktere stehen Christopher Lee gut, oder? / Pressebild

Die Idee, den bekannten britischen Schauspieler Christopher Lee – später Saruman in „Der Herr der Ringe“ – für die Rolle des bösen Ritters einzuladen, stammte von den Filmproduzenten. Lee kam damals zum ersten Mal nach Moskau und traf sich mit dem Regisseur im Gorky-Studio, wo der Film gedreht wurde. Grammatikow verdeutlichte dem Schauspieler die Bedeutung der letzten Szene, in der der böse Ritter sich vom Bösen befreit. Lee mochte die Rolle und sagte zu.  

8. Die sowjetische Filmversion unterscheidet sich von den anderen

Die ursprüngliche Filmversion wurde in englischer Sprache gedreht. Für die sowjetische und schwedische Version gab es synchronisierte Fassungen. Das Titellied wurde in drei Sprachen aufgenommen, im Vorspann erscheint ein Ausschnitt aus der sowjetischen Version. Außerdem unterscheiden sich die verschiedenen Sprachfassungen in manchen Szenen.

Zu sehen ist der Film in deutscher Sprache zum Beispiel auf Youtube.

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