In Moskau schließt das letzte Tabakwerk

Ruslan Kriwobok/RIA Novosti
In Moskau schließt das letzte Tabakwerk - "Liggett-Ducat" (LD), das zur japanischen JTI (Japan Tobacco International) gehört.

In Moskau schließt das letzte Tabakwerk - "Liggett-Ducat" (LD), das zur japanischen JTI (Japan Tobacco International) gehört. Die Gesellschaft gab am 31. Juli bekannt, dass sie sich aufgrund des Produktionsrückgangs von Zigaretten in Russland zu diesem Schritt entschlossen habe. Das Werk "Liggett-Ducat" wird gegen Mitte des Jahres 2016 geschlossen. Mehr als anderthalbtausend entlassener Arbeiter werden für Russland präzedenzlose Entschädigungen erhalten - bis zu 20 Besoldungen. Die Ausgaben der JTI für die Entschädigungen könnten nicht weniger als 500 Mio. Rubel (etwa 7,6 Mio. Euro) betragen.
 
Das Schließen der "Liggett-Ducat" erklärte man bei der JTI mit der Kürzung des russischen Tabakmarkts wegen des Preisanstiegs für Zigaretten, der durch die Erhöhung der Akzise hervorgerufen worden sei.
 
Das Werk "Liggett-Ducat" gehört seit 2007 zur JTI, als Ergebnis einer Fusion der japanischen Gesellschaft mit der britischen Gruppe "Gallaher" (ihr Business wurde von den Japanern für 14,7 Mrd. US-Dollar gekauft).
 
Nach Angaben der JTI sei seit 2008 der Produktionsumfang auf zweien der in Russland tätigen Gesellschaftsunternehmen - der Moskauer LD und der "Petro" in Sankt Petersburg - auf 37,6 und entsprechende 11,4% gesunken. 2014 sind auf der LD 40,2 Mrd. Zigaretten hergestellt worden, auf der "Petro" - 77,1 Mrd. Zigaretten.
 
Die LD war nach der Schließung des Betriebs "BAT-Jawa" das letzte in Moskau tätige Tabakwerk. (gehörte zur internationalen Gesellschaft "British American Tobacco").
 
Der Hautredakteur des Internetportals "Russischer Tabak" Maxim Koroljow meint, dass sich in den nächsten Jahren auch andere Tabakwerke in Russland schließen könnten: "Im Durchschnitt beträgt ihre Auslastung derzeit 50%, deshalb könnten diejenigen Gesellschaften, die mehrere Betriebe in Russland haben, durchaus dem Weg der JTI folgen und auf diese Weise ihre Leistungskraft optimieren", - erzählte Koroljow der Zeitung "Kommersant".

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