Ohne Visa nach Sotschi

Ohne Visa nach Sotschi? Russlands EU-Botschafter Wladimir Tschischow hofft darauf. Foto: Kommersant Photo

Ohne Visa nach Sotschi? Russlands EU-Botschafter Wladimir Tschischow hofft darauf. Foto: Kommