Ärger für Aeroflot

Passagiere sitzen an Moskauer Flughäfen fest. Foto: Itar-Tass

Passagiere sitzen an Moskauer Flughäfen fest. Foto: Itar-Tass

Passagiere, die vor Silvester an Moskauer Flughäfen festsaßen, klagen gegen die Airline.

Schneeregen und Glatteis führten Ende Dezember zum Chaos an den Moskauer Flughäfen: In Domodedowo, Moskaus größtem Flughafen, saßen Tausende Passagiere tagelang wegen Stromausfall fest – ohne ausreichende Verpflegung und Unterkunft. In Scheremetjewo, dem zweitgrößten Flughafen der Stadt, scheiterte der Räumdienst an den vereisten Start- und Landebahnen. Aeroflot sagte 200 Flüge ab.

Dafür sollten die Flugreisenden entschädigt werden, hieß es zunächst vom Aeroflot-Management. Später wurde jedoch lediglich nur der Ticketpreis zurückerstattet – In Form eines Gutscheins. "Diese Gutscheine sind der reine Witz", klärt Anastassija T., eine Aktivistin und Mitinitiatorin der Klage, auf: Aeroflot habe den Flugreisenden lediglich ein kostenloses One-Way-Ticket freier Wahl angeboten. Den Rückflug müsse man aus eigener Tasche bezahlen. "Die wollen sich an uns auch noch bereichern", stellt die Aktivistin empört fest. 

960 Passagieren, die Silvester am Flughafen verbringen mussten, war das zu viel: Im Internet gründeten die Gruppe “Bürger gegen Aeroflot” und reichten heute eine über 6000 Seiten lange Sammelklage bei dem Flugriesen ein. Anastassija T. fordert von Aeroflot eine offizielle Entschuldigung und eine angemessene Entschädigung: " Weil Aeroflot Informationen über Flugverschiebungen zurückhielt, mussten wir wie die Rinder zusammengepfercht in Scheremetjewo 60 Stunden warten". Selbst das Bodenpersonal sei ahnungslos gewesen, berichtet T.

Jurist Sergej Litwintsew, Mitinitiator der Sammelklage und Verterter, erzählte Russland HEUTE in einem telefonischen Gespräch, dass er sechs Stunden bei Aeroflot verbracht habe, um alle Beschwerdebriefe zu registrieren. Aeroflot-Sprecher gaben bislang keinen offiziellen Kommentar ab.

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