Russen düpieren europäische Top Clubs

ZSKA besiegte Inter mit 2 zu 1.Foto: Imago/Legion Media

ZSKA besiegte Inter mit 2 zu 1.Foto: Imago/Legion Media

Zum ersten Mal in der Geschichte der Champions-League im Fußball haben es gleich zwei russische Mannschaften in den Kreis der 16 Finalisten geschafft. Zenit St. Petersburg und ZSKA Moskau könnten nun die nächsten Gegner des FC Bayern werden. Am 16. Dezember findet in der Schweiz die Auslosung für das Achtelfinale statt. Während Russland mit sogar zwei Clubs in der Königsklasse vertreten ist, sind Traditionsvereine wie Manchester United und Manchester City bereits ausgeschieden. Die Holländer sind gar nicht mehr dabei.

Was Anfang der Woche noch als Traum galt, ist Wirklichkeit geworden. Die beiden russischen Vereine Zenit St. Petersburg und ZSKA Moskau haben das Achtelfinale der Champions-League erreicht. Während Zenit St. Petersburg den noch fehlenden Punkt am 6. Dezember beim FC Porto holte, machte die Elf von ZSKA Moskau mit einem 2:1 Sieg bei Inter Mailand einen Tag später den Einzug in die Finalrunde der Königsklasse perfekt. Nun fiebert man in beiden Städten der Auslosung der nächsten Runde entgegen. Der FC Bayern könnte als Gruppensieger einer der möglichen Gegner sein. Aber auch Real Madrid, der FC Chelsea oder der FC Barcelona kommen unter anderem in Frage.

Das Spiel von Zenit im Estádio do Dragão im portugiesischen Porto geht sicher nicht als eines der sehenswertesten in die Geschichte ein, doch den Fans der St. Petersburger wird es wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Denn das 0:0 Unentschieden gestattet es dem Club, zum ersten Mal in seiner Geschichte im Achtelfinale der Champions-League zu spielen.

Für den FC Porto hingegen war das Ergebnis eine herbe Enttäuschung. Die Mannschaft wird nächstes Frühjahr in der Europa League spielen, die sie 2011 gewonnen hatte. Dabei hatten die Portugiesen zweifellos die höheren Spielanteile. Während Porto 18 Schüsse aufs Tor abgab, konnte Zenit dagegen nur einen verbuchen. Den größten Anteil am torlosen 0:0 hatte ohne Zweifel der Torwart von Zenit Wjatscheslaw Malafejew.

„Als Erster der russischen Liga in die Winterpause zu gehen und es in die Endrunde der Champions-League geschafft zu haben, war das Maximum dessen, was wir erreichen konnten. Die Spieler haben das absolut verdient, da sie das ganze Jahr über an ihrer Leistungsgrenze gespielt haben“, erklärte der italienische Zenit-Trainer Luciano Spalletti auf der anschließenden Pressekonferenz zufrieden.

„Wir wussten, dass Porto mit seiner A-Elf antreten würde und es war klar, dass die Mannschaft offensiv spielen würde, da sie gewinnen musste. Auch wir hatten unbestritten unsere Chancen, haben allerdings in der Endphase des Spiels bei mehreren Kontern schlecht ausgesehen. Das zeigt uns, dass noch ein hartes Stück Arbeit vor uns liegt“, so Spalletti weiter.

Für den Moskauer ZSKA stand der letzte Spieltag in der Gruppenphase der Champions-League unter anderen Vorzeichen. Gegner Inter Mailand  hatte den Gruppensieg bereits in der Tasche. Und so kamen auch nur etwas mehr als zwanzigtausend Zuschauer ins Stadion, was im gigantischen San Siro wie ein Tropfen auf dem heißen Stein wirkte.

Diejenigen jedoch, die das Spiel hautnah sahen, erlebten eine relativ ausgeglichene erste Halbzeit. Nach der Pause konnten die Fußballliebhaber zunächst das Tor des Afrikaners Doumbia für ZSKA und danach den unmittelbar darauf folgenden Gegentreffer von Cambiasso für Inter mitverfolgen. Das Unentschieden hielt bis zur 86. Minute an, als Wassilij Beresuzki, dessen Eigentor ZSKA im vorangegangenen Match gegen Lille fast schon das Genick gebrochen hätte, diesmal das Tor des Gegners traf. Schließlich siegten die Moskauer gegen Inter, das sich nicht sonderlich zur Wehr gesetzt hatte, mit 2:1.

Nach dem Erfolg hielten sich die Moskauer „Rot-blauen“ zunächst noch mit ihrer Begeisterung zurück. Als dann aberauf der Anzeigetafel das Endergebnisdes anderen Spiels der Gruppe B, Lille gegen Trabzonspor 0:0, eingeblendet wurde, rannte die Mannschaft begeistert aufs Spielfeld. Das Unentschieden der Franzosen und der Türken bedeutete deren beider „Aus“ und gleichzeitig das Weiterkommen von ZSKA.  

„Sowohl in der ersten, als auch in der zweiten Halbzeit waren wir leicht im Vorteil und arbeiteten einige gute Chancen heraus. Doch fairer Weise sei gesagt, dass auch Inter ein paar gute Möglichkeiten hatte“, kommentierte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel ZSKAs Cheftrainer Leonid Sluzkij. „Ich freue mich riesig darüber, dass wir gewonnen haben und die anderen Gruppenspiele mit einem für uns optimalen Ergebnis ausgegangen sind. Ich habe zwar daran geglaubt, dass wir Inter besiegen können, hatte aber gleichzeitig erwartet, dass Lille Trabzonspor besiegen würde“, analysierte der Coach.

Neben Zenit und ZSKA haben es auch Bayern München, Inter Mailand, Benfica Lissabon,Real Madrid, der FC Chelsea, Arsenal London, APOEL Nikosia und der FC Barcelona, die als jeweils Erste aus ihren Gruppen hervorgegangen sind, sowie der SSC Neapel, der FC Basel, Olympique Lyon, Bayer Leverkusen, Olympique Marseille und der AC Mailand ins Achtelfinale geschafft.

Eine Sensation ist, dass sich Manchester United, das auswärts gegen Basel verloren hat, diesmal mit der Europa League begnügen muss. Auch Manchester City, einer der reichsten Clubs der Welt, dessen Weg in die Finalrunde der Champions-League durch  den Sieg Neapels über die Spanier von Villarreal verbaut wurde, wird diesmal nur in der Europa-League seine Chance suchen müssen.