Feierliches Geschenk für GAS

Dmitri Medwedjew und Wladimir Putin besuchen das Gorkier Automobilwerk. Foto: premier.gov.ru

Dmitri Medwedjew und Wladimir Putin besuchen das Gorkier Automobilwerk. Foto: premier.gov.ru

Dmitri Medwedjew und Wladimir Putin machten dem russischen Automobilkonzern GAS am 4. November, dem Tag der Volkseinheit, ein fürstliches Geschenk. Bei einem Treffen mit Mitarbeitern des Gorkier Automobilwerks gaben sie bekannt, dass das größte russische Kreditinstitut WTB einen Kredit in Höhe von 38 Mrd. Rubel erteilen wird.

„Zu einem Feiertag bringt man für gewöhnlich Geschenke mit“, so Wladimir Putin, „deshalb kommen auch Dmitri Medwedjew und ich nicht mit leeren Händen. Heute wird die Vereinbarung über die Gewährung eines Kredits im Umfang von 38 Mrd. Rubel an GAS unterzeichnet werden“.

Hauptaktionär von GAS ist die Holding „Russische Maschinen“ der Unternehmensgruppe „Basowy Element“, dessen Eigentümer der Oligarch und Putin-Befürworter Oleg Deripaska ist. Die Einzelheiten des Kredits gibt die GAS-Gruppe allerdings nicht preis. Die WTB lässt immerhin verlauten, der Kredit laufe über einen Zeitraum von sieben Jahren und werde für die Neufinanzierung eines früheren Konsortialkredits an die GAS-Gruppe verwendet. „Angesichts des Einbruchs, den der Automobilmarkt während der Krise erlitt, verhalten sich die Banken jetzt sehr vorsichtig bei der Kreditvergabe an die Fahrzeugbranche. Deshalb ist der Einsatz der Staatsbank und speziell der WTB nicht verwunderlich. Dieser Kredit kann als Teil des Hilfsprogramms für die inländische Automobilbranche angesehen werden“, meint Bogdan Sykow, Analyst der Finanzgruppe BKS.

Gegenwärtig plant die Gruppe, die gesamte von ihr produzierte Modellreihe radikal zu ändern. Nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden Siegfried Wolf werden schon im nächsten Jahr neue Autobus-Serien für den städtischen Verkehr erscheinen. Daneben wird man mit der Herstellung einer neuen Modellfamilie von Kleintransportern beginnen.

Besonderes Augenmerk legt GAS dabei auf die Produktion leichter Nutzfahrzeuge wie den auf russischem Markt konkurrenzloser Gazelle. Unter ausländischen Automobilen seien die engsten Rivalen des Gazelle der Fiat Ducato und der Ford Transit, die zwar teurer ausfielen, aber dafür eine höhere Qualität und mehr Komfort zu bieten hätten, erklärt Oleg Dazkiw, Generaldirektor von awtolider.ru. Andererseits, so der Experte, könne die GAS-Gruppe durch ihre rasche Produktionsentwicklung letztlich erfolgreich sein, solange der Markt günstig sei. Denn die Tendenz, die Montage ausländischer Marken lokal vornehmen zu lassen, werde sich fortsetzen. So bagann die GAS-Gruppe in der vergangenen Woche mit der umfassenden Montage des Geländewagens Skoda Yeti - für Volkswagen.

Gazelle-Linie von GAS

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Moskowskije Nowosti.

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