12 Moskauer Parks

In einer Autofahrerstadt wie Moskau mit ihren breiten Prospekten und vielspurigen Autobahnringen muss es erstaunen, dass es ihr chronisch an Parkplätzen mangelt, während die Zahl und Größe der Park-Plätze nach Weltrekorden klingt. Wenn schon steinerne Strenge, unmenschliche Dimensionen, Krach und Hetze, dann kann der Moskauer wenigstens um die Ecke all das hinter sich lassen und ins Grüne abtauchen, ohne aufs Land fahren zu müssen.

Alexandergarten (Александровский сад)



Basics: Verläuft parallel zur Nordwestseite der Kremlmauer. Nur 865 Meter lang. Angelegt zwischen 1819 und 1823 von Joseph Bové, einem Russen mit italienischen Vorfahren, der auch das Bolschoi-Theater entwarf und die Manege rekonstruierte. In zahlreichen Episoden großer Literatur verewigt, unter anderem bei „Der Meister und Margarita“.

Fixpunkte: Brunnen „Geysir“ mit vier Rössern als Sinnbild der vier Jahreszeiten, Kutafja-Turm des Kreml – Haupteingang für Kreml-Besucher – mit Troizkij-Brücke, italienische Grotte, Obelisk zu 300 Jahren Romanow-Dynastie (1918 den Vordenkern des Kommunismus umgewidmet), Grabmal des unbekannten Soldaten.

Vorteile: Lässigster Ort im Stadtzentrum. Gleich um die Ecke vom Roten Platz. Ideal zum Ausspannen nach einer Besichtigungs- oder Einkaufstour. Die berittene Parkaufsicht hat auch gegen ein Nickerchen auf dem Rasen nichts einzuwenden. Brunnenanlagen sehr beliebt zur Abkühlung im Sommer. Im Winter Rodelhang am Borowizkij-Hügel.

Nachteile: Besucher wie auf dem Präsentierteller, gegenüber vom Einkaufszentrum „Ochotnyj Rjad“ und Schnellrestaurants. Wenig Abwechslung, vor allem in der kalten Jahreszeit.

Öffnungszeiten: durchgängig geöffnet

Eintritt: frei

Anbindung: Metrostation Alexandrowskij Sad

Infos: http://www.msk-guide.ru/page_9077.htm

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Troparjowo-Waldpark (Тропаревский лесопарк)

Basics: Hervorgegangen aus einem 1961 entstandenen Park zu Ehren des 22. Parteitages der KPdSU. Am Südwestrand von Moskau, links und rechts des Leninprospekts. 519 Hektar groß. Der linke Parkteil erstreckt sich zwischen Troparjowo-Nikulino, einer teuren Wohngegend mit effektvollen Hochhausbauten, und der Ringautobahn MKAD, der rechte Teil zwischen den Stadtbezirken Tjoplyj Stan und Konkowo.

Fixpunkte: „Erholungsgebiet Troparjowo“ mit Badestrand am Waldsee, der vom Flüsschen Otschakowka und unterirdischen Quellen gespeist wird, mit allerlei sonstigem Zeitvertreib und einer Bühne, wo von 2008 bis 2010 das Folk-Festival „Wilde Minze“ stattfand. Die 25 000 Besucher im vergangenen Jahr waren der Präfektur zu viel des Guten: Der Park, hieß es, sei solch einem Ansturm nicht gewachsen.

Vorteil: Linker Parkteil besonders besucherfreundlich: schöne Alleen, gepflegtes und nachts beleuchtetes Wegenetz, Spiel- und Sportplätze, viele Schautafeln zur Tier- und Pflanzenwelt. Vor einigen Jahren wurden Holzhütten für Picknicks und zahlreiche Wegweiser aufgestellt. Alles ist sauber und gut in Schuss, überall riecht es nach Schaschlik. Jenseits der zentralen Bereiche dichter Wald aus Birken, Kiefern, Tannen.

