Flugzeugabsturz bei Jaroslawl

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Ein Flugzeug mit der russischen Hockey-Mannschaft Lokomotiv an Bord ist am Mittwochnachmittag kurz nach dem Start vom Flughafen Tunoschna im Gebiet Jaroslawl (280 Kilometer nordöstlich von Moskau) abgestürzt.

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Bei dem Flugzeugabsturz am Mittwoch bei Jaroslawl sind nach Angaben des Zivilschutzes 43 Menschen ums Leben gekommen.

Laut der Zivilschutzbehörde ist die Jak-42 mit der Jaroslawler Eishockey-Mannschaft an Bord gegen 16:00 Uhr Moskauer Zeit aus geringer Höhe etwa zwei Kilometer vom Flughafen entfernt abgestürzt und hat Feuer gefangen. Ein Rumpfteil sei in den Wolga-Fluss gefallen. An Bord befanden sich 37 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder.

Mögliche Absturzursachen

Die Jaroslawler Hockey-Mannschaft war unterwegs nach Minsk zum Auftakt der Kontinentalen Hockey-Meisterschaft. Laut Zivilschutz sei die Jak-42 aus geringer Höhe in einem Kilometer Entfernung vom Flughafen in den Wolga-Fluss abgestürzt. Das Flugzeug konnte nicht eine sichere Höhe beim Start erreichen und kollidierte mit einer Antenne.

„Als prioritär gelten momentan Versionen, die mit einem technischen Versagen oder einem Fehler des Piloten verbunden sind“, teilte Wladimir Markin, der offizielle Sprecher des Ermittlungskomitees Russlands, am Donnerstag mit. Ein Flugschreiber ist bereits von Tauchern geborgen worden. Am Unglücksort sind über 50 Ermittlungsbeamte im Einsatz.

Unter den Toten auch ein Deutscher

Inzwischen sind alle 43 Toten geborgen worden. Zwei Insassen, ein Pilot und ein Spieler der Eishockey-Mannschaft wurden mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. 



Unter den Toten ist auch ein Deutscher: Der 25-jährige Robert Dietrich, Verteidiger der deutschen Eishockeymannschaft, wurde in Kasachstan geboren. “Russland  ist für mich eine ganz neue Erfahrung ist, hier spiele ich gerne”, - sagte er im August. «Russich kann ich leider nicht so gut, aber ich werde mein Bestes tun, mich an die Sprache zu erinnern und sie weiter zu erlernen».

Probleme der Flugsicherheit

Am Donnerstag Morgen suchte auch Präsident Dmitri Medwedew die Absturzstelle auf, wo er einen Trauerkranz niederlegte.
 Die Regierung Russlands wird laut Medwedjew eine Entscheidung zur Modernisierung des Flugzeugbestands treffen. Die zivile Luftfahrt in Russland sei sehr risikobelastet: Zwar seien für die Erneuerung bereits zahlreiche Beschlüsse gefällt und beträchtliche Mittel bereitgestellt worden. „Dennoch bleibt die Situation nicht zufriedenstellend, wovon eine Serie von Vorfällen zeugt, die sich in diesem Jahr ereignet haben“, sagte Medwedjew.


Zuletzt aktualisiert am 8. September um 16.02 Uhr.


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