„Schlacht um Russland“

Die Pro-Putin-Kundgebung fand am 23. Februar im Moskauer Luschniki-Stadion statt. Foto: AP Photo / Iwan Sekretarjew

Die Pro-Putin-Kundgebung fand am 23. Februar im Moskauer Luschniki-Stadion statt. Foto: AP Photo / Iwan Sekretarjew

Wladimir Putin ist erstmals auf einer Massenkundgebung zur Unterstützung seiner Kandidatur bei den Präsidentenwahlen aufgetreten. 130 000 Menschen feierten ihren Favoriten im Fußballstadion Luschniki.

Die Teilnehmer der Kundgebung füllten nicht nur die 80.000 Plätze auf den Tribünen des Stadions, sondern auch noch einen großen Teil der Spielfelds des Stadions, in dessen Mitte eine große Platte als Bühne installiert war. 


Wladimir Putin ging in seiner Ansprache faktisch nicht auf die anstehenden Wahlen oder seine Konkurrenten dabei ein. Er beschwor hingegen die Vaterlandsliebe, das nationale Gemeinschaftsgefühl und – passend zum heutigen „Tag der Vaterlandsverteidiger“ den Kampfgeist früherer Generationen in diversen Kriegen. 

Putin hält Russen für genetisch bedingte Sieger

Die Russen hätten es "in den Genen, Sieger zu sein" und sollten nicht „über die Grenzen schielen, vom Kurs abweichen oder ihre Heimat verraten“, sondern gemeinsam für Russland arbeiten und ihr Land lieben, forderte Putin. Das sei auch eine „Schlacht um Russland“.

Der Ex-Präsident und heutige Premierminister gestand bei seinem Auftritt ein, dass vieles im Lande im Argen liege: „Ungerechtigkeit, Ungleichkeit, Bestechlichkeit, Armut und Unverschämtheiten von Beamten“ machten den Menschen das Leben nicht leicht: „Ich träume davon, dass jeder Mensch in unserem Land sich an die Regeln hält und alle glücklich sind und jeder Hoffnung hat“, sagte Putin.

Unterstützer kamen sogar aus dem Ural

Der Zugang zu der Veranstaltung war frei. Allerdings hatten Putins Wahlkampf-Organisatoren erneut dafür Sorge getragen, dass Unterstützer auch aus anderen Regionen eigens zu der Kundgebung und dem vorhergehenden Demonstrationszug herangeschafft wurden. Aus dem Ural kam ein ganzer Sonderzug, der von Kremltreuen Gewerkschaften auf die Reise geschickt worden war. 

Auffällig bei den Pro-Putin-Demos war wieder einmal, wie viel gleichartige phantasielose Plakate wie auch Frostdemo-taugliche Kleidungsstücke zu sehen sind. Im Vorfeld der Veranstaltung hatte es mehrfach Berichte gegeben, dass Mitarbeiter von staatlichen oder kommunalen Betrieben und Behörden sowie Studenten faktisch gezwungen werden, an der Pro-Putin-Aktion teilzunehmen. 

Usbekische "Putin-Unterstützer" waren gekauft

Allerdings bemühten sich Putin-Gegner offenbar auch, diesen Eindruck speziell zu erwecken: So wurden am Rand der Demonstration 70 Usbeken festgenommen, die angeblich für 600 Rubel (15 Euro) Handgeld von Landsleuten zur Demo-Teilnahme mobilisiert worden waren. Einer von ihnen hatte ein Transparent dabei, auf dem stand: „Man hat uns per Auftrag hier hergeschickt“. 

Die Veranstalter sprachen selbst von 93.000 Teilnehmern – eine Zahl, die von der Moskauer Polizei sogar noch überboten wurde: Dort will man 130.000 Putin-Anhänger gezählt haben.

Dieser Artilkel erschien zuerst bei Russland-Aktuell.

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