Anführer nationalistischer Bewegung in Moskau zu lebenslanger Haft verurteilt

Gorjatschew selbst, der auch als Journalist der Balkanthematik bekannt ist, nennt sich einen politischen Gefangenen, und das Strafverfahren gefälscht.

Gorjatschew selbst, der auch als Journalist der Balkanthematik bekannt ist, nennt sich einen politischen Gefangenen, und das Strafverfahren gefälscht.

RIA Novosti
Das Schwurgericht erklärte Ilja Gorjatschew des neunfachen Mordes mit extremistischem Hintergrund für schuldig.

Am 24. Juli verurteilte das Moskauer Stadtgericht den Anführer der nationalistischen Gruppierung BORN (Kampforganisation russischer Nationalisten) Ilja Gorjatschew zu lebenslanger Freiheitsstrafe. Das gibt Lenta.ru unter Berufung auf "Interfax" bekannt.

Den Ermittlungen zufolge, gründete Gorjatschew BORN Mitte des Jahres 2008 in Moskau. Neben der Gründung einer extremistischen Organisation beschuldigte man ihn der Beteiligung an neun Morden, dem illegalen Waffenhandel und dem Besitz und Handel mit Sprengsätzen. Unter anderem ist Gorjatschew, den Ermittlungen zufolge, beteiligt am Mord des Richters Eduard Tschuwaschow, der sich mit dem Fall einer anderen Bande russischer Nationalisten "Weiße Wölfe" befasste, und ebenso am Mord des Rechtsanwalts Stanislaw Markelow, der für den Fall des Obersten Budanow bekannt ist, den man wegen Mord und Vergewaltigung eines tschetschenischen Mädchens im Jahr 2000 anklagte. Auf das Konto Gorjatschews geht, der Version der Untersuchung zufolge, auch der Mord an den Leadern der jugendlichen antifaschistischen Bewegung Fjodor Filatow, Ilja Dschaparidse und anderen.

Gorjatschew selbst, der auch als Journalist der Balkanthematik bekannt ist, nannte sich einen politischen Gefangenen, und das Strafverfahren gefälscht. Er versteckte sich vor dem Verfahren, war zur internationalen Fahndung ausgeschrieben und wurde im November 2013 von Serbien nach Russland ausgeliefert.

Die Seite der Verteidigung bestand darauf, dass, gemäß dem Auslieferungsgesetz, das Gericht Gorjatschew maximal 25 Jahre Freiheitsentzug anordnen kann. Die Staatsanwältin Maria Semenenko bezeichnete das Urteil ihrerseits als gerecht und gesetzmäßig. "Alle Bedingungen, die von der RF gemäß der Europäischen Konvention des Jahres 1957 garantiert wurden, wurden eingehalten, eine dieser Garantien ist die Nichtanordnung der Todesstrafe für Gorjatschew", bemerkte sie.

Auf der Sitzung am 14. Juli entschieden die Geschworenen, dass der Nationalist keine Nachsicht verdient. Während des Urteils fiel er in Ohnmacht, worauf man ihm danach erlaubte, das Urteil im Sitzen anzuhören.

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