Schwimm-WM in Kasan: Das sind Russlands Goldfische

Vom 24. Juli bis 9. August richtet Kasan die Schwimmweltmeisterschaft aus.

Vom 24. Juli bis 9. August richtet Kasan die Schwimmweltmeisterschaft aus.

Alexander Wilf/RIA Novosti
Am 24. Juli beginnen im russischen Kasan die Schwimmweltmeisterschaften. Russland hat gute Chancen auf einige Goldmedaillen – RBTH stellt die „Goldfische“ des russischen Teams vor.

Bei den Schwimmweltmeisterschaften in Kasan wird es gleich mehrere neue Wettbewerbe geben: Beim Turmspringen und im Synchronschwimmen sind gemischte Wettbewerbe hinzugekommen und das High Diving, das bei der Weltmeisterschaft 2013 in Barcelona sein Debüt feierte, wird nun endgültig in das Programm aufgenommen. Auch die Extrem-Springer haben damit Chancen auf verdiente Medaillen. Insgesamt werden 75 Wettbewerbe ausgetragen. Und natürlich wollen die Gastgeber in fast allen Programmpunkten mit aufs Podest.

 

Besser springen als die Chinesen

Mit dem „klassischen“ Drei-Meter-Sprungbrett und dem Olympiasieger von London 2012 in dieser Disziplin Ilja Sacharow verbindet die Nationalmannschaft nicht nur gute Erinnerungen, sondern auch Hoffnungen für die Zukunft. Zwar konnte er bei der Schwimm-WM 2013 mit seinem Partner Jewgenij Kusnezow lediglich eine Silbermedaille im Synchronspringen erringen. Und nach dem bezeichnenden Sieg über die Chinesen führte Sacharow nur noch in den Etappen der Welt-Serie. Doch vor dem großen Heimturnier ist der Springer wieder in Topform.

Zumindest der Cheftrainer der Nationalmannschaft Oleg Sajzew rechnet fest mit ihm. „Schon zu Beginn der Saison hat Sacharow gezeigt, dass er Potenzial hat. Wir hatten die Aufgabe, ihn in eine gute Kondition zu bringen. Ilja wird wieder in der Liga der Super-Turmspringer, der Weltbesten, sein“, kündigte Sajzew gegenüber der „Rossijskaja gaseta“ an.

Während der Weltmeisterschaft in Kasan wird es zum ersten Mal Medaillen in gemischten Wettbewerben des Synchronspringens geben. Die neuen Disziplinen warten mit Shows und einer gewissen Unberechenbarkeit auf – die sogar die chinesische Hegemonie ins Wanken bringen kann. Im High Diving wird Artjom Siltschenko Fans unter den Russen finden. Er wird gegen den preisgekrönten Kolumbianer Orlando Duque und den Briten Gary Hunt antreten.

 

Alles gemischt im Synchronschwimmen

Im Synchronschwimmen nimmt die russische Nationalmannschaft seit 1997 die Spitzenplätze ein. Auch in diesem Jahr gelten die Russinnen als unbestrittene Favoritinnen. Umso mehr, da nach ihrer Babypause der Star in die Nationalmannschaft zurückgekehrt ist, die dreifache Olympiasiegerin und 16-fache Weltmeisterin Natalja Ischtschenko.

Besondere Aufmerksamkeit wird den ersten Mixed-Wettbewerben im Synchronschwimmen zuteil: Russland wird vom einzigen Synchronschwimmer des Landes Alexandr Malzew und von Darina Walitowa vertreten. Die Cheftrainerin der russischen Mannschaft Tatjana Pokrowskaja bemerkte, Russland habe Glück, dass Malzew das Synchronschwimmen nicht aufgegeben hat: „Es ist schön, dass er nicht nachgelassen und das Training fortgesetzt hat. Er ist ein junger Mann, der das Synchronschwimmen wirklich liebt.“

Alexandr Malzew selbst ist mehr als bereit, es mit dem berühmten Amerikaner Bill May aufzunehmen, der aus dem Showgeschäft der Weltmeisterschaft wegen in den Sport zurückgekehrt ist und den man bereits vorzeitig zum Sieger erklärt hat. „Ich freue mich, dass Bill May und ich uns treffen werden“, sagte Malzew der „Rossijskaja gaseta“. „Er hat viel Erfahrung und ist eine Autorität. Aber wir werden wie echte Konkurrenten um die höchsten Plätze ringen.“

 

Goldfische auf beiden Seiten des Teichs

Der amerikanische Schwimmer und Medaillengewinner in allen Kategorien Michael Phelps wird nicht als Teilnehmer, sondern als Ehrengast nach Kasan kommen. Den Ruhm des Weltmeistertitels will sich seine Kollegin sichern, Missy Franklin. Bei der Weltmeisterschaft in Barcelona vor zwei Jahren gewann sie sechs Goldmedaillen – Rekord bei den Frauen.

Doch auch die russische Nationalmannschaft hat einen „Goldfisch“: Julija Jefimowa. Die 23-Jährige hat dem Land bisher zwei Siege eingebracht, ebenfalls in Barcelona. Der Dopingskandal und die Disqualifizierung haben ihrem Ansehen allerdings deutlich geschadet, wie sie selbst kürzlich zugab. Nun sei sie aber voller Bereitschaft, allen zu beweisen, dass sie eine echte Weltmeisterin ist. „In der Auswahlrunde der Russland-Meisterschaft habe ich versucht, allen das Fürchten zu lehren“, gab sich Jefimowa kämpferisch gegenüber Journalisten.

Auf die bevorstehenden Wettkämpfe blickt sie voller Zuversicht: „Auf den Strecken über 50 und 100 Meter erziele ich weltbeste Ergebnisse. Dabei bin ich noch nicht einmal richtig in Fahrt. In Kasan werde ich voll dabei sein – dann werden wir auch auf die Ergebnisse schauen.“ Leicht wird sie es allerdings nicht haben – ihre größte Konkurrentin, die Olympiasiegerin aus Litauen Ruta Meilutyte, überholte die Russin kürzlich auf der 100-Meter-Strecke um 43 Millisekunden.

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