Nachteile: Grüne Lunge hauptsächlich für Anwohner, weil ansonsten umständlich zu erreichen. Eingänge nur mit Karte zu finden, keine Beschilderung in den angrenzenden Wohnvierteln und Straßen. Wer beide Parkteile erwandern will, muss den Leninprospekt überqueren (Unterführung), an einer Tankstelle und einem Wohngebiet vorbei.

Öffnungszeiten: durchgängig

Eintritt: frei

Anbindung: Linker Parkteil – von der Metrostation Jugo-Sapadnaja 20 Minuten zu Fuß bis zur Troparjowskaja Uliza. Rechter Parkteil – von den Metrostationen Konkowo und Tjoplyj Stan jeweils zehn Minuten zu Fuß bis zum Wald oder mit der Marschrutka 94 von der Metro Tjoplyj Stan bis zur Haltestelle Troparjowskij Lesopark.

Infos: http://www.okolometro.ru/ru/...

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Allrussisches Ausstellungszentrum (WWZ)


Basics: Hatte seine Anfänge vor dem Krieg als Landwirtschaftsmesse. 1959 in WDNCh umbenannt, was für „Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft“ steht. Das Gelände heißt seit 1992 WWZ (Allrussisches Ausstellungszentrum). Es beherbergt diverse größere und kleinere Messen, unter anderem jeweils im September die Moskauer Buchmesse im modernen neuen Pavillon 75, sowie allerlei Fahrgeschäfte.

Fixpunkte: 70 Meter hohes Riesenrad, einst das größte Europas. „Brunnen der Völkerfreundschaft“, der symbolisch die Völker der UdSSR vereint. Das Denkmal „Arbeiter und Kolchosbäuerin“ der sowjetischen Bildhauerin Vera Muchina, jahrelang saniert, steht nun auf einem hohen Sockel vor dem Nordeingang.

Vorteile: Fundgrube an geballter Sowjetästhetik. Breite, asphaltierte Wege locken Skater und Radfahrer an. Ausrüstung kann ausgeliehen werden. Hauptalleen gesäumt von Verkaufsständen, Losbuden und Kiosken. In seinem entlegenen Teil nimmt der Park grüne Züge an und geht in den Botanischen Garten über.

Nachteile: Kann vor allem an den Wochenenden sehr voll sein. Die laute Musik aus den Buden stört bisweilen extrem.

Öffnungszeiten: Im Sommer von 9 bis 21 Uhr (an Wochenenden und Feiertagen bis 22 Uhr).

Eintritt: Kostenpflichtig sind einige Pavillons. Der Eintritt ins Schmetterlingshaus kostet für Erwachsene zum Beispiel 300 Rubel, das Märchenhaus 450 Rubel pro Besucher unabhängig vom Alter. Für eine Fahrt im Riesenrad (täglich 12 bis 19 Uhr) müssen in einer offenen Kabine 250 Rubel gezahlt werden.

Anbindung: Metro WDNCh

Infos: www.vvcentre.ru

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Krylatskije Cholmy (Крылатские Холмы)


Basics: Hügellandschaft im Westen von Moskau zwischen dem auf einer Anhöhe gelegenen Stadtviertel Krylatskoje und der Tiefebene der Moskwa. 200 Hektar Fläche, der Höhenunterschied zwischen Bergspitzen und Talsohlen erreicht bis zu 60 Meter. Die Schluchten sind bewaldet, die Hügel (russisch: Cholmy) durch Grasbewuchs geprägt. Seit 1998 ein Naturschutzgebiet von regionaler Bedeutung. Reservat für verschiedene Pflanzen- und Tierarten, die auf der roten Liste der Stadt Moskau stehen. Im Winter Ski- und Rodelgebiet, im Sommer speziell für Rennradfahrer und Mountainbiker interessant.

Fixpunkte: Orthodoxe Mariä-Geburts-Kirche. Zwei stark frequentierte Wasserquellen im Tal unterhalb der Kirche. Radsporttrasse der Olympischen Sommerspiele 1980.

