Der Anschlag in Domodedowo scheint aufgeklärt

Spezialeinheiten auf der Spur der Täter. Foto: RIA

Spezialeinheiten auf der Spur der Täter. Foto: RIA

Der Anschlag auf den Moskauer Flughafen ist aufgeklärt, sagte ein Sprecher des Ermittlungsausschusses. Einzelheiten halten die Ermittler jedoch vorerst zurück.

Aus inoffiziellen Quellen hieß es derweil, dass die Untersuchungsbeamten die Verdächtigen zwar identifizieren konnten, diese aber noch auf freiem Fuß seien. Die Ermittler gehen davon aus, dass eine terroristische Untergrundbewegung aus dem Nordkaukasus hinter dem Anschlag stehe. Die Presseagentur Interfax zitierte einen Polizisten: „Wir arbeiten an der Verhaftung“. Details wie Namen oder Ermittlungsorte teilte der Informant nicht mit. „Solche Informationen könnten die Ermittlungen gefährden“, hieß es auch von der Pressestelle des Ermittlungsausschusses vergangenen Samstag. „Die Identität des Täters steht fest. Er trug einen Sprengsatz, der mit Metallstücken präpariert war“, steht in der Presseerklärung. Bei dem Täter handle es sich um einen 20-jährigen Mann aus dem Nordkaukasus. Nach Angaben der Ermittler richtete sich der Anschlag primär gegen Ausländer. 

Kaukasische Untergrundorganisation soll verantwortlich sein


Zuvor meldeten russische Medien, dass hinter dem Attentat der Nogajer Bataillon stehe – eine terroristische Gruppe aus dem kaukasischen Untergrund. Laut Nachrichtenagentur Rosbalt seien drei Mitglieder der Gruppe noch im Oktober nach Moskau entsandt worden. Trotz einer groß angelegten Fahndung konnte sie die Polizei nicht aufspüren.Erst als im Gästehaus des Schützenvereins in Kusminki am 31. Dezember ein selbstgebauter Sprengsatz in den Händen einer mutmaßlichen Attentäterin explodiert war, nahm auch der FSB die Fahndung auf. Das Gästehaus, hieß es von Ermittlern, mietetn Terroristen. Ihre Komplizin wurde in Wolgograd, 1000 Kilometer südlich Moskaus, festgenommen. Nach Angaben des Geheimdienstes seien zum Zeitpunkt der Explosion in Domodedowo vier weitere Terroristen auf freiem Fuß gewesen

Dieser Beitrag erschien zuerst bei der Online-Zeitung "gazeta.ru".

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