Russland sagt "njet" zu Manipulationen im Fußball

Vitalij Mutko ist russischer Minister für Sport, Tourismus und Jugendpolitik und seit 2009 Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees. Foto: Andrei Fedorov/Itar-Tass

Vitalij Mutko ist russischer Minister für Sport, Tourismus und Jugendpolitik und seit 2009 Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees. Foto: Andrei Fedorov/Itar-Tass

Russland versucht sich gegen das Virus zu schützen, das mit Wetten und Ergebnis-Absprachen internationale Wettkämpfe infiziert hat.

Ein neues Antikorruptionsgesetz wird 2012 in Kraft treten, um diejenigen strafrechtlich verfolgen zu können, die Fußballspiele in Russland manipulieren. Der Fußballverband übernimmt internationale Regelungen zu Wetten im Fußball, die in den vergangenen Monaten mehrere europäische und internationale Ligen in die Knie gezwungen haben - so auch die italienische Liga. Beim russischen Fußball sollen Verdächtigungen aus der Welt geschaffen und ein transparentes Image für die Weltmeisterschaft 2018 geschaffen werden.

Italien, Griechenland, die Türkei, Südkorea, China, Finnland, Schweden und vor kurzem auch Kroatien: Fußballwetten sind ein Virus, das den europäischen und internationalen Fußball infiziert hat. Aus diesem Grund hat sich Russland dieses Themas angenommen, obwohl es in der russischen Premier Liga und in den untergeordneten Ligen bislang keine Fälle von manipulierten Spielen gab.

Sergej Stepaschin, Mitglied des Exekutivkomitees der Fußballassoziation und Präsident des Aufsichtsrats von Dynamo Moskau, hatte vorgeschlagen, das staatliche Gesetz zur Körperkultur durch ein neues Gesetz über die strafrechtliche Verfolgung von Personen, die an Absprachen über Ergebnisse von Spielen beteiligt sind, zu ersetzen.

Das Immunsystem der Fußball-Föderation wird gestärkt und bis Ende 2012, wenn es offiziell eingeführt werden soll, an die internationalen Gesetze angepasst - ein Vorgang, der in der russischen Regierung klare Unterstützung findet. Das Ziel besteht darin, in den kommenden Jahren auch nur den leisesten Verdacht auf Manipulationen aus der Welt zu schaffen und auf diese Weise die Nachricht zu verbreiten, dass Russland sich auf seine Gastgeberrolle bei der Fußballweltmeisterschaft 2018 vorbereitet.

Der Minister für Sport Vitalij Mutko berichtete, dass die Duma, das Unterhaus des russischen Parlaments, bereits eine Arbeitsgruppe einberufen hat, welche die neuen Gesetzesänderungen formulieren soll. "Ich hoffe, dass die Änderungen der Staatsduma in der ersten Jahreshälfte 2012 vorgelegt werden können", teilte der Minister mit. "Im nächsten Schritt sollen neue Regelungen für den Fußball geschaffen werden, die vorrangig die strafrechtliche Verantwortlichkeit für manipulierte Spiele klären sollen. Wir werden auf jeden Fall die auf diesem Gebiet übliche internationale Praxis berücksichtigen."

Das gegen Manipulationen im Fußball gerichtete Gesetz wird sogar von der Russischen Fußballunion (RFU) begrüßt; eine Expertenkommission zum Kampf gegen Korruption im russischen Fußball wurde bereits eingerichtet. "Es handelt sich um eine Initiative von großer Relevanz", erläuterte der Vorsitzende des Komitees Anton Kawasaschwili. "Das neue Gesetz wird ein entschiedenes Vorgehen gegen manipulierte Spiele ermöglichen. Die momentane Gesetzgebung liefert uns nur wenige Mittel für rechtliche Schritte gegen Manipulationen im Fußball."

Das gegen Korruption im Fußball gerichtete Gesetzesprojekt ist Teil eines Paketes, das von der Regierung Medwedjew gegen Korruption in allen Bereichen des Landes initiiert wurde. Im Zusammenschluss mit der russischen Fußball-Föderation hat die FIFA eine Projektgruppe einberufen, die den schmutzigen Geschäften im Fußball ein Ende bereiten soll. Zu deren Instrumenten zählen unter anderem eine Telefon-Hotline in 180 Sprachen, über die Spieler verdächtige Aktivitäten anzeigen können, ein Zeugenschutzprogramm, geringere Strafen für reuige Delinquenten und die Nutzung der Systeme von Interpol sowie von Techniken, die bei der Terrorismusbekämpfung eingesetzt werden.