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Moskau heute und damals: Finde zehn Unterschiede

Eine kurze Zeitreise nach Moskau in Schwarz-weiß: Sehen Sie den Roten Platz, das Bolschoi-Theater und die Straßen der russischen Hauptstadt von vor 100 Jahren.
Von Julia Schandurenko

1. Der Kreml

Die Mauern des Kremls, das Ufer der Moskwa, der erste und der zweite Besimjannaja-Turm mit einer Höhe von über 30 Metern, die in den 1480er Jahren erbaut wurden.

2. Die Nikolskaja-Straße

Eine der ältesten Straßen der russischen Hauptstadt. Benannt wurde sie nach dem Kloster des Hl. Nikolai, das sich dort befindet. Bevor der Rote Platz Ende des 15. Jahrhunderts erbaut wurde, führte die Straße direkt bis zum Nikolskije-Tor des gleichnamigen Kreml-Turms.

3. Der Triumphbogen

Der Kutusowski-Prospekt samt dem Triumphbogen. Der russische Architekt italienischer Abstammung, Joseph Bové, erschuf den Bogen zu Ehren des Sieges gegen Napoleon im Großen Vaterländischen Krieg 1812. Ursprünglich stand der Triumphbogen auf dem Platz Twerskaja sastawa und war nur einer der zahlreichen Bögen auf dem Weg russischer Truppen bei ihrer Rückkehr aus Europa. 1936 wurde das Denkmal auf Befehl der Sowjetführung abgerissen. Erst 32 Jahre später wurde eine Kopie dieses Ehrenmals auf dem Kutusowski-Prospekt aufgestellt.

4. Die Kamergerskij-Gasse

Die Kamergerski-Gasse von der Kusnezkij-Brücke aus betrachtet. Im Verlauf seiner Geschichte trug das „Gässchen“ mehrere Namen, Ende des 19. Jahrhunderts erhielt es dann seine heutige Bezeichnung. Hier lebten Staatsbeamte im Rang eines Kammerherrn, daher auch der Name „Kamergerski“. Heute ist die Gasse eine mondäne Fußgängerzone mit schicken Bars, Restaurants und Boutiquen.

5. Das Paschkow-Haus

„Im Sonnenuntergang, hoch über der Stadt auf der Steinterrasse eines der schönsten Häuser Moskaus waren zwei: Voland und Asasello. Von unten konnte sie niemand sehen, für sie aber war nahezu die ganze Stadt sichtbar.“ Mit diesen Zeilen referierte der russische Schriftsteller Michail Bulgakow in seinem Roman „Meister und Margarita“ auf das Paschkow-Haus, welches gleich nach dessen Erbauung 1786 zu einer sehr beliebten Sehenswürdigkeit der Moskowiter geworden war. Heute gehört das Gebäude der Russischen Nationalbibliothek und ist in einer Gruppenführung auch von ihnen zu bestaunen.

6. Die Kusnezki-Brücke

Mit einer Brücke hat diese Straße nur den Namen gemein. Im 17-19. Jahrhundert lebten hier ehrbare Adelsfamilien. Bis zur Oktoberrevolution 1917 war die Kusnezki-Brücke Moskaus wichtigstes Handelsviertel und ein „Schrein für Luxus und Mode“, wie die Straße im Volksmund hieß. Diese Tradition lebt heute wieder fort: Außer architektonischen Denkmälern säumen edle Modeboutiquen, Buchläden und Restaurants die Kusnezki-Brücke.

7. Der Teatralnaja-Platz

Seinen Anfang nimmt der Theater-Platz während des Großfeuers von 1812. Damals brannte Moskau bei Napoleons Invasion gänzlich nieder. In den Aufbaujahren nach dem Krieg wurde hier der Vorgänger des heutigen Bolschoi-Theaters erbaut: Das Petrowski-Theater. Bis 1911 war der Platz für die Moskauer Bürger größtenteils unzugänglich, weil das Militär dort den Marschschritt übte.

Außer dem Bolschoi-Theater befinden sich am Teatralnaja-Platz heute das Malyi- und das Jugend-Theater, das Kaufhaus ZUM, das historische Hotel Metropol und die Probebühne des Bolschois, die über einen unterirdischen Gang mit der Hauptbühne verbunden ist.

8. GUM

Bis 1921 war das Kaufhaus am Roten Platz die größte überdachte Handelsstraße Europas mit einem eigenen Kraftwerk, einer eigenen Bank, Post und sogar einem eigenen Mineralwasserbrunnen. Hinter der schicken Fassade versteckte sich eine Art östlichen Basars. Zu Sowjetzeiten wurde das GUM mehrfach geschlossen, Stalin hatte zwei Mal vor, das Kaufhaus abreißen zu lassen.

Trotz seiner schwierigen Geschichte ist dieses Handelsstädtchen im Herzen Moskaus für viele Menschen heute mehr denn je ein Sinnbild für glücklichen Wohlstand. Sie kommen weniger wegen des Shoppings hierhin, sondern einfach für einen kleinen Bummel und eine Kugel Eis.

9. Die Universitätsbibliothek an der Mochowaja-Straße

Die Bibliothek der Moskauer Universität an der Mochowaja-Straße wurde in den Jahren1897-1901 erbaut. Ihr runder Lesesaal ist nach dem Vorbild des Lesesaals im Londoner British Museum konzipiert worden. Heute ist die Bibliothek vor allem für die Studenten der journalistischen Fakultät ein zweites Zuhause.

10. Die Sandunowskie-Bäder

Namensgeber für dieses Badehaus war der Schauspieler Sila Sandunow (1756-1820). Er gründete die Badeanstalt in 1808. Sie ist bis heute ein wahrer Badepalast, sehr beliebt bei russischen Berühmtheiten und einflussreichen Staatsdienern, die hier gerne verweilen, um abzuschalten. Der russische Filmregisseur Sergei Eisenstein drehte einige Szenen zu seinen Epen „Kreuzer Potemkin“ und „Alexander Newski“ hier, wie auch der US-Filmemacher Walter Hill zu seinem Blockbuster „Red Heat“ mit Arnold Schwarzenegger.

17. April 2017
Tags: moskau, kreml, bolschoi theater

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