Kältewelle: Das russische Dutzend hilft!

In Deutschland ist es bitterkalt. Russland HEUTE stellt Ihnen daher „das russische Dutzend“ vor – 12 Arten, den Winter zu überstehen.

Die weibliche Art


Pelzmantel sind ein Muss in Russland. Foto: North Charleston

Jede russische Frau wird die gleiche Antwort geben auf die Frage, was sie für eine komfortable Überwinterung benötigt: einen Pelzmantel! Und mit gesenktem Haupt fügt sie bescheiden hinzu: Wenn möglich aus Nerz. Nichtrussen sollten beachten, dass für Russen Pelzwaren weniger als Luxusgüter, sondern vielmehr als lebensnotwendige Gegenstände gelten, denn nur sie bieten im Winter die nötige Wärme und Gemütlichkeit. Als Pelzhauptstadt Russlands gilt Pjatigorsk - dort ist die Dichte an Herstellern am höchsten. Mäntel und Jacken aus verschiedenen Pelzarten wie Nerz, Zobel, Chinchilla, Fuchs, Polarfuchs, Otter, Lamm, Karakulschaf und anderen werden hier hergestellt. Wer besonders chic sein will, wählt Modelle, die in Italien, Griechenland oder der Türkei genähte wurden.

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Wodka macht nicht warm. Foto: RogueSun Media

Wodka: im Winter besonders gefährlich!

Zu den bekanntesten Russland-Klischees gehören die Trinkgewohnheiten der Russen. Doch russische Männer wissen genau: Der Wodka kann in der kalten Jahreszeit besondere Gefahren bergen. Außer an den Feiertagen, von denen es im Winter in Russland eine ganze Menge gibt, halten sich deshalb viele mit dem Alkoholgenuss zurück. Eine kleine Dosis schafft dem frierenden Körper schnell Abhilfe, weitet die Blutgefäße aus und hilft, sich physisch und psychisch zu entspannen. Doch Vorsicht! Der Alkohol bewirkt eine Illusion von Wärme, so dass der im Zustand der Trunkenheit getäuschte Organismus unbemerkt erfrieren kann.

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Russland ist kein Land für Elektroautos


Sogar das Batmobil konnte den Motor nicht starten. Foto: JD Hancock

Falls Sie vorhaben, in Russland ein Auto zu mieten, achten Sie darauf, dass Sitz- und Scheibenwaschdüsenheizung zur Ausstattung gehören. Erstere schont Ihre Gesundheit, letztere Ihre Nerven. Und denken Sie daran – egal wie aktiv Sie für den Umweltschutz eintreten, Elektroautos sollten Sie im winterlichen Russland lieber vergessen. Das Problem liegt weniger darin, dass es in Russland kein entwickeltes Netz an Elektrotankstellen gibt. Vielmehr ist auch mit den modernsten Technologien keine vernünftige Reichweite möglich, denn die Leistung von Batterien sinkt mit der Kälte beachtlich.

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Mit Schneebällen gegen die Depression


Schneeball, manchmal auch groß. Foto: kamshots

Die Russen wissen gut, dass Aktivitäten an der frischen Luft das beste Mittel gegen Winterdepressionen sind. Skis, Schlittschuhe und Hockeyschläger sind bei weitem nicht das einzige Winterinventar, auf das man in russischen Familien trifft. Sogar ein einfacher Spaziergang während der Mittagspause kann die winterliche Trübsal für eine Weile vertreiben.

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Schuhe aus Naturmaterialien


Walenki sind im diesem Jahr der Trend schlechthin. Foto: akk_rus

Das wärmste Schuhwerk für den russischen Winter sind die Walenki, dicke Filzstiefel aus Schafswolle. Falls sie einen Ausflug aufs Land mit längeren Aufenthalten an der frischen Luft planen, sind ein Paar Walenki ein lohnende Investition, zumal diese relativ günstig zu haben sind. Für einen Business-Trip ist deren Optik jedoch weniger geeignet. Hier sollten Sie auf Lederschuhe ausweichen, wobei Sie auf eine Innenisolation aus natürlichem Pelz achten sollten. Dadurch bleiben die Füsse nicht nur wärmer, sie schwitzen auch weniger. Wildlederschuhe vertragen die Chemikalien, mit denen im Winter die Moskauer Straßen behandelt werden, besonders schlecht. Die Struktur des Wildleders wird allein schon vom vielen Wasser schnell unschön.

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Russische Banja – eine verjüngende Schocktherapie


Frische Luft und Banja gehören zusammen. Foto: timo_w2s

Nichts nimmt Ihnen den Schrecken vor dem russischen Winter so gut, wie eine echte russische Banja. Doch auch finnische Sauna oder ein Hammam tun es. Nur eine echte Schwitzkur kann einem im Winter die volle Energie zurückbringen, dazu trägt auch das gesellige Zusammensein in der Banja bei. Das Schwitzen ist die traditionellste und wirksamste Form der Entschlackung, die gerade im Winter so nötig ist, weil die Aktivitäten des Organismus heruntergefahren werden. Leute mit guter Gesundheit können ihre Form testen, indem sie von der Banja direkt in den Schnee springen. Wer dies einmal hinter sich gebracht hat, schwört auch weiterhin auf diesen ultimativen Energieschub.