Vorteile: Gebirgsfeeling mitten in Moskau. Herrlicher Rundblick über die Skyline der Stadt und – zu Fuße des Parks – Sportanlagen der Sommerolympiade 1980 wie den Ruderkanal. Kleine sportliche Herausforderungen durch unterschiedliche Höhenniveaus. Professioneller asphaltierter Radkurs für Jedermann nutzbar. Skilift.

Nachteile: Wege teilweise sehr anspruchsvoll und nicht unbedingt für einen Ausflug mit dem Kinderwagen geeignet.

Öffnungszeiten: durchgehend

Eintritt: frei

Anbindung: Metrostation Krylatskoje oder Molodjoschnaja

Infos: moscowparks.narod.ru/pipmoskv/krylholm/

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Der nicht langweilige Garten (Нескучный сад)



Basics: Liegt zwischen dem Gorki-Park und den Sperlingsbergen. Sehr bewaldet, 59 Hektar groß. Der Garten wurde in 1856 vom russischen Industriellen Prokofi Demidow eröffnet und hatte die Form eines Amphitheaters. Für den Garten wurden mehr als 2 000 seltener Pflanzenarten aus aller Welt zusammen getragen. 700 Arbeiter brauchten zwei Jahre, um diese Bäume am unbefestigten Moskwa-Ufer zu pflanzen.

Fixpunkte: Sommerhaus, dass sich auf einem steilen Felsen über dem Fluss Moskwa befindet. "Lower Bad" -  Haus mit einer Rotunde am Ufer des Elisabeth-Teichs. Gelbe Bogenbrücke mit gutem Ausblick auf den Moskau-Fluss. Das grüne Theater, wo man verschiedene Aufführungen oder sogar ein Rock-Konzert besuchen kann.


Vorteile: Frisch und gemütlich in sehr zentraler Lage. Ideal für einen Spaziergang oder zum Fahrradfahren, Tischtennis- und Schachspielen. Am Wochenende tanzt man hier Salsa und andere Tänze bis in die Nacht.

Nachteile: Fast keine Abfalleimer, nur ein Restaurant mit hohen Preisen. Nachts schlecht beleuchtet.

Öffnungszeiten: durchgängig geöffnet


Eintritt: frei


Anbindung: Metrostation Frunzenskaja

Infos: http://www.kid.ru/otdyh/1-32.php3

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Sperlingsberge (Воробьевы горы)


Basics: Einer der „sieben Hügel“ von Moskau. Führt als Grün-Streifen südwestlich des Stadtzentrums um eine Biegung der Moskwa herum. Lag noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts weit außerhalb Moskaus. Benannt nach dem im 15. Jahrhundert entstandenen Dörfchen Worobjowo. Fast durchgehend bewaldet, 1 375 Hektar groß. Sperlinge gibt es hier tatsächlich, wie auch andere Vögel, die auf den Holztafeln entlang verschiedener Lehrpfade erklärt werden.

Fixpunkte: Liegewiesen am Wasser – das Badeverbot wird großzügig ignoriert. Ökozentrum am östlichen Ende der Uferstraße, zwischen Andrejew-Kloster und drittem Stadtring. Metrobrücke. Sprungschanze von 1953. Sessellift, der im Sommer Ausflügler und im Winter Skifahrer rauf und runter bringt. Moskaus beliebteste Aussichtsplattform, gelegen an der Kossygin-Straße in einer Sichtachse von der Lomonossow-Universität zum Luschniki-Stadion – hier treffen sich Touristen, Hochzeitspaare, Biker, Souvenirverkäufer. Gleich daneben: die Dreifaltigkeitskirche.

Vorteile: Park mit Lehrcharakter. Direkt am Wasser. Gepflegt mit angelegten Wegen. Spektakulärer Rundblick über weite Teile der Innenstadt, bei guter Fernsicht sind sogar die Kremltürme auszumachen. Abtauchen ins frische Grün samt Vogelgezwitscher.

Nachteile: Auch die Vögel vermögen den Krach der Straße und der Metro nicht wegzuzwitschern.

