Opposition ohne einflussreichen Kandidaten

Foto: ITAR-TASS

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Die russische „Systemopposition“ hat nach Schätzung der Agentur für politische und ökonomische Kommunikation keinen ernstzunehmenden Gegenkandidaten für die Präsidentenwahl am 4. März und ist bereit, einen Sieg Wladimir Putins anzuerkennen.

In einem Bericht bescheinigt der Direktor der Agentur, Dmitri Orlow, Putin politische Dominanz und gute Chancen, die Wahl schon in der ersten Runde zu gewinnen.


Laut Studien der Meinungsforschungsinstitute WZIOM und FOM würde rund die Hälfte der Wahlberechtigten im ersten Wahlgang ihre Stimme für Putin abgeben. Die Beliebtheitswerte der populärsten Oppositionspolitiker Gennadi Sjuganow, Wladimir Schirinowski und Sergej Mironow sind deutlich niedriger.


Darüber hinaus habe die Opposition, so Orlow weiter, nicht genug Zeit, um die Proteststimmungen, die nach der Parlamentswahl vom Dezember entstanden sind, in einen Wahlsieg oder in einen einflussreichen Kandidaten zu „konvertieren“. Selbst wenn es zu einer Stichwahl käme und die Oppositionsparteien die Notwendigkeit eingestehen würden, einen gemeinsamen Gegenkandidaten zu Putin zu unterstützen, würde es ihnen sehr wahrscheinlich nicht gelingen, eine Einigung zu erzielen, so der Experte.


„Weder Sjuganow noch Schirinowski noch Mironow noch Prochorow noch Jawlinski (…) sind für alle oder für die meisten Oppositionsparteien akzeptabel. Schon allein der Umstand, dass Kandidaten aus der ‚systemischen Opposition‘ zur Wahl antreten, ist ein kräftiger legitimierender Faktor für die zu erwartende Wahl Wladimir Putins zum Präsidenten“, so Orlow in dem Bericht. 


Der Experte verweist darauf, dass Putin „klar und deutlich“ erklärt habe, er wolle nur in einer fairen Wahl siegen. Hierfür habe der Regierungschef die Einrichtung von Webkameras in Wahllokalen
und von durchsichtigen Urnen angeregt. Wenn die Wahl fair sein werde, würde auch das Gros der „nichtsystemischen“ Opposition Putins Sieg anerkennen müssen.


Trotz der guten Startbedingungen sei Putins Sieg im ersten Wahlgang jedoch alles andere als garantiert, so Orlow.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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