Sankt Petersburg: Teuerste Bibliothek Russlands eröffnet

3. Februar 2017 Alexandra Gusewa
Es ist ein Prestigeprojekt und richtet sich an Literaturliebhaber und Geschäftsleute mit Sinn für Geschichte: Die Bibliothek „Knischnaja Kapella“ ist die teuerste Bibliothek Russlands. Wer sie aber betritt, hat einen Einblick in die spannende Geschichte der russischen Literatur.

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Der Sankt Petersburger Verlag Alfaret eröffnete im Dezember 2016 die teuerste Bibliothek Russlands. Ihr Name: „Knischnaja Kapella“. Es ist ein Ort für all jene, die von einer Bibliothek wie man sie in Oxford oder in den Romanen von Umberto Eco findet, geträumt haben. Sie liegt in einer Kapelle, die im gotischen Stil errichtet wurde. Laut Projektleiterin Irina Choteschowa verfügt die Bibliothek über mehr als 5 000 seltene Bücher, die allesamt zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert entstanden. 

Der Eintritt in alle öffentlichen Bibliotheken Russlands ist kostenlos. Damit man für vier Stunden in die Bücherwelt der Kapelle eintauchen kann, müssen jedoch 7 000 Rubel, rund 110 Euro, gezahlt werden. Einen Geschenkgutschein für zwei Stunden erhält man für 4 000 Rubel, immerhin noch 62 Euro.

Für „wahre Buchliebhaber" bietet die Kapelle verschiedene Servicepakete an. Diese kosten je nach Aufenthaltsdauer bis zu fünf Millionen Rubel, also unglaubliche 78 000 Euro. Zudem bietet die Bibliothek eine breite Palette an Angeboten: Fotoshootings, Dreharbeiten in den Innenräumen sowie Führungen durch die Einrichtung.

Der Alfaret-Verlag beschäftigt sich mit Reprint- und Faksimile-Reproduktionen russischer und internationaler Meisterwerke. Die Kapelle richte sich deshalb auch in erster Linie an Kunden des Verlags, Sammler und professionelle Historiker, heißt es im Verlagshaus.

„Geschäftsleute gehören zu unseren potenziellen Kunden, da viele den Aufenthalt in unserer Bibliothek und ihren ruhigen Räumen einem Abend im Restaurant vorziehen. Hier können sie sich bei einem guten Buch entspannen, oder Verhandlungen sowie andere wichtige Treffen in einer angenehmen Atmosphäre organisieren", erzählt Irina Choteschowa, Projektleiterin der „Knischnaja Kapella“, im Gespräch mit RBTH.

Die Organisatoren hoffen, Staatsbedienstete, Künstler und alle anderen Menschen, die sich für Bücher interessieren, begrüßen zu können.
 

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