Im Lichtkreis

"Lichtkreis" in Moskau. Foto: TAR-TASS / Stanislav Krasilnikov

"Lichtkreis" in Moskau. Foto: TAR-TASS / Stanislav Krasilnikov

Auf dem Roten Platz gab Bürgermeister Sergej Sobjanin den Startschuss für das erste Internationale Festival "Lichtkreis" in Moskau. Vor dem symbolischen Knopfdruck erklärte er, die Stadt Moskau und ihre Bürger seien nur schwer durch etwas zu beeindrucken, doch das Lichtfest solle zu einem leuchtenden Ereignis werden – im wahrsten Sinne des Wortes.

"Künstler aus der ganzen Welt bereiteten die besten Programme vor, um zu demonstrieren, wie schön und zeitgemäß unsere Stadt geschmückt sein kann", erklärte der Bürgermeister. "Das ist wichtig für uns, da in der Stadt gerade ein umfangreiches Programm zur Verbesserung der Beleuchtung von Moskauer Straßen gestartet wurde. Und wenn das Festival den Bürgern gefällt, kann es zu einem regelmäßig wiederkehrenden Ereignis und mit der Zeit zu einer Visitenkarte der Stadt werden."

Die Worte des Stadtchefs wurden mit Applaus und "Hurra"-Rufen aufgenommen, auch wenn sie zunächst fast durch das Glockenspiel vom Spasskij-Turm untergingen. Und dann erklangen die ersten Akkorde auf einem Flügel. Der mittlerweile dunkle Abendhimmel wurde durch sich kreuzende Lichtstrahlen erhellt und erinnerte immer mehr an Fotografien von den Siegesfeierlichkeiten im Jahre 1945 - das einsetzende Feuerwerk sowie die Salutschüsse verstärkten diesen Eindruck noch. Die Zinnen und Türme vom Moskauer Kreml waren feuerrot erleuchtet, Suchscheinwerfer tasteten die Kuppeln der Basilius-Kathedrale ab. Dazu ertönte Musik des Komponisten Dmitrij Malikow.

"Nachdem man mich eingeladen hatte, an dem Festival teilzunehmen, arbeitete ich den ganzen Sommer über an der Musik", berichtete Dmitrij Malikow einem Korrespondenten der "RG" und führte weiter aus: "Dabei ist eine Suite herausgekommen. Das ist, wenn Sie so wollen, meine Vorstellung davon, welche Musik auf dem Roten Platz ertönen sollte. Nachdem die Musik feststand, schufen die Lichtkünstler dann ihre Lichtshow - basierend auf meiner Musik. Das Schwierigste dabei war, einzelne selbstständige Stücke für die kurzen Videokunstprojekte des Festivals "herauszuschneiden". Denn auf allen Plätzen ertönte ausschließlich meine Musik - vom Rap bis hin zu Glockenläuten, Jazzimprovisationen und klassischen Klavierstücken."

Einer der Organisatoren des Festivals war Jerry Appelt, eine Koryphäe in Multimedia-Inszenierungen. Er war schon verantwortlich für die Eröffnungsfeierlichkeiten der Olympischen Spiele in Sydney, den Eurovision Song Contest 2011 in Deutschland und andere wichtige Ereignisse.  

Festival of Lights in Berlin. Foto: lightfest.ru

Innerhalb von drei Tagen wurden über 360 Multimedia- und Lichtinstallationen durchgeführt. Dem Hotel "Moskwa" gelang es beispielsweise, sich in farbige Girlanden einzuhüllen oder sich in einen davonfliegenden Vogelschwarm zu verwandeln, für einen Augenblick wurde es zu einem Planeten einer unbekannten Galaxie, zu einem Schachbrett oder einem Regenbogen.

Das Lichtfest

Das erste Lichtfest fand vor 118 Jahren in der französischen Stadt Lyon statt. Damals stellten die Bürger der Stadt Kerzen in ihren Fenstern auf, und überall erhellten unzählige Laternen und Öllampen die Stadt. Das Fest war der Jungfrau Maria gewidmet, die die Stadt vor der Pest gerettet hatte. In unserer heutigen Zeit ist das Lichtfest in Lyon zu einem echten touristischen Event geworden, zu dem bis zu drei Millionen Touristen anreisen, um die besondere Atmosphäre in der Stadt zu genießen.

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