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Russisches Handwerk: Ikonenmalerei von Palech

Das kleine Dorf Palech in der Region Iwanowo ist vor allem für sein Handwerk bekannt: Die Palech-Lackminiaturen. Die Wurzeln dieser fabelhaften Kunst liegen in der Ikonenmalerei.
Von Igor Dawydow, Pawel Inschelewskij, Ilaria Kantorowa

Drei Autostunden nordöstlich der russischen Hauptstadt liegt das kleine Dorf Palech, eine der vielen Perlen des Goldenen Rings. Anfang des 19. Jahrhunderts florierte hier die Ikonenmalerei. Die Palecher Meister hatten ihre ganz eigene, einzigartige Handschrift: Sie vereinten europäische Einflüsse mit orthodoxen Traditionen zu einem Stil. Die Ikonen von Palech waren in ganz Russland und darüber hinaus sehr beliebt, bis in die höchsten Gesellschaftskreise. Die Palecher Meister bemalten die Wände der Granowitaja-Kammer des Moskauer Kremls und restaurierten die Fresken zahlreicher Klöster – auch des Nowodewitschij in Moskau und des Dreifaltigkeitsklosters von Sergijew Possad.

Ein Meisterstück der Palecher Ikonenmalerei ist der „Akathistos an den Erlöser“, eine Ikone aus dem 19. Jahrhundert. Ein Akathistos ist eine Lobeshymne in der Orthodoxen Kirche: Gesänge, liturgische und poetische Texte zu Ehren Jesu Christi und der Heiligen Mutter Gottes. Dieser musikalische Fundus spiegelt sich in der Komposition und dem Farbrhythmus der Palecher Ikonen wieder.

Am „Akathistos an den Erlöser“ aus den 1870er Jahren sehen wir das, was die Palecher Ikonenmalerei so einzigartig macht: Die Kombination aus dem Frjaschski-Stil (die Raumtiefe) und dem Stroganow-Stil (die Plastizität der Figuren).

Mit der Machtergreifung der Bolschewiki kam die Ikonenmalerei in Palech abrupt zum Stillstand. Aber die Palecher Meister haben eine andere Nische für sich entdeckt: die Lackminiaturen.

23. November 2016
Tags: traditionen, russische souvenirs

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