Kein Geld für die Autobahn

Die Umweltschützerin Elena Tschirikova freut sich über die Entscheidung der EBRD. Foto: Kommersant

Die Umweltschützerin Elena Tschirikova freut sich über die Entscheidung der EBRD. Foto: Kommersant

Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung wird kein Geld in den Bau der Autobahn durch den Chimki-Wald investieren, sagte Richard Wallace, Vertreter der EBRD in Russland. Eine Beteilungung an Projekten, die Umweltschäden verursachen, ist laut Vorschrift verboten. Aus dem Investitionsvolumen von 6 Milliarden Dollar für den Bau der Autobahn sollten ursprünglich 1,5 Milliarden Dollar seitens der Europäischen Bank beigesteuert werden.

Dennoch hält Richard Wallace, EBRD-Vertreter in Russland die Autobahn Moskau-St.Petersburg nach wie vor für ein Projekt, das für die russische Wirtschaft von großer Bedeutung ist. Auch soll der Ausstieg der EBRD aus diesem Projekt keinen Einfluss auf andere Investitionsprojekte der Bank in Russland haben. "Etwa ein Viertel unserer Investitionen finden hier statt. 2010 waren es fast 2,5 Milliarden Dollar", sagte Wallace.

Umweltschützer schöpfen Hoffnung 


Die Umweltschützer sind über den Ausstieg der EBRD nicht überrascht und hoffen ihrerseits, dass dies erst der Anfang für weitere Investoren-Verluste sei. "Die EBRD hat sehr hohe Standards, und ihre Beteiligung an einem Projekt ist ein Zeichen von Qualität. Wir hoffen, dass auch das französische Unternehmen Vinci ebenfalls aussteigen wird, denn dieses Projekt ist korrupt, umweltschädlich und asozial", erklärte der Umweltschützer Jaroslaw Nikitenko. Dem Aussteig Vincis wollen die russischen Umweltschützer mit Hilfe ihrer grünen Kollegen in Frankreich bewirken, die vor dem Büro des Unternehmens in Paris und im Louvre bereits eine Instalattion zum Schutz des Chimki-Waldes gezeigt haben.

Staatliche Mittel


Doch auch wenn die ausländischen Investitionspartner aussteigen sollten, wird dies wohl kaum etwas am Baustopp der Schnellstraße bewirken. 95% der Projektfinaizierung sind staatliche Mittel. So wird Sberbank, genauso wie die Wneschekonombank in die Autobahn investieren. Damit wären es 29,2 Milliarden Rubel für den ersten und umstrittenen Abschnitt der Straße, den diese zwei staatlichen Banken zur Verfügung stelen. Insgesamt wird das Investitionsvolumen des ersten Abschnitts auf 66 Milliarden Dollar geschätzt. 4 Milliarden gehen davon zur Behebung der bereits zugetragenen Umweltschäden. 

Dieser Artikel ist zuerst erschienen bei der Internetzeitung gazeta.ru

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