Mit Vollgas für den Frieden

Bikertreffen in Moskau. Foto: ITAR-TASS

Bikertreffen in Moskau. Foto: ITAR-TASS

Unter dem Motto „Frieden und Gedenken“ brechen Ende Juni 50 russische Biker zu einer Deutschland-Tour auf, die mit einem Empfang bei Bundespräsident Christian Wulf endet.

Die Tour beginnt am 24. Juni mit einer Fährüberfahrt von Petersburg nach Rostock. Von dort aus soll der Motorrad-Corso gleich weiter nach Hamburg düsen, wo eine Kranzniederlegung und eine Gedenkfeier in der Nikolaikirche geplant sind. Anschließend gibt es einen großen Motorradgottesdienst in der Hansestadt.

Weitere Stationen der Reise sind Hannover, Kyffhäuser, Erfurt, Dresden, Frankfurt/Oder und Berlin. Ebenfalls besucht werden die Konzentrationslager Bergen-Belsen und Buchenwald sowie die Gedenkstätte Seelower Höhen, Ort der größten Weltkriegsschlacht auf deutschem Boden.

Lutherischer Pastor und orthodoxer Priester als Tandem


Organisiert wurde die Fahrt gemeinsam vom orthodoxen Priester Vater Wjatscheslaw (selbst Herausgeber einer Motorradzeitschrift) und dem Pastor der lutherischen Kirche in St. Petersburg Matthias Zierold. „Es handelt sich um einen Gegenbesuch der Tour aus dem Vorjahr, wo 80 deutsche Biker in Russland unterwegs waren", erklärte Zierold Russland-Aktuell.

In einer großen Geste der Versöhnung fuhren damals russische und deutsche Biker gemeinsam durch St. Petersburg, um später am Soldatenfriedhof zusammen der russischen und deutschen Toten des Weltkriegs zu gedenken.

Völkerverständigung als Motto


Völkerverständigung und Werben für den Frieden sind auch in diesem Jahr das große Anliegen der Tour. Erreicht werden soll dies durch das Gedenken an die Opfer. „Die Toten nicht vergessen war speziell für Vater Wjatscheslaw eine Herzensangelegenheit", erläutert Zierold. Viele der Opfer seien einfach verscharrt worden, ein christliches Begräbnis hätte in jenen Zeiten kaum einer bekommen, sagt er.

Die russischen Biker, unter ihnen sind auch Mitglieder des Motorradclubs „Strafbat" („Strafbataillon"), die sich intensiv mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs auseinandersetzen, werden bei ihrer zehntägigen Deutschland-Tour von unterschiedlichen deutschen Motorradfahrern begleitet. „Wir erwarten im Schnitt zwischen 10 und 15 deutschen Teilnehmern, in Hamburg und Berlin werden es deutlich mehr", sagt Zierold.

Bundespräsident Wulff überredet


Dass er Bundespräsident Christian Wulff zum Empfang des Motorkorsos überreden konnte, sei einem „Glücksfall" zu verdanken, sagt Zierold. Als der Bundespräsident im Vorjahr die Petersburger Petrikirche besucht habe, habe Zierold ihm von den Aktivitäten der Gemeinde erzählt und auch über die Motorradtour nach St. Petersburg.

„Daraufhin sagte Wulff, wenn wieder so etwas geplant sei, sollten wir doch mal bei ihm vorbei schauen. Darauf habe ich mich jetzt berufen", berichtet Zierold. Das Generalkonsulat habe sein Anliegen unterstützt und auch bei der Visavergabe unbürokratisch geholfen, zeigt sich der Pastor erfreut.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Russland-Aktuell.

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