Russlands Olympia-Team ohne Schwimmstar Julia Jefimowa

26. Juli 2016 Alexey Mosko
Das IOC hat die Entscheidung über eine Olympia-Teilnahme der russischen Sportler den Weltverbänden überlassen. In vielen wichtigen Disziplinen wird Russland auf seine Stars verzichten müssen.
swimmer Yuliya Yefimova
Julia Jefimowa Quelle:Valery Sharifulin / TASS

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat den Weg für russische Athleten bei den Olympischen Spielen in Rio frei gemacht. Nun ist es an den Weltverbänden, die einzelnen Sportler zuzulassen. Ein Wermutstropfen bei der Entscheidung bleibt jedoch: Es sind alle Athleten ausgeschlossen, die in der Vergangenheit des Dopings überführt wurden. Das betrifft auch diejenigen, die nach einer Sperre wieder zugelassen sind.

Die russischen Funktionäre akzeptierten diese Bedingung, gleichwohl diese Entscheidung diskriminierend ist. Denn Athleten aus anderen Ländern, die wegen Dopings schon einmal gesperrt waren, können an den Spielen teilnehmen. Der US-Sprinter Justin Gatlin beispielsweise fährt trotz zweier Vergehen nach Rio.

Julia Jefimowa wehrt sich gegen Sperre

Zunächst reagierte der Schwimm-Weltverband (Fina) auf die IOC-Entscheidung: Er verwehrte sieben russischen Athleten die Olympia-Teilnahme. Dazu zählen Russlands Schwimmstar Julia Jefimowa, Weltmeisterin im Brustschwimmen über 100 Meter, sowie Nikita Lobinzew, Bronzemedaillengewinner von Olympia 2012 in der Freistil-Staffel 4x100 Meter, und Wladimir Morosow.

Jefimowas Agent kündigte bereits an, dass die Weltmeisterin diese Entscheidung beim Cas anfechten werde. Jefimowas Anwälte werden sich wahrscheinlich auf den Fall LaShawn Merritt beziehen, bei dem der US-amerikanische Läufer die Rechtswidrigkeit seiner Suspendierung durch den IOC nach Ablauf seiner Sperre beweisen konnte.

Der Kanu-Weltverband (ICF) machte es der Fina gleich und disqualifizierte fünf russische Athleten. Ihre Namen tauchten im Bericht der unabhängigen Wada-Kommission auf. Der Internationale Volleyballverband (FIVB) sperrte Alexander Markin, den man des Meldonium-Missbrauchs verdächtigt.

Und es werden wohl noch viele weitere russische Sportler, die in der Vergangenheit durch Doping aufgefallen sind, nicht nach Rio fahren. So etwa der jüngste Tour-de-France-Sieger Ilnur Sakarin und die Weltrekordhalterin im Gewichtheben, Tatjana Kaschirina. Zahlreiche Personalfragen werden erst wenige Tage vor den Spielen entschieden sein.

Im Gewichtheben und im Rudern ist die Lage besonders schwierig, da in letzter Zeit viele russische Athleten positiv auf Doping getestet wurden. Die jeweiligen Verbände diskutieren derzeit die Möglichkeit, das gesamte russische Team zu disqualifizieren, so wie es der Leichtathletik-Weltverband IAAF getan hat.

Doch es gibt auch positive Nachrichten für Russlands Sport. Grünes Licht auf dem Weg nach Rio erhielten die russischen Tennisspieler, darunter Swetlana Kusnetsowa, Siegerin der US Open 2004 und Roland Garros 2009. Der Tennis-Weltverband (ITF) teilte wenige Stunden nach Bekanntgabe der IOC-Entscheidung mit, dass er gegen die russischen Tennisspieler keine Einwände erheben werde. Genauso reagierten die Verbände im Bogenschießen, Reiten, Segeln, Judo, Fechten, Synchronschwimmen und Turmspringen.

Rio: IOC sieht vom Komplettausschluss russischer Athleten ab

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