Regenfahrt nach Lettland

Nass, nass, nass - kurz vor dem Ende der Regenfahrt nacht Ventspils. Foto: Privat

Nass, nass, nass - kurz vor dem Ende der Regenfahrt nacht Ventspils. Foto: Privat

Endlich wieder trocken. Motorradfahrer, die behaupten, einen ganzen Tag auch mal im Regen fahren zu können weil ihre Kombi oder die Regensachen so gut dicht halten, sind entweder noch nie einen ganzen Tag mit dem Motorrad im Regen gefahren oder sie waren mit dem Auto unterwegs. Es hat nun doch geregnet, endlos, ein Landregen. Es fing ganz langsam an mit ein paar Nieseltropfen auf dem Weg von Palanga zur Grenze zwischen Litauen und Lettland. Die ist kaum noch zu finden, man kann wie bei jeder EU-Binnengrenze einfach durchfahren. Und sie kam schneller, als gedacht – das Tankgeld blieb ungenutzt, die nun gültige Währung sind nicht mehr LIt, sondern Lat. Das soll sich mal einer merken…

Das Wetter wurde nicht besser und die Gegend öder. Lettland ist – zumindest an der Ostseeküste – noch dünner besiedelt, als Litauen. Zig Kilometer kann man fahren, ohne nur ein Haus zu sehen oder ein anderes Fahrzeug. Im stärker werdenden Regen, der schließlich zu einem ausgewachsenen Landregen wurde, fiel es zunehmend schwer, die Tour zu genießen. Sie wurde anstrengend, lang und nass. Knapp 100 sehr nasse Kilometer waren es bis zum Tagesziel Ventspils. Die Nässe kroch mittlerweile durch jede Naht der Regensachen, die Schuhe waren nass, zu allem Überfluss riss auch noch einer der Schuh-Regenüberzieher. Wie schon vor Jahren in Italien der linke Überzieher – er blieb an der Fußraste hängen…

Nicht eben stimmungsaufhellend wirken im Regen diese unfertigen Plattenbauten, die offenbar aus Sowjetzeiten stammen. Foto: Privat

Das Ergebnis: Schon am Nachmittag endete die Tour nach nur etwa 220 Kilometern. Ein kleines mittelmäßiges Hotel für 25 Lat für Übernachtung und Frühstück (das entspricht knapp 30 Euro) dient als Trockenstation, während das Motorrad (leider) im Regen stehen muss.

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