Russische Börsen blicken nach Deutschland

Foto: RIA Novosti

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Die russischen MICEX- und RTS-Börsen streben eine Allianz mit der Deutschen Börse an.

Durch eine Allianz mit der Deutschen Börse wären russische AGs im Ausland gelistet. Gleichzeitig würden russische Investoren Zugang zum Abwicklungssystem der deutschen Börse erhalten.

 

Moskauer Aktienmärtke nehmen derzeit hohe Verluste wegen der ausländischen Konkurrenz hin: Russische Aktiengesellschaften ziehen einen Börsengang im Ausland vor. Dieses Jahr wurden die beiden größten Börsengänge russischer Unternehmen über Hong Kong und London abgewickelt: Der Aluminiumhersteller Rusal brachte es auf eine Kapitalisierung von fast 1,5 Milliarden Euro; die Mail.ru Group, der größte E-Mailservice Russlands, auf 0,6 Milliarden Euro.

Warum Deutschland?

Mit der Deutschen Börse scheinen die Russen einen idealen Partner gefunden zu haben – auch in Anbetracht der Zielsetzung, Moskau zu einem international bedeutenden Finanzzentrum aufzubauen.

 „Moskau hat ambitionierte Pläne, die mit den Möglichkeiten der deutschen Börsen, darunter der Frankfurter Fondsbörse vereint werden sollten“, sagte Vizepremier Igor Schuwalow im Oktober.

Chef der Frankfurter Börse Rainer Rieß erklärte, dass die Deutsche Börse  Russland bereits berate. „Mit unserem Handels-, Clearing- und Zahlungssystem haben wir einiges zu bieten. Und Russland muss sich im Bereich der Verrechnungsgeschäfte und der Abwicklung entwickeln“, sagt Rieß.

Vor einer Allianz müssten die russischen Börsen jedoch eine einheitliche Infrastruktur vorweisen. Die Verhandlungen über eine Allianz zwischen den russischen und den deutschen Börsen laufen bereits seit mehreren Jahren.

Großes Interesse an der Allianz

„Bei einer Allianz würden sich die Interessen der Börsen, der Politiker, der Behörden, der Emittenten und der Finanzmarktteilnehmer überschneiden“, sagt Oleg Schagow, Vizechef der Abteilung für Analyse und Konjunktur bei der russischen Promswjasbank. Der Austausch  der Aktienpakete würde zwar funktionieren, jedoch nur wenig effizient sein, so der Experte.

Dieser Artikel erschien zuerst bei der Internetzeitung Gazeta.ru.


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