Öffnungszeiten: keine Beschränkung

Eintritt: frei

Anbindung: Metro Universität (dann noch etwa 20 Minuten zu Fuß zur Aussichtsplattform), Metro Worobjowy Gory (direkt an der Uferstraße).

Infos: vorobyovy-gory.ru, ecocenter-vg.ru

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Fili-Park (Филевский Парк)


Basics: Bildet auf fünf Kilometern Länge das bewaldete Steilufer an einer Moskwa-Schleife im Westen von Moskau. Wegen der am Flussrand nur kniehohen und damit auch für Kinder ungefährlichen Wassertiefe eine der meistbevölkerten innerstädtischen Badestellen. Im Winter viele Skilangläufer, unter anderem auf der zugefrorenen Moskwa.

Fixpunkte: Überreste der Kunzewo-Siedlung (Kunzewskoje Gorodischtsche) aus dem Frühmittelalter. Ethnozentrum „Handwerkerstadt“ (Gorod Masterow), von Holzwällen umgeben und einer slawischen Ortschaft aus der Gründerzeit der Rus nachempfunden. Einige Verteidigungsanlagen aus dem Zweiten Weltkrieg. Naryschkin-Gutshof, gebaut im 18. Jahrhundert vom russischen Adligen Alexander Naryschkin. Das Gut, auf das die heutige Parkanlage zurückgeht, wurde zu verschiedenen Zeiten von Katharina der Großen und dem preußischen König Friedrich Wilhelm III. besucht. Die einstige Pracht lässt sich aber höchstens noch erahnen: Das Hauptgebäude steht leer. Es soll seit Jahren saniert werden und ist von Stacheldraht umgeben.

Vorteile: Wilde Natur und wilde Romantik, wie sie der Großstadt gar nicht ähnlich sehen. Über 100 Jahre alte Eichen, Linden und Kiefern. Im Schatten dicht besiedelter Wohngebiete, aber abseits von Verkehrslärm. Wenig organisierte „Volksbelustigung“, deshalb eher geruhsam und gemächlich. Fußball- und Volleyballfelder, mehrere Kinderspielplätze. Im Sommer Tretboot- und Fahrradverleih. Im Winter Skiverleih. Eishalle. Abfahrtspiste ZSKA mit zwei Strecken und Skiliften.

Nachteile: Vielerorts vernachlässigt bis verwahrlost. Mittelteil des Parks nur am Moskwa-Ufer, nicht aber auf Höhe der Straße passierbar, wo Zäune den Weg versperren. Dahinter: verfallene Bauten, eine Poliklinik, die Sporthalle „Konstruktor“ und eine Staatsbehörde. Moskwa-Wasser schmutzig und zum Baden nicht zu empfehlen. Besucher lassen viel Müll zurück. Abends mitunter betrunkene und aggressive Gruppen von jungen Leuten. Wenige Toiletten. Schlecht ausgeschildert.

Öffnungszeiten: ohne Einschränkung

Eintritt: frei

Anbindung: Von der Metrostation Bagrationowskaja sieben Minuten zu Fuß zum Haupteinang an der Uliza Barklaja. Von der Metrostation Pionerskaja in fünf Minuten zur Bolschaja Filjowskaja Uliza und quer über die Straße zum Eingang in den Westteil des Parks.

Infos: www.park-fili.ru

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Gorki-Park (Парк Горького)


Basics: 1928 eröffnet und vier Jahre später nach dem Schriftsteller Maxim Gorki benannt. Als „Zentralpark für Kultur und Erholung“ Vorbild für ähnliche Anlagen in allen sowjetischen Städten. Hat seit März 2011 mit dem früheren Fußballfunktionär und Duma-Abgeordneten („Einiges Russland“) Sergej Kapkow einen neuen Direktor, der dem Park eine ästhetische Diät verordnete. Was das Auge, die Perspektive, die Atmosphäre der Einkehr, des gedankenverlorenen Flanierens stört, muss weichen. Bis auf den Lunapark für Kinder wurden sämtliche Jahrmarktsattraktionen abgebaut oder zumindest stillgelegt, die Mehrzahl der Schießbuden und Imbissstände verschwanden. Die Besucherzahl soll sich von heute 3,7 Millionen pro Jahr bis 2016 auf neun Millionen fast verdreifachen.

