Pfützen, Lehm und Schotter

Straßenbreit und "unglaublich tief" war dieser See über Kopfsteipflaster im Hintergrund. Foto: Privat

Straßenbreit und "unglaublich tief" war dieser See über Kopfsteipflaster im Hintergrund. Foto: Privat

Mit dunklen Wolken und mindestens Nieselregen fing der Dienstag an und für die heutige Reise wurde schon am Startort der volle Regenornat angelegt. Doch es kam ganz anders: Die Sonne schien, kaum dass die Tour nach Litauen am Morgen gestartet wurde. Sie schien den ganzen Tag und das war gut so. Denn es wurde der Tag der unglaublichen Straßen und im Regen wären diese Straßen kaum zu ertragen gewesen. Schon bei Sonnenschein waren sie eine Herausforderung. Offroad mit der Dragstar! Liebe R 1200 GS-Fahrer, lasst Euch sagen – auch die XVS 650 von Yamaha bewältigt Schlammlöcher, glitschigen Lehm und Schotter.

Eigentlich sollte heute die Kurische Nehrung im Mittelpunkt stehen. Stand sie auch lange Zeit, die rund 90 Kilometer lange Strecke zwischen Ostsee und Kurischem Haff ist jedem Motorradfahrer ein Mal im Leben zu wünschen. Die Straße ist gut und windet sich wunderschön von Russland nach Litauen, der Grenzübertritt war nicht der Rede wert.

Doch der Tag der unglaublichen Straßen fing schon früher an. Noch auf russischer Seite bei einer entspannten Tour entlang der Ostseeküste rund um Kaliningrad tauchten plötzlich völlig zerfahrene Kopfsteinpflasterstraßen auf. Höhepunkt war ein straßenbreiter See, der durchfahren werden musste, ohne den Untergrund zu kennen. Müssen dabei die Füße auf den Boden, können sie schnell im knöcheltiefen Wasser verschwinden. Mussten sie aber nicht…

Auf litauischer Seite war ein Nationalpark etwa 40 Kilometer nordöstlich von Klaipeda das heutige Reiseziel. Nur hatte niemand angekündigt, dass Verbindungstraßen zwischen Dörfern in Litauen breite Lehm- oder Schotterpisten sind. Oder der Nationalpark ist vergrößert worden, ohne dass das angekündigt war. Jedenfalls war es eine Herausforderung, die Dragstar auf teils nassem Lehm zu bewegen und auf der Schotterpisten möglichst Reifen schonende Fahrspuren zu finden.

Nach dem Lehm kam die Reifen gefährdender Schotter - auch nicht viel besser. Foto: Privat


Letztlich kostete dieser Ausflug viel zusätzliche Fahrzeit und in der Zielregion schlug außerdem die Hotelsuche fehl. Also wurde am frühen Abend der Küstenort Palanga angesteuert – so etwas wie das Heringsdorf von Litauen. Ein Hotel war schnell gefunden, es kostet 35 Euro inklusive Frühstück und perfektem Motorradparkplatz. Und bis zum Ende der 360 Kilometer-Tour schien die Sonne…

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