Paradies für Veganer: Die besten Moskauer Restaurants zur Fastenzeit

10. April 2016 Julia Schimf
Zur Fastenzeit gelten in der russisch-orthodoxen Kirche strenge Regeln. Doch aufs Ausgehen müssen Fastende dennoch nicht verzichten, denn die Moskauer Restaurants sind gut vorbereitet – auch zur Freude von Veganern. Die besten Tipps in der russischen Hauptstadt.

Die sogenannte „große Fastenzeit“ ist in der russisch-orthodoxen Kirche die längste Zeit, in der auf eine ganze Reihe von Lebensmitteln verzichtet wird. Sie findet vor Ostern statt, in diesem Jahr vom 14. März bis 30. April. Während der Fastentage dürfen weder Fleisch noch Milchprodukte oder Fisch verzehrt werden. Ebenso sollte man auf Schokolade, Süßigkeiten und Alkohol verzichten. Für Veganer das wahre Paradies auf Erden: Denn die besten Moskauer Restaurants bieten an diesen Tagen ganz besondere Speisekarten an.

1. Café Pushkin

Zu den weltweit bekanntesten Restaurants mit russischer Küche gehört das Café Pushkin mit Filialen in Paris und London. Während der großen Fastenzeit bietet das Restaurant vor allem Eingemachtes nach alten Rezepten, die noch aus der Zarenzeit stammen, etwa die beim russischen Adel beliebten Dillgurken in Salzlake, Tomaten mit Kräutern, Pilze oder Sauerkraut.

Foto: Café PushkinFoto: Pressebild

Ebenso stehen ein Rassolnik aus Pilzen und eine Schtschi-Suppe mit Galuschki (russische Gnocchi) auf der Karte, als Hauptgericht gibt es Buchweizengrütze mit Pilzen oder Gerstengrütze mit Tomaten. Fleisch können Pelmeni mit Pilzen ersetzen, während Rucolasalat und Gemüseragout sehr vitaminhaltig sind. Schokolade wird durch Pastila, Honigkuchen und frische Beeren ersetzt.

2. Dr. Schiwago

Dieses Grand-Café mit Blick auf dem Kreml im ersten Stock des Hotels National erfreut seine Gäste auch in der Fastenzeit mit ausgefallenen Rezepten der klassischen Küche, wie zum Beispiel Hirsebrei mit Kürbis und Steinpilzen oder Buchweizengrütze mit weißen Rüben und Kapern.

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Fans russischer Exotik werden sich an Sauerkraut und Salzgurken erfreuen, einen besonderen Stellenwert hat jedoch Borschtsch-Suppe mit Kirschen. Ebenso einzigartig, mit einer ganz besonderen russischen Note versehen, sind zarte Mohrrüben-Frikadellen, Krautrouladen mit würzigen Pilzen und Wareniki mit Kartoffeln, die unter den Hauptgerichten zu finden sind.

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Der König unter den Nachspeisen ist der Kürbiskuchen, der bei Dr. Schiwago mit Früchte- oder Kräutertee serviert wird.

3. Cantinetta Antinori

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Das italienische Cantinetta Antinori ist ein Moskauer Restaurant mit toskanischer Küche. Obwohl in der Toskana Speisen ohne Fisch oder Fleisch kaum vorstellbar sind, ergänzte das Moskauer Restaurant seine Speisekarte um ein fastengerechtes Angebot.

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Diese führt nun auch Pizza mit Auberginen-Paste, Kroketten mit Steinpilzen und Spargelcremesuppe. Als Dessert wird karamellisierte Ananas mit Gewürzen und Soja-Eis serviert.

4. Chatschapuri

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Die georgische Küche gilt weltweit als eine der fleischreichsten. Doch im Chatschapuri wird sie zur Fastenzeit grün: Die Restaurantkette setzt dann auf zahlreiche Speisen aus Gemüse und Hülsenfrüchten. So gibt es Lobio aus roten Bohnen sowohl als warme als auch als kalte Speise, Chinkali gefüllt mit Kürbis, Kartoffeln oder Pilzen. Chatschapuri mit Spinat und frischem Koriander bezeichnen die Restaurantbesitzer als die „Pizza des 21. Jahrhunderts“, und große Festtafeln werden stets mit Eingemachtem, Grünzeug und frischem Obst geschmückt.

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Eine der beliebtesten georgischen Speisen – Pchali – wird vom Chefkoch aus Rote Bete, Auberginen und Spinat zubereitet und mit Walnüssen bestreut. Pchali ist für Veganer und Fastende ein Muss. Zur Freude von Naschkatzen steht auf der Speisekarte Tschurtschchela mit Haselnüssen – diese werden an einem Faden aufgezogen und in Traubensaft und Mehl getaucht. Außerdem gibt es Nusskonfekt und Pelamuschi, eine Art Pudding aus Traubensaft.

5. Anatoly Komm für Raff House

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Das Restaurant mit Autorenküche ist ein Paradies für Schätzer der Haute Cuisine. Chefkoch Anatoly Komm ist der einzige Russe, der mit seinem Restaurant Warwara im internationalen Guide Michelin vertreten ist. Seine Küche ist für ihre Vorliebe für neue Aromen und kulinarische Techniken bekannt.

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Die Option „Grüne Küche“ ist übrigens jederzeit verfügbar und variiert je nach Jahreszeit. Kein Wunder also, dass das Restaurant besonders bei Veganern und Fastenden beliebt ist. Möhren mit schwarzem Kaviar und Brokkoli-Creme gehören zu den am meisten gefragten Speisen bei Raff House. Steak aus Lattich ist eine weitere grüne Erfindung des Chefs. In Deutschland wurde Komm für seine besten Ideen bei der Zubereitung einfachster Speisen von dem renommierten deutschen Magazin „Der Feinschmecker“ gewürdigt.

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