Investoren kehren nach Moskau zurück

Moskauer Internationales Handelszentrum "Moskwa City". Foto: Pressebild

Moskauer Internationales Handelszentrum "Moskwa City". Foto: Pressebild

Moskau gehört zu den attraktivsten Metropolen der Welt für ausländische Investitionen, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Montag.

Das geht aus einem Bericht der Wirtschaftsprüfungsfirma KPMG hervor, in dem die russische Hauptstadt auf Platz acht eingestuft wurde. Die Nummer eins im Ranking ist London, was Experten zufolge zu erwarten war. Viel wichtiger ist jedoch die zunehmende Bedeutung der Schwellenländer auf dem Investitionsmarkt, vor allem der BRICS-Länder. Laut der Studie entfallen derzeit etwa 25 Prozent der globalen Investitionen auf China und Indien. KPMG führte diesen Trend auf die von der Schuldenkrise geplagten EU-Länder zurück. 

Im Ranking folgen auf London die chinesischen Finanzzentren Shanghai und Hongkong. Auf dem vierten Platz landete Sao Paulo (Brasilien), wo die Investitionen innerhalb zweier Jahre um 160 Prozent gewachsen sind. Darüber hinaus hat sich Brasilien, dessen BIP insgesamt bei 2,5 Billionen Dollar liegt, vor kurzem als sechstgrößte Wirtschaft der Welt etabliert und damit Großbritannien überholt. 

In Moskau haben die internationalen Investitionen in den vergangenen zwei Jahren um 60 Prozent zugelegt. „Moskau ist vor allem für Finanzunternehmen aus den USA und Großbritannien interessant, die hauptsächlich spekulatives Geld in Russland anlegen“, so Jakow Mirkin vom Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen. Dieser Auffassung stimmte auch der Leiter der Beratungsfirma NEOCON, Michail Chasin, zu. Ihm zufolge handelt es sich um kurzfristige spekulative Investitionen mit der Hoffnung auf schnellen Profit durch die Umverteilung der russischen Öleinnahmen. 

„Ich verstehe nicht ganz, warum man in den Realsektor der russischen Wirtschaft investieren sollte, während diese Investitionen beispielsweise in Indonesien viel günstiger wären“, so Experte Chasin. „Die Industrieproduktion in Russland ist in ihrer Existenz bedroht. Der Wohlstand in Russland nimmt von Jahr zu Jahr ab.“ 

Laut dem russischen Wirtschaftsministerium beliefen sich die ausländischen Direktinvestitionen in Russland im vergangenen Jahr auf 52 Milliarden Dollar (gegenüber 43 Milliarden Dollar 2010), was dem Vorkrisenstand aus dem Jahr 2007 entspricht. 

Experte Mirkin hob das Interesse der russischen Deviseninländer an Investitionen in dem Land hervor, die ihre Mittel aus Offshores wie Zypern anlegen. Laut IWF-Angaben liegt der Anteil der Offshore-Investitionen in Russland bei etwa 80 Prozent und deren Anteil an ausländischen Portfolio-Investitionen bei 30 Prozent. Dabei geht es um Geld, das zuvor aus Russland ausgeführt wurde. „In Offshores werden nahezu 78 Prozent der Direktinvestitionen und 69 Prozent der Portfolio-Investitionen ausgeführt“, führte der Experte an.

Dieser Artikel erschien zuerst bei RIA Novosti.

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