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Flucht in wärmere Gefilde

Sonne und Wärme. Foto: __DODO

Mit jedem Jahr wächst in Russland die Anzahl derer, die den russischen Winter überstehen, indem sie vor ihm flüchten - zum Beispiel in tropische Länder. Der Organismus tankt prinzipiell immer gerne Sonne und Wärme. Ein Knackpunkt bleibt jedoch die Rückakklimatisation, wenn man von +30 in die Eiseskälte von -30 zurückgeworfen wird. Genügend Vitamine und eine überdurchschnittlich warme Kleidung in der ersten Woche nach der Rückkehr schaffen Abhilfe.

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Mehr schlafen

Auch Haustiere haben ihren Winterschlaf. Foto: kevin dooley

Der Bär, ein Symbol Russlands, schläft im Winter. Falls er aus seinem Winterschlaf geweckt wird, kann der hungrige und mächtige Bär für die Bewohner der umliegenden Dörfer zu einem Problem werden. Viele Russen sind im Winter ebenfalls leicht reizbar. Die kurzen Tage und das wenige Sonnenlicht nimmt der Organismus als Signal zum Einschlafen wahr. In diesem Jahr kommt noch die Abschaffung der Winterzeit hinzu, sodass die Russen das Tageslicht gänzlich nur noch aus dem Bürofenster erblicken können. Deshalb empfehlen die Ärzte den Russen im Winter mindestens acht Stunden Schlaf.

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Sich bunter anziehen

Russische Mode, Designer: Denis Simetschew. Foto: denissimachev.com

Diese Methode spricht wohl eher Frauen an. Die winterliche Kleidung sieht meistens eher offiziell aus und ist in dunklen Farbtönen gehalten: schwarz, braun, dunkelblau, dunkelgrün usw. Das ist sicher keine Hilfe gegen die winterliche Trübsal. Psychologen raten deshalb dazu, der Kleidung auch im Winter einige Farbtupfer zu verpassen. Bunte Handschuhe oder ein knalliger Schal steigern nicht nur Ihre, sondern auch die Laune der Sie umgebenden Personen. Helle und farbige Sachen erinnern die Menschen unbewusst an ihre Kindheit, und diese Erinnerungen vertreiben mit ihrer Leichtigkeit die Alltagssorgen des Erwachsenendaseins.

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Die Russenmütze


Warm und elegant. Foto: Woody Ellen

Die Pelzmütze mit den lustigen Ohrenklappen ist so typisch russisch wie der Wodka oder die Balalajka. Sie ist tatsächlich ein unverzichtbares Element der russischen Winterkleidung. In der Stadt kann man noch mit einer einfachen Wollmütze überleben, aber wenn Sie sich irgendwo auf dem Land gegen den russischen Winter behaupten wollen, ist eine Mütze aus Pelz unverzichtbar. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass der Mensch 40% seiner Körperwärme über den Kopf verliert. Indem die Russen ihren Kopf bedecken, behalten sie die Wärme in ihrem Körper.

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Vitaminkonserven


Sauerkraut rettet im Winter. Foto: Loyna

Avitaminose ist eines der Hauptgesundheitsprobleme der Bewohner nördlicher Regionen. Doch die Russen haben schon vor langer Zeit gelernt, gegen dieses Problem anzukämpfen. Eines der traditionellsten Gerichte der russischen Küche ist Sauerkraut, in dem Vitamine und Mineralien für eine lange Zeit konserviert werden. Nicht nur das Gemüse selbst, sondern auch der Saft enthält viel wertvolles Vitamin C. Auch zahlreiche Spurenelemente wie das für eine gute Herzfunktion wichtige Kalium sind darin enthalten. Zahlreiche Ärzte raten zudem zum Konsum von Sauerkraut, weil das als besonders starkes Antioxidans wirkende Kraut-Vitamin C das Krebsrisiko vermindert. Die Russen konservieren auch Auberginen, Gurken und Tomaten, Patissons, Pilze, Knoblauch und anderes gesundes Gemüse.

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Sich abhärten

Eintauchen ins eiskalte Wasser. Foto: ITAR-TASS

Viele Russen praktizieren diese Art der Stärkung nicht mehr. Dennoch sind Anhänger des Eisschwimmens immer wieder anzutreffen. Am anschaulichsten ist das am Dreikönigsfest, wenn seriöse Damen und Herren, unter ihnen auch viele Politiker und Schauspieler, mit kindlicher Neugier und Gekreische ins Eisloch abtauchen und ein Bad im eisigen Wasser nehmen. Langjährige Eisschwimmer haben ihre Körper derart gestählt, dass sie auch bei Frost nur leichte Kleidung tragen und dabei nie krank werden. Angefangen haben sie mit kaltem Duschen im Sommer.

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