Jenseits von Moskau und St. Petersburg

Russland HEUTE war auch dabei. Foto: Olga Vaulina

Russland HEUTE war auch dabei. Foto: Olga Vaulina

Reiseziele in Russland? Klar, Moskau und St. Petersburg. Dass es aber im größten Flächenstaat der Erde noch viel mehr gibt, was Augen und Herz des Erholung und Erlebnisse Suchenden erfreuen kann, beweist die diesjährige Präsentation Russlands auf der Internationalen Tourismusbörse ITB in Berlin.

184 Reiseveranstalter und Beherbergungsunternehmen aus 18 Regionen der Russischen Föderation treffen in der Messehalle 2.1. auf reges Interesse von Fachleuten und Besuchern. Da gibt es einiges, was den Blick anzieht: Die Werberinnen für die westsibirische Region Omsk gefallen in ihrer bunten Nationalkleidung. Kunstvolle Spitze und filigrane Schnitzereien zeugen von der künstlerischen Meisterschaft im nordrussische Gebiet Wologda. Dafür punktet das Gebiet Pskow mit der längsten Festungsanlage Europas in der Stadt Izborsk. Hier finden alljährlich im August Ritterfestpiele statt. Besonderer Höhepunkt ist in diesem Jahr 1150. Stadtgeburtstag.

„Die ostpreußische Tradition des ehemaligen Königsbergs beschert uns jedes Jahr viele genannter Heimweh-Touristen“, berichtet Natalia Barinowa, Direktorin des Reiseunternehmens Swena-Tours, „aber inzwischen kommen auch immer mehr Touristen, die sich auch für die Schönheiten unserer Region mit der an Bernstein reichen Ostseeküste interessieren.“ Kurzentschlossene können dank eines an der Grenze erhältlichen 72-Stunden-Visums einreisen.

Die Natur genießen und Zocken

Sotschi am Schwarzen Meer ist sicher wegen der 2014 dort stattfindenden Olympischen Winterspiele der bekannteste Erholungsort im Gebiet Krasnodar. „Aber wir wollen mit unserer Ausstellung zeigen, dass es in unserer Region auch andere für Touristen interessante Erholungsmöglichkeiten gibt, ob an der Schwarzmeerküste oder auf dem Kuban“, erklärt Dina Michel vom Departement für Tourismus der Region Krasnodar.

Der Schwerpunkt der russischen Gemeinschaftsausstellung auf der ITB 2012 liegt aber klar auf den Landstrichen jenseits des Urals. Mit dem größten Stand macht dabei die Altai-Region auf sich aufmerksam. „Wir bieten den Touristen Erholung pur und zahlreiche Möglichkeiten, den Stress des Alltags von Körper und Seele abzustreifen“, sagt Irina Slessarjewa, Direktorin von Tourargo aus Barnaul. Zu den touristischen Angeboten gehört unter anderem der „Kleine goldene Ring des Altai“,mit einem Abstecher zur Quelle des Ob, einem Besuch des „Territoriums der kleinen Völkerschaften“, wo Schamanen zwar böse Geister, aber nicht die Touristen vertreiben, bis zum, Erholungs- und Rehabilitationskomplex „Birjusowaja Katun mit seinem warmen See, einem Naturpark und nicht zuletzt einem der wenigen Glücksspielzonen in Russland. „Bei unserer Präsentation war das Interesse an unserer Region riesig und auch von möglichen Investitionen war die Rede“, freut sich Standbetreuerin Elena Vojtenko.

In die Tourismus-Offensive geht auch die Ural-Region Perm an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien. „Unser Angebot umfasst die vielen Naturschönheiten, aber auch den Besuch des berüchtigten Stalinschen Straflagers  „GULAG Perm 36“, oder eine Tour auf den Spuren von Dr. Schiwago“, erläutert Diana Kolmogarowa, Abteilungsleiterin im Gebietsministerium für Kultur, Jugend und Kommunikation.

Zehn gute Gründe für einen Besuch auf der Halbinsel Kamtschatka im Fernen Osten Russlands nennt Ekaterina Semjonowa, Leiterin der Abteilung Tourismus in der Gebietsverwaltung. Dazu gehören das berühmte Tal der Geysire, die vielen Hundert Vulkane, von denen 30 aktiv sind, die Chance, die größten Braunbären der Welt in freier Wildbahn zu beobachten oder auch die zahlreichen Möglichkeiten zum Fischen, Jagen, aber auch zum Ski Laufen und Rafting. „Wir erhoffen uns von der ITB weiteren Aufwind für die Entwicklung des Tourismus, zumal es neuerdings direkte Flugverbindungen nach Japan und China gibt, und von da aus in alle Welt.“

Der Baikal gehört zu den wenigen bekannten touristischen Zielen in Sibirien. „Wenn bisher auf der ITB bei uns der Andrang von den Reiseunternehmen nicht so groß ist wie im vergangenen Jahr, sind wir doch sehr zufrieden“, schätzt Anna Michaljowa, Incoming-Managerin im Irkutsker Reisebüro „Sputnik“ ein. „Aber wir freuen uns schon auf die Besucher am Wochenende, weil wir hoffen, mit unseren neuen Angeboten Ihr Interesse an einem Urlaub am Baikal zu wecken. Wir sind bestens vorbereitet.“

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