Fixpunkte: Eingangsportal von 1955. Zentraler Springbrunnen. Sommertheater.

Vorteile: Spürbare Aufbruchstimmung. Entschlackung um billigen Kommerz hat den Park bereits viel harmonischer werden lassen. Nette Straßenafés zu zivilen Preisen. Hängematten, Klappstühle und andere Sitzgelegenheiten auf den Wiesen. Schöne zentrale Lage. Alter Baumbestand. Tanzkurse im Freien. Fahrrad- und Tretbootverleih. Fahrradwege. Seit 15. Juni kostenloses Wi-Fi nahezu im gesamten Territorium. Im Winter vereiste Alleen zum Schlittschuhlaufen.

Nachteile: Vieles noch unfertig oder provisorisch. Historische Skulpturen neben den Toiletten platziert. Hinterer Teil des Parks – in dem sich Ruinen und Baracken befinden – als Schandfleck einstweilen gesperrt. War zumindest in der Vergangenheit jedes Jahr am 2. August, dem „Tag der Fallschirmjäger“, geschlossen, weil Horden betrunkener Ex-Elite-Soldaten ein Bad im Springbrunnen zu nehmen wünschten.

Öffnungszeiten: ohne Einschränkung

Eintritt: frei

Anbindung: Haupteingang von den Metrostationen Park Kultury (zehn Minuten Fußweg) und Oktjabrskaja (sieben Minuten) zu erreichen. Nebeneingang: Frunsenskaja (15 Minuten), Schabolowskaja (zwölf Minuten). Bootsanlegestelle unterhalb der früheren Attraktion „Big Ben“.

Infos: http://propark.ru/

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Siegespark (Парк Победы)



Basics: Existiert seit 1961. In seiner heutigen Form 1995 zum 50. Jahrestag des Kriegsendes offiziell eröffnet. Setzt den Siegern aller Konfessionen und Nationalitäten, den Überlebenden und den Toten des Zweiten Weltkriegs ein Denkmal. 98 Hektar groß. Etwa ein Drittel ist bewaldet. Auch Poklonnaja Gora genannt, weil sich von dieser Erhebung aus – früher weit außerhalb der Stadt gelegen – Reisende vor Moskau verneigten. Hier wartete Napoleon 1812 nach der Schlacht von Borodino vergeblich auf die Übergabe der Stadtschlüssel.

Fixpunkte: Zentrales Weltkriegsmuseum (10 bis 19.30 Uhr außer montags und jeden dritten Donnerstag). Abgezäuntes Freigelände mit Panzern, Flugzeugen, Schiffen und anderer Waffentechnik sowie Partisanenunterständen (10 bis 19.30 Uhr außer montags). Die Hauptallee des Parks führt in fünf Stufen – für die fünf Kriegsjahre von 1941 bis 1945 – ansteigend zum Siegesplatz mit einem von Monumentalkünstler Surab Zereteli entworfenen Obelisken, dessen Höhe von 141,8 Metern auf die 1418 Kriegstage Bezug nimmt. Zu seinen Füßen ist der Kampf des Heiligen Georg mit dem Drachen dargestellt – Symbol für den Sieg des Guten gegen das Böse. Auf dem Gelände verteilt: die christlich-orthodoxe Georgskirche, die Gedächtnismoschee und die jüdische Synagoge mit Holocaustmuseum. Neben dem Haupteingang befindet sich eine der größten Blumenuhren der Welt. Wasserspiele im vorderen Teil des Parks, ein halbes Dutzend Denkmäler im hinteren Teil.

