Wegen Sanktionen: Aus für Staatskonten bei Auslandsbanken

12. April 2017 Kira Kalinina
Staatliches Guthaben auf Konten ausländischer Banken in Russland? Wenn es nach dem russischen Finanzministerium geht, soll damit nun Schluss sein.
UniCredit Bank
Das fordert das russische Finanzministerium. Quelle:Vladimir Astapkovich/RIA Novosti

Das russische Finanzministerium schlägt vor, staatliche Bankeinlagen von Tochterinstituten ausländischer Banken in Russland abzuziehen. Das berichtete die Wirtschaftszeitung „RBK“ unter Verweis auf eine entsprechende Mitteilung vom vergangenen Freitag. Zudem soll Banken, die Bankgeschäfte von durch die Sanktionen betroffenen Unternehmen und Bereiche behindern, die Aufbewahrung von staatlichen Einlagen verweigert werden.

Das Gesamtvolumen der Einlagen des Finanzministeriums und der Regionalhaushalte lag „RBK“ zufolge am 1. März 2017 bei 1,5 Trillionen Rubel (etwa 25 Milliarden Euro). Der Löwenanteil des Betrags gehört mit 1,3 Trillionen Rubel den staatlichen Banken. Bei den Banken mit ausländischem Kapital sind es lediglich vier Milliarden Rubel (26 Millionen Euro).

„Ausländische Banken haben nie viel Geld vom Finanzministerium bekommen“, sagt Denis Schumakow, Generaldirektor der Investmentgesellschaft Schumakow und Partner. Diese Einschränkungen könne man als „Gegenreaktion“ auf die Sanktionen gegen Russland und als „Gefallen“ für russische Banken bezeichnen.

„Ich glaube, diese Entscheidung wird die Arbeit der Tochterunternehmen von ausländischen Banken nicht sonderlich einschränken. Sollte es zu einem Mittelabfluss kommen, dann wird er weder groß sein noch ihre Tätigkeit einschränken“, meint auch Finam-Analyst Bogdan Swaritsch.

Auf lange Sicht würden die Banken ihre Geschäftspolitik in Russland wohl kaum ändern, fügt Schumakow hinzu. „Bei Bedarf können diese Banken Reserven ihrer Mutterbanken einsetzen“, sagt er. Ausländische Banken seien in Russland insbesondere im Geschäft mit Privatkunden tätig. Das meiste Kapital stamme von natürlichen und juristischen Personen und nicht aus dem Staatshaushalt. Das habe sich historisch in jedem Land der Welt so ergeben, erklärt Schumakow.

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