Eingetroffen an der Newa

Die Dragstar ist dreckig und steht direkt an der Treppe in die evangelische Kirche. Foto: Privat

Die Dragstar ist dreckig und steht direkt an der Treppe in die evangelische Kirche. Foto: Privat

Nach einer sehr nassen und schmutzigen Tour von Narva nach Nordosten darf das Motorrad nun pausieren. Rund 200 Kilometer im Regen und der Gischt russischer Laster oder auch dem Regenwasser, das in großen Schlaglöchern und ewig langen Spurrillen Seen gebildet hat, mussten heute gefahren werden.

Der Tag fing schon gruselig an mit einer halben Stunde Wartezeit auf dem zentralen Zollhof von Narva. In dieser Zeit wechselte die Farbe des Himmels von blau zu schwarz – den Mann im Kabuff, der im Einfingersuchsystem Daten aus Pässen in seinen Computer drückte, interessierte das nicht…

Beim eigentlichen Grenzübertritt über die Stadtgrenze ähnlich der in Görlitz fing es zu regnen an. Ohne den freundlichen Russen im Auto hinter der Dragstar wäre das schief gegangen, denn es gab weit und breit keinen trockenen Ort, um die Dokumente auszufüllen, die an der russischen Grenze ausgegeben werden – zwei Personalbescheinigungen und eine zweiseitige Zollerklärung. Der freundliche Hintermann bot dafür einen Platz in seinem Auto an.

Die Fahrt war nass, aber das steht schon weiter oben. Links und rechts gab es nicht viel zusehen – außer Regen. St. Petersburg empfing dann mit einigermaßen trockenem Wetter. Und mit Verkehrschaos. Dank dem Navigationsgerät, das wieder einmal perfekt funktioniert hat, wurde das Ziel inmitten der Stadt problemlos gefunden. Es ist – das kann man ohne Übertreibung sagen – ein Übernachtungsort, der kaum zentraler gelegen sein könnte. Dank der evangelischen Kirche, insbesondere der Hamburger Diakonie steht das Motorrad jetzt zwischen der größten evangelischen Kirche der Newastadt und dem fast fertig sanierten Diakoniezentrum. Auch das ist eine Geschichte wert, vielleicht morgen.