Vorteile: Moskaus urbanster Park. Schauplatz von Großveranstaltungen zum Siegestag, zum Stadt- und zum Pressefest oder auch zum Schulabschluss. Sehr sauber (maschinelle Reinigung), sehr gepflegt, kein Wildwuchs. Überaus beliebt bei Spaziergängern, Frischver- mählten und jugendlichen Trendsportlern wie Inline-Skatern, Skateboardern oder BMX- Fahrern. Im Frühjahr und Herbst viele Kinder mit Drachen. Im Sommer Badende in den Springbrunnen. Imbissbuden und Schaschlikbratereien für den Hunger zwischendurch.

Nachteile: Kriegsgedenken im Stile der Sowjetzeit mit schwerem Pathos und ausladenden Formen. Gelegentlich sehr voll. Kaum Parkmöglichkeiten. Lärmbelastung durch den Kutusow-Prospekt. Vergleichsweise wenig Schatten an heißen Tagen.

Öffnungszeiten: keine Beschränkung

Eintritt: Kostenpflichtig ist nur der Besuch des Weltkriegsmuseums (100 Rubel) und der Waffenschau (70 Rubel).

Anbindung: Haupteingang direkt an der Metrostation Park Pobedy

Infos: www.poklonnaya-gora.ru

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PharmazeutischeGarten (Аптекарский огород)



Basics: Einer der ältesten Parks in Moskau. Der Garten wurde im Jahre 1706 im damaligen nördlichen Stadtrand von Moskau von Peter I. gegründet. Von den Kreml-Mauern wurde der Garten auf das Gelände für den Anbau von Heilpflanzen bewegt - daher sein Name. Nach einer Legende Peter I. der Große persönlich pflanzte im Garten Drei Nadelbäume - eine Fichte, Tanne und Lärche - von denen die letztere noch am Leben ist.


Fixpunkte: Einige der Bäume sind 250-300 Jahre alt. Sammlung von exotischen Pflanzen in Gewächshäusern, gebaut in der zweiten Hälfte des XIX Jahrhunderts. Teich, Holzbrücke, Gewächshäuser mit tropischen und subtropischen Pflanzen.

Vorteile: Nicht weit vom Zentrum.  Exotischen Pflanzen. Gerade und gewundene Pfaden für einen entspannenden Spaziergang.


Nachteile: Eine Stunde reicht um den ganzen Park anzuschauen. Außer Natur wenig zu sehen.


Öffnungszeiten: von 10 bis 22 Uhr täglich. Tickets bis 21.30.

Eintritt: 100 Rubel Erwachsene, 50 Kinder und Studenten.


Anbindung: Metrostation Prospekt Mira

Infos: http://www.hortus.ru/

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Silberwäldchen (Серебряный бор)


Basics: Von der Moskwa umschlossene Landzunge im Westen von Moskau. Seit 1937 durch einen Kanal, die so genannte Choroschewo-Begradigung, vom „Festland“ getrennt und nur durch eine Brücke mit ihm verbunden. 328 Hektar großes Naherholungsgebiet und Naturdenkmal. Herkunft des Namens nicht ein- deutig geklärt, möglicherweise benannt nach den Kiefern auf der Insel, die im Sommer bei Sonnenaufgang silbern glänzen sollen. Diente dem Zaren zur Falkenjagd, war im 19. Jahrhundert Teil eines Gestüts und Basis eines Artillerieregiments. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts Standort einer Datschensiedlung ausländischer Diplomaten und einheimischer Funktionsträger, beispielsweise aus der Moskauer Stadtverwaltung, zeitweise der KPD und bekannter Künstler.

Fixpunkte: Die kommerziell betriebenen Strände 2 und 3 mit Bars und Cafés. Zahlreiche Sportangebote wie Volleyball, Tischtennis und Wassersportgeräte (Bootsausleihe 3000 Rubel/Tag). Bestimmte Örtlichkeiten und sogar ganze Strände lassen sich für Veranstaltungen mieten. Strand 2 ist besonders kinderfreundlich. Es gibt Toiletten, Umkleidekabinen, Duschen und eine Wasserwacht. Ein kleiner Teil der Insel ist in fester Hand von Anhängern der Freikörperkultur. Unweit davon: der idyllische Abgrundtiefe-See (Besdonnoje Osero) mit Schilf und Wasserblumen. Am Südostufer von Serebrjanyj Bor ist ein Pfeiler der imposanten, 2007 eröffneten Schiwopisnyj-Hängebrücke befestigt – Teil einer neuen Verkehrsachse zwischen MKAD und Stadtzentrum.

Vorteile: Echtes Strandfeeling im Stadtgebiet Moskaus. Relativ sauberes Wasser, weil am Oberlauf der Moskwa gelegen. Zwei Drittel der Insel bewaldet. Bis zu 200 Jahre alte Bäume, frische Luft, kleine Pfade und Brücken zum Wandern. Tier- und Pflanzenvielfalt für Naturfreunde. Das Unternehmen, das die Strände betreibt, sorgt für Sauberkeit.

Nachteile: Nur ein einziger Zugang zur Insel. Ohne Auto umständlich zu erreichen, da nicht in Metro-Nähe.Am Wochenende und zu Ferienzeiten sehr voll. Große Teile des Parks belegt von Villen mit hohen Mauer.

Öffnungszeiten: Insel – durchgehend, Strände – täglich von 9 bis 21 Uhr

Eintritt: Frei. Auch der Besuch der Strände 2 und 3 ist kostenlos.

Anbindung: Von der Metrostation Poleschajewskaja Trolleybusse 20, 21, 65, 86 oder Marschrutka 190 (Fahrzeit rund zehn Minuten). Von der Metrostation Schtschukinskaja Straßenbahn Nr. 28. Parkplätze auf der Insel vorhanden.

Infos: www.s-bor.ru (Strandbetreiber)

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Zarizyno (Царицыно)


Basics: Heißt Tschjornaja Grjas (Schwarzer Schlamm), als Katharina die Große das Gelände 1775 bei einer Landpartie für sich entdeckt und kauft. Soll als Residenz den Palästen St. Petersburgs in nichts nachstehen. Den ersten Entwurf des Moskauer Baumeisters Wassilij Baschenow befiehlt die Zarin abzureißen. Baschenows Schüler Matwej Kasakow errichtet den so genannten Großen Palast neu, doch als er 1796 fast fertig ist, stirbt Katharina plötzlich. Ihre Nachfolger haben kein Interesse an Zarizyno. Der Palast verfällt. Ab 1980 werden die Gebäude im Park nach und nach saniert. 2004 kommt auch die Palastruine an die Reihe. Kunstkenner protestieren gegen den „Neubau“, der trotz aller Kontroversen zum Stadtgeburtstag 2007 erst- mals bestaunt werden kann.

Fixpunkte: Großer Palast und Brothaus (Küchengebäude), unterirdisch verbunden. Figurenbrücke. Marienkirche. Musikbrunnen, der vier Melodien spielt und dessen Fontänen bis zu 15 Meter nach oben schießen. In der Dunkelheit wird er passend zur Musik erleuchtet.

Vorteile: Riesiger Park (550 Hektar) mit abwechslungsreicher Landschaft lädt zum Flanieren ein. Sehr gepflegt. Eindrucksvolles Bauensemble aus dem 18. Jahrhundert, heute für Kunstausstellungen genutzt. Restaurants, in denen ab und zu Live-Bands spielen. Sportmöglichkeiten, unter anderem Volleyballfelder.

Nachteile: Wenig Orientierungskarten, man verläuft sich leicht. Dixi-Toiletten. Gelegentlich überlaufen.

Öffnungszeiten: Zutritt zu den Ausstellungen in den Gebäuden des Parks (kostenpflichtig) im Som- mer von 11 bis 18 Uhr, am Wochenende bis 19 Uhr. Montag und Dienstag Ruhetag.

Anbindung: Metrostationen Zarizyno (zehn Minuten Fußweg zum Haupteingang) und Orechowo (direkt am Hintereingang).

Infos: tsaricyno.ru

Dieser Beitrag erschien zuerst in der Moskauer Deutschen Zeitung.