Russische Leichtathleten für Olympia-Ausfall entschädigt

2. November 2016 Alexey Mosko
42 Leichtathleten, die aufgrund der Disqualifikation russischer Sportler durch die IAAF nicht an den Olympischen Spielen in Rio teilnehmen konnten, bekommen rund eine Million Rubel zugesprochen. So sollen sie für ihren unfreiwilligen Verzicht entschädigt werden.
Yelena Isinbayeva
Jelena Issinbajewa – Leichtathletin, Olympiasiegerin (2004 und 2008), Weltmeisterin (2005, 2007 und 2013), Weltrekordhalterin im Stabhochsprung (5,06 Meter). Quelle:Grigoriy Sisoev/RIA Novosti

Die russischen Behörden haben sich zu einer großen Geste entschieden: Leichtathleten, die im November 2015 vom Weltleichtathletikverband IAAF von allen internationalen Wettbewerben suspendiert wurden und somit bereits seit einem Jahr nicht mehr an großen Turnieren teilnehmen können, erhalten eine Entschädigung für das Versäumnis der Olympischen Spiele in Rio. Dies teilte Dmitri Schljachtin, Vorsitzender des Allrussischen Leichtathletikverbandes in einem Interview mit der Nachrichtenagentur „R-Sport“ mit. 42 russische Leichtathleten würden ihren Anteil aus der Gesamtsumme von 40 Millionen Rubel erhalten.

Im Schnitt erhält jeder Leichtathlet etwa eine Million Rubel, immerhin 14 250 Euro. Damit erhalten sie beinahe so viel wie Olympiasieger aus den USA (25 000 US-Dollar) oder Deutschland (20 000 Euro) von ihren jeweiligen Regierungen erhalten.

Es ist noch unklar, ob alle russischen Leichtathleten, die nicht in Rio antreten durften, die gleiche Summe zugesprochen bekommen. Eine anonyme Quelle der Agentur „Tass“ versichert, dass drei von den 42 Personen einen Betrag erhalten würden, die dem eines russischen Olympiasiegers entsprächen. Dies wären vier Millionen Rubel, rund 57 000 Euro. Für Silber- und Bronzemedaillen bekamen russische Athleten 2,7 beziehungsweise 1,7 Millionen Rubel, also 38 500 und 24 200 Euro. Laut „Tass“ handele es sich bei den bevorteilten Personen um die Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa, den Hürdenläufer Sergej Schubenkow und Hochspringerin Maria Kutschina.

Dmitri Schljachtin bestätigte die ungleiche Verteilung indirekt: „Manche bekommen mehr, manche weniger. Das hängt von den Ergebnissen während der Saison ab", sagte er bei „R-Sport“. Schubenkow und Kutschina bereiteten sich als Weltmeister auf die Olympischen Spiele vor. Issinbajewa kehrte nach der Geburt ihres Kindes in den Sport zurück, beendete aber ihre Karriere, nachdem sie nicht nach Rio reisen konnte. Ihren letzten großen Erfolg feierte sie bei der Weltmeisterschaft 2013 in Moskau.

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