Einbußen für „Einiges Russland“

Wladimir Putin beim Parteitag von „Einiges Russland“.  Foto: Kremlin.ru

Wladimir Putin beim Parteitag von „Einiges Russland“. Foto: Kremlin.ru

Aktuelle Umfragen zeigen deutlich, dass „Einiges Russland“ kurz vor den anstehenden Parlamentswahlen an Stimmen eingebüßt hat. Laut Lewada-Zentrum rutschen die Zahlen der Befürworter von Einiges Russland auf den Tiefstand des vergangenen Jahres.

Nur noch 51% der Wahlberechtigten wollen bei den Parlamentswahlen für die Partei „Einiges Russland“ stimmen. Anfang des Jahres lag der Wert noch bei 60%. Dies offenbart eine aktuelle Umfrage, die jüngst vom Lewada-Zentrum durchgeführt wurde. Demnach haben die Parteien KPRF und LDPR dagegen an Stimmen hinzugewonnen. Während zu Jahresbeginn 16% der Befragten ihre Stimme den Kommunisten gegeben hätten, wollen das jetzt sogar 20% tun. Bei der national-populistischen Partei LDPR stiegen die Werte von 11% auf 14%. Der Einzug von Gerechtes Russland in die Duma ist hingegen ungewiss. Die nicht im Parlament vertretenen Parteien werden wahrscheinlich erneut an der 7%-Hürde scheitern.

Insgesamt hat die Regierung laut der Umfrage an Ansehen verloren. Lediglich 41% der Befragten waren jetzt der Meinung, dass Russland sich auf einem richtigen Kurs befinde, wobei im Januar dieses Jahres noch 46% daran glaubten. Die deutlichsten Einbußen während der vergangenen zwei Jahre muss Russlands Präsident Dmitri Medwedew wegstecken. Mit seiner Politik sind nur noch 57% der Russen zufrieden, während das zu Jahresbeginn noch 69% der Bevölkerung behauptete. Aber auch die Popularität von Wladimir Putin hat abgenommen: Heute unterstützen ihn lediglich noch 61%, während im Januar 72% erklärten, mit dem Premier zufrieden zu sein.

Die zunehmende Unzufriedenheit der Bevölkerung mit den russischen Machthabern hängt stark mit der ökonomischen Situation in Russland zusammen. „Der Lebensstandard ist allgemein niedrig, die Einkommen wachsen nicht“, kommentierte der Politologe Michail Tulski die Erhebungen der Stiftung öffentliche Meinung (FOM) und des Allrussischen Zentrums für Meinungsforschung (WZIOM), die ähnliche Tendenzen offenbarten.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Wedomosti.ru