Hohe Ölpreise helfen nicht

Russland korrigiert Wachstumsprognose nach unten. Foto: PhotoXPress

Russland korrigiert Wachstumsprognose nach unten. Foto: PhotoXPress

Die russische Regierung hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr gesenkt, schreibt die Zeitung „RBC Daily“ am Dienstag.

Das Ministerium für Wirtschaftsentwicklung musste die Prognose für den Investitionszuwachs um 1,2 Prozent und für das BIP-Wachstum um 0,3 Prozent nach unten schrauben. Dem Ministerium zufolge ist der hohe Basiseffekt im zurückliegenden Jahr dafür verantwortlich, unabhängigen Experten zufolge liegt es an den fehlenden Investitionen in die Industrieproduktion.

„Das war vor allem auf den Basiseffekt zurückzuführen. Im vorigen Jahr investierten die Großunternehmen mehr als geplant. Das führte zum Anstieg der Investitionen auf bis zu 8,3 Prozent statt der prognostizierten 6 Prozent“, erklärte die Ministerin für Wirtschaftsentwicklung, Elwira Nabiullina.

 

Nach Angaben des Entwicklungszentrums bei der Moskauer Wirtschaftshochschule wurde der Investitionszuwachs vom Wirtschaftsministerium unterbewertet. Die jüngste Prognose der unabhängigen Experten liegt bei acht Prozent, sagt Vizedirektor des Zentrums, Walerij Mironow. „Wir hoffen auf einen schnellen Investitionsanstieg im zweiten Halbjahr, weil die Politik berechenbarer wird, eine neue Regierung wird gebildet und die außerwirtschaftlichen Risiken werden etwas sinken“, sagte er.

Die Korrektur der Prognose für das BIP-Wachstum in diesem Jahr wurde schon lange erwartet, sagte der Professor an der Russischen Wirtschaftshochschule, Konstantin Styrin. „Heute liegt das Problem darin, dass wenig investiert wird, das führt zum Kapitalabfluss, was die Tendenz zum Rückzug der Investoren widerspiegelt, sagt Styrin. Die andere Faktoren reichen nicht aus, das BIP-Wachstum anzukurbeln: Zwar steigt der Konsum, aber der größte Teil davon wird für den Kauf von Importwaren ausgegeben. Zudem sei auf die Erhöhung der Staatsausgaben kein Verlass.

Auch die höheren Ölpreise helfen der russischen Wirtschaft nicht. Entgegen der Erwartungen zum Ende des vergangenen Jahres sind die Ölpreise gestiegen. Als Wachstumsmotor spielen sie jedoch keine große Rolle.

Der Prognose des Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung zufolge wird die Industrieproduktion in diesem Jahr um 3,1 Prozent statt der zuvor prognostizierten 3,67 Prozent wachsen, im darauffolgenden Jahr um 3,4 Prozent statt 3,8 Prozent. Der stellvertretende Wirtschaftsminister Andrej Klepatsch erwartet eine Verlangsamung der Import-Zuwachsraten von 19,7 Prozent (2011) auf 12,5 Prozent in diesem Jahr. Das Importvolumen wird sich dieses Jahr auf 369,5 Milliarden US-Dollar, das Exportvolumen auf 558 Milliarden US-Dollar belaufen.

Dieser Beitrag erschien zuerst be RIA Novosti.