„Wer investiert, will Sicherheit"

Internationales Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Foto: ITAR-TASS

Internationales Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Foto: ITAR-TASS

Verschiedene Konzernchefs haben Russlands Investitionsklima auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg (SPIEF) als „unberechenbar“ und „nicht wettbewerbsfähig“ kritisiert. Heute will Dmitri Medwedew mit einer Grundsatzrede gegenhalten.

Es gebe immer wieder unvorhersehbare Entwicklungen wie extreme Steuererhöhungen sowie zu wenig Dialog über Streitfragen, sagte der Chef des dänischen Bierbrauers Carlsberg, Joergen Buhl Rasmussen, am Donnerstag. Zu Beginn des internationalen Forums forderten Rasmussen und andere Referenten „mehr Vorhersehbarkeit" für ihre Geschäfte. „Wer investiert, will Sicherheit", sagte Rasmussen.

Auf dem dreitägigen Forum in St. Petersburg will Kremlchef Dmitri Medwedew im Beisein des chinesischen Staats- und Parteichef Hu Jintao für Investitionen werben.Medwedews Rede über die von ihm geplante Modernisierung Russlands ist für den heutigen Freitag geplant. Das größte Land der Erde ist weiter dringend auf ausländisches Kapital angewiesen, um seine oft noch sowjetisch geprägte Wirtschaft zu erneuern.

Siemens-Chef Peter Löscher bekräftigte in St. Petersburg Pläne für die Gründung eines Forschungszentrums in Skolkowo bei Moskau, einer High-Tech-Stadt aus der Retorte. Russland brauche den Fortschritt und eine tiefere Zusammenarbeit mit dem Westen, sagte Löscher.Er und der russische Oligarch Viktor Wechselberg, der auch Chef des Innovationsfonds Skolkowo ist, wollen während des Forums eine Vereinbarung über das neue Wissenschaftszentrum unterzeichnen.

Das jährlich stattfindende Wirtschaftsforum in St. Petersburg gehört nach Angaben der Organisatoren zu den profiliertesten Plattformen dieser Art weltweit und zählt 2011 etwa 5.000 Teilnehmer.Diesmal geht es unter anderem um globale Themen wie die Energieversorgung nach den atomaren Reaktorunglücken im japanischen Fukushima, aber auch um regionale russische Themen wie die touristische Entwicklung im Konfliktgebiet Nordkaukasus.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Russland-Aktuell.

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