Not kennt kein Gebot

Nach dem Erdbeben in Japan. Foto: Reuters

Nach dem Erdbeben in Japan. Foto: Reuters

Zwei russische Einheiten von Katastrophenschützern sind am Sonntagabend nach Japan geflogen. Japan hatte erstmals in der Geschichte der japanisch-russischen Beziehungen das Hilfsangebot aus Moskau angenommen.

Eine Sprecherin des russischen Katastrophenschutzministeriums teilte am Sonntagabend mit, eine Transportflugzeug vom Typ Il-76 mit 50 Mann und Gerätschaften an Bord sei aus Moskau nach Japan unterwegs. Ein schwerer Mi-26 Transporthubschrauber machte sich aus dem fernöstlichen Chabarowsk auf den weg. Russlands Katastrophenschutzministerium hat reiche Erfahrungen mit Bergungsarbeiten nach Erdbeben und technogenen Katastrophen.Russische Bergungstrupps waren u.a. auch schon nach dem schweren Erdbeben 2005 im türkischen Izmir im Einsatz.

Medwedjew reagierte per Twitter

 

Der russische Präsident Dmitrij Medwedjew hatte gleich nach dem schweren Erdbeben trotz des noch nicht überstandenen Kurilen-Streites als erster ausländischer Staatschef dem japanischen Premierminister Naoto Kan per Telefon sein Mitgefühl übermittelt. Am Samstagabend teilt er sinnigerweise auch per Twitter mit, Russland werde jegliche Hilfe leisten. Regierungschef Wladimir Putin hatte auf einer schnell einberufenen Sondersitzung mit Vizepremier Igor Setschin, dem Atomminister Sergej Kirijenko und dem stellvertretenden Katastrophenschutzminister konkrete Anweisungen erteilt.

 

Hilfe aus Russland

Igor Setschin kündigte mit Putins Unterstützung an, Russland werde Japan anbieten, zur Linderung der Energieversorgungsprobleme zwei Tankschiffe mit Flüssiggas nach Japan umzudirigieren. Man werde Tokio auch anbieten, von Nachodka (bei Wladiwostok) aus ein Stromkabel nach Japan zu verlegen. Russland verfüge im Fernen Osten über Überkapazitäten bei der Stromproduktion.

trotz des Kurilen-Konflikts

 

Über dieses Angebot und seine Realisierung in den nächsten Jahren wolle man alsbald mit Tokio reden, kündigte Setschin an. In den vergangenen Monaten hatte die Forderung Tokios, die russischen Kurilen-Inseln an Japan zurückzugeben, zu Spannungen gesorgt.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Russland-Aktuell.

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