FIBA schließt Russlands Basketballteam von internationalen Wettkämpfen aus

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Die heftige Reaktion der FIBA wurde durch eine Reihe von Skandalen hervorgerufen, die das Russische Basketball Bund im Laufe der letzten Jahre erschüttert haben.

Die FIBA (Fédération Internationale de Basketball) schloss alle Basketballmannschaften Russlands von internationalen Wettkämpfen aus. Davon ist in einem Brief die Rede, der am Mittwoch, den 29. Juli, vom Russischen Basketball Bund (RFB) veröffentlicht wurde.
 
Im Einzelnen werden alle Nationalmannschaften und Schiedsrichter der RFB disqualifiziert. Das heißt, dass russische Teams an keinen internationalen Turnieren mehr teilnehmen können, darunter auch die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016. Allerdings betrifft der Ausschluss nicht diejenigen Mannschaften und Schiedsrichter, welche zum gegenwärtigen Zeitpunkt an Wettkämpfen der FIBA teilnehmen. Das russische Team wird auch an der U-18 EM der Mädchen teilnehmen, die in einigen Tagen beginnt.
 
Die heftige Reaktion der FIBA wurde durch eine Reihe von Skandalen hervorgerufen, die die RFB im Laufe der letzten Jahre erschüttert haben. Am 2. August 2013, nach dem Sieg Julia Anikejewas bei den Präsidentschaftswahlen der RFB, beschritt der Basketball Bund Perm den Rechtsweg und forderte, die Ergebnisse für ungültig zu erklären. Anfang Juli 2015, nach der Gerichtsverhandlung, erklärte man die Wahlen tatsächlich für gesetzwidrig. Die Gegner Anikejewas bestehen auf Neuwahlen im Oktober 2015. Sie haben bereits einen Kandidaten - der bekannte russische Basketballer Andrej Kirilenko, der seine Karriere nach dem Ende der Saison 2014/15 abschloss.
 
Unterdessen verurteilte der Sportminister Russlands Witali Mutko das Einmischen der FIBA in innere Fragen des russischen Basketballs und drohte, sich an das Sportgericht in Lausanne (CAS) zu wenden. Die finale Entscheidung über die Disqualifizierung Russlands wird auf dem zentralen Rat der FIBA untersucht werden, der vom 8.-9. August in Tokio tagt.

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