12 Geheimtipps

Die meisten Ausländer drängt es nach Moskau und St. Petersburg in die berühmten Museen wie die Tretjakow oder die Eremitage und an die renommierten Ecken, beispielsweise den Roten Platz oder den Kreml. Doch das riesige Land bietet unendlich mehr.

Baskuntschak


Die russische Version des Toten Meers befindet sich unweit der Stadt Astrachan. Auf einem Salzberg hat sich inmitten einer große Senke ein Salzsee gebildet, der tatsächlich auch 21 m unter NN befindet. Der Salzgehalt des Sees beträgt ungefähr 300 g/l. Seit dem 8. Jahrhundert wird das hochwertige Kochsalz (99,8 % NaCl) abgebaut. Heute liefert er 80 % der Salzproduktion Russlands und wird deswegen als Salzfass Russlands bezeichnet. Seine Reserven werden vermutlich Tausende von Jahren reichen. Zahlreiche Quellen erneuern die Salzvorräte des Sees und spülen tagtäglich 2500 Tonnen Salz hinein. Der Name Baskuntschak bedeutet auf Deutsch „Hundekopf“. Einer Legende nach verirrte sich einst eine Händlerkarawane in diese Gegend. Einer der mitziehenden Hunde soff aus dem See. Doch das Wasser war so salzig, dass das Tier sofort verendete und mit seinem Kopf hineinfiel.

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 Die Ruinen von Arkaim


Arkaim liegt im südlichen Sibirien in der Oblast Tscheljabinsk, unweit der Grenze zu Kasachstan. Es gilt als russisches Stonehenge. Die Forscher sind sich nicht einig, ob es sich um eine Ruinenstadt oder ein antikes Observatorium handelt. Arkaim ist rund bzw. sprialförmig angelegt und nach den Sternen ausgerichtet. Archäologen sind der Ansicht, dass diese antike Stätte 1000 Jahre älter ist als das legendäre Troja. Die gewaltigen Mauern bestanden aus Holzstrukturen, die mit Lehmziegeln ausgefüllt waren. Um diese Ruinen ranken sich zahlreiche Legenden. Einer dieser Geschichten zufolge nahm das Leben des Propheten Zarathustra hier sein Ende; eine andere besagt, dass Jesus Christus persönlich den nahen Berg der Vernunft besucht habe; und lokale Schönheiten glauben, dass man seine Jugend zurückerhält, wenn man sich Gesicht und Hände im Fluss Karaganka wäscht, an dem die alte Stätte lag. Arkaim wurde ein Mekka für russische Esoterikfans, die in der Stadt die Quelle der mystischen Kraft sehen und die Ruinen regelmäßig besuchen.

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Mystischer Baikal - Pyramiden und Schamanen


Das russische Pendant zu den ägyptischen Pyramiden befindet sich am Ufer des Baikalsees. Eine geheimnisvolle, 333 Meter lange Mauer aus Kegeln und Pyramiden erstreckt sich am Kap Rytyj. Es ist bis heute ungeklärt, wer sie errichtet hat und wann sie gebaut worden sind. Man braucht Mut und Entschlossenheit, um zu den Pyramiden zu gelangen, da Boote hier keine Passagiere absetzen dürfen. Außerdem verwehren die Einheimischen Fremden den Zutritt, da sie fürchten, diese könnten der Stätte etwas von ihrer heiligen Kraft nehmen. Insbesondere ist es Frauen verboten, ihren Fuß auf die Halbinsel zu setzen. So tröstet man sich mit dem Besuch des nahe gelegenen Dorfes Ongurjona, in dem man nicht nur Schamanen sehen kann, sondern auch eine andere Kuriosität aus dem Zweiten Weltkrieg: einen Triebwagen, der in ein Kraftwerk verwandelt worden ist, der einzige seiner Art in ganz Russland.

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Averkinas Schatzhöhle


Diese Sehenswürdigkeit in der Region Tscheljabinsk spricht nicht nur die Leser von Robert Luis Stevensons „Schatzinsel“ an, sondern auch Geschichtsinteressierte. Der Eingang zur Höhle ist ein 20 Meter großes Loch am rechten Ufer des Flusses Ai, das leicht übersehen werden kann. Der Legende zufolge hat Jemeljan Pugatschow, der Anführer des Großen russischen Bauernaufstand, hier sein Gold vergraben. Zwar wurden die Schatztruhen nie gefunden, doch die Wissenschaftler entdeckten in der Höhle eine Holztür sowie hölzernes Gerät sowie zahlreiche, teils menschliche Knochen.

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Die Nekropole Tsoj-Pede


Die mittelalterliche Totenstadt Tsoj-Pede thront , auf einer kahlen Erhebung in Tschetschenien. Erhalten sind ein Wachturm, Mauer- und Gebäudereste sowie über 40 Grabstätten. Einer Theorie zufolge wurde die Nekropole zur Zeit einer schrecklichen Epidemie geschaffen: Es gab so viele Opfer, dass man sie nicht mehr beerdigen konnte, und wer bald sterben würde, begab sich zu diesem Friedhof, um hier auf den Tod zu warten. Historiker liefern jedoch eine prosaischere Erklärung und glauben, dass der Friedhof zum einem nahe gelegenen Dorf gehörte, das regelmäßig Streit mit seinen Nachbarn hatte. Heute gibt es in der Nekropole zwei heidnische Altarsäulen, Schutzsymbole und Kreuze, während auf dem Wachturm das Bild eines Menschen zu erkennen ist − vermutlich stellt es den Heiligen Georg dar. Ausländer benötigen für den Besuch der Totenstadt eine besondere Genehmigung des Föderalen Sicherheitsdienstes, da sich der Friedhof nahe an der Grenze zu Georgien befindet.

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Der Kältepol der Erde


Das jakutische Dorf Oimjakon im Fernen Osten Russlands und gilt neben Werchojansk als „der Kältepol aller bewohnten Gebiete der Erde“. Das klingt insbesondere für alle Extremtouristen verlockend. Im Januar beträgt die Durchschnittstemperatur -61°C und kann schon mal -68°C erreichen. Es ist der einzige Ort auf der Welt, an dem Menschen bei solch niedrigen Temperaturen leben und arbeiten. In Oimjakon siedeln rund 500 Menschen, sogar Väterchen Frost, wie der russische Weihnachtsmann heißt, ließ sich 2004 hier nieder. Beim alljährlichen Kältepol-Festival kann man ihn persönlich antreffen. Er kommt aus Lappland nach Oimjakon, um an Rentierrennen teilzunehmen und seine sportlichen Fähigkeiten beim Sprung über Schlitten und beim Unterwasserfischen unter Beweis zu stellen.

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Das Hausschuh-Denkmal


Viele Russen tragen daheim Hausschuhe − oder „Tapotschki“, wie sie auf Russisch heißen. Diesen Teil der Bekleidung würdigen die Einwohner von Tomsk, der westsibirischen Oblast-Metropole, die über 500.000 Einwohner zählt: Im Eingangsbereich des städtischen Krankenhauses steht ein Paar Hausschuhe aus Bronze auf einem Sockel mit der freundlichen Inschrift: „Fühlen Sie sich wie zu Hause“. Die bronzenen Schuhe sind 32 cm lang und können von jedermann anprobiert werden − auch von Besuchern, die auf besonders großem Fuß leben.

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Die Tunguska-Explosionsstätte


Diese Sehenswürdigkeit wird nicht nur von Wissenschaftlern gern besucht. Auch Fans von „Star Wars“ und übersinnlichen Abenteuern zeigen sich begeistert. 1908 schlug ein Meteorit in der russischen Taiga im heutigen Gebiet Krasnojarsk ein. Die Explosionskraft war vergleichbar mit der einer Wasserstoffbombe: Entwurzelte und geknickte Bäume wurden durch Wissenschaftler auf einer Fläche von über 2000 km² gefunden. Und der Knall mehrerer Explosionen war noch in einer Entfernung von 800 km zu hören. Wissenschaftler des Instituts für atmosphärische Physik der russischen Akademie für Naturwissenschaften und auch der NASA sind der Ansicht, dass der Meteorit aus Eis bestand und die Wassermoleküle und Mikroeispartikel silberne Wolken in der oberen Atmosphärenschicht bildeten. Wahrlich ein seltenes Phänomen, das am Tag nach dem Aufprall des Meteoriten auch wirklich vielerorts beobachtet wurde. Ufologen sind jedoch überzeugt, dass die Tunguska-Explosion kein Naturereignis war, sondern von einem Raumschiff stammt, das von einer anderen Zivilisation geschickt wurde. Esoteriker sind gar der Ansicht, dass ein Besuch der Explosionsstätte Menschen mit positiver Energie auflädt und Krankheiten heilt.

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Stalins Bunker



Erst seit kurzem weiß man von Stalins Geheimversteck in Samara an der Wolga. 50 Jahre lang wurde die Existenz dieses Bunkers geheim gehalten. Er liegt in 37 Metern Tiefe − das entspricht der Höhe eines zwölfstöckigen Gebäudes. Das Bauwerk ist sicherer als Hitlers Führerbunker in Berlin, der in nur 16 Metern Tiefe lag. Stalins Bunker wurde innerhalb kurzer Zeit errichtet - in lediglich neun Monaten. Er ist mit einem automatischen Luftaustauschsystem und einem Kraftwerk ausgestattet. Das unterirdische Gebäude verfügt über mehrere Stockwerke, die durch Aufzüge miteinander verbunden sind. Im Erdgeschoss gibt es einen Saal mit 115 Sitzplätzen und einen Aufenthaltsraum für Stalin, während sich die Räumlichkeiten für die Wachen, Lager- und Wartungsräume in den oberen Etagen befinden.

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Die Maske der Trauer



Die moderne Skulptur wurde 1996 auf einem Berghang in Magadan errichtet, der Hafenstadt am Ochotskischen Meer im Fernen Osten Russlands.Sie ist ein 15 m hohes Monument, das den Opfern der stalinschen Repressionen in der Sowjetunion gewidmet ist, die in den Gulag-Lagern an der Kolyma gefangen gehalten waren und Arbeitsdienst leisten mussten. Damit lockt die Stadt lockt Touristen, die ungewöhnliche Orte suchen − trotz des rauen Klimas und des Dauerfrosts. Der mittlere Teil des Monuments zeigt ein menschliches Gesicht mit Tränen, die aus dem linken Auge fließen, während das rechte Auge durch ein vergittertes Fenster blickt. Auf der rechten Seite befindet sich eine weinende Frau zu Füßen eines enthaupteten Mannes, der an einem Kreuz hängt.

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Permafrost-Museum



Die Region um Krasnojarsk kann mit dem weltweit einzigen Permafrost-Museum aufwarten. Es befindet sich auf dem Gelände eines wissenschaftlichen Labors, das die Auswirkungen von des Ewigen Frostes erforscht. Die Hauptattraktion sind die unterirdischen Gänge und Räume in 14 Metern Tiefe, wo die Temperaturen niemals über -5°C steigen. Die Wände der unterirdischen Gänge werden durch Eis und Naturalien geziert, wie einer vereisten Lärche, die 36.000 Jahre alt ist. In einem der Räume wartet eine Kapsel darauf, im Jahr 2045 geöffnet zu werden. Sie enthält Tageszeitungen, die im Jahre 1950 von Wissenschaftlern deponiert wurden.

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Mammut-Museum


Es ist nur nahe liegend, dass Jakutsk ein Mammut-Museum hat. Wurde doch 1799 in Jakutien das erste Mammutskelett der Welt entdeckt. Es wurde lange Zeit im Permafrostboden konserviert. Heutige Besucher können die unterirdischen Labore des Permafrost-Instituts besichtigen, in denen das Mammutskelett nach seinem Fund für lange Zeit in 12 Metern Tiefe aufbewahrt wurde. Das eigentliche Mammut-Museum wurde erst 1991 eröffnet. Obwohl es inzwischen mehrere Mammut-Museen gibt (u. a. in Siegsdorf im Chiemgau in Südostbayern), wartet Jakutsk mit Exponaten von Wollnashorn, Moschusochsen, Büffeln und Höhlenlöwen auf, die in der Vorzeit hier zu Hause waren.

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