Gas geben in Leipzig und Moskau

Masterstudenten besuchen den Untergrundgasspeicher in Bernburg. Foto: Alexey Gorbativskiy

Masterstudenten besuchen den Untergrundgasspeicher in Bernburg. Foto: Alexey Gorbativskiy

Julia Rittershaus hat es gewagt: vier Semester, drei Sprachen, zwei Kulturen. Die Absolventin des Masterstudiums kann mit guten Berufsaussichten rechnen.

Noch ein paar Wochen in Moskau – dann geht es für Julia Rittershaus wieder zurück nach Leipzig und ins dritte Semester des Studiengangs „International Energy Economics and Business Administration“. 2007 wurde der Masterstudiengang ins Leben gerufen, seitdem wird an der Universität Leipzig und an der Moskauer MGIMO Nachwuchs für die Energiebranche ausgebildet. Die Studenten lernen, wie weltweit Energiepolitik funktioniert und wie sich rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen unterscheiden. Der Fokus liegt auf Russland und Deutschland.

Zu dem viersemestrigen Studiengang werden jährlich 30 Studenten zugelassen, Kostenpunkt: 2400 Euro pro Semester. Zur Hälfte stammen die Studenten aus Deutschland, zur anderen aus Russland. Rittershaus hat aber auch Kommilitonen aus Aserbaidschan und Lettland. Und wie unterhält man sich? „Die meisten sprechen Deutsch, und wir lernen alle Russisch“, erzählt die 23-Jährige. Die Lehrveranstaltungen dagegen finden auf Englisch statt. 


Auf die Absolventen warten gute Karrierechancen. Wenn Experten aus der Praxis Vorträge halten, entstehen erste Kontakte, dann folgen Praktika in Unternehmen wie EON, Gazprom oder Siemens. Hier schreiben auch die meisten ihre Diplomarbeit, weiß Philip Berthold, der kurz vor dem Abschluss steht. Einen Job hat er schon: Ab Mitte Juni arbeitet er bei einem Joint Venture von Wintershall und Gazprom in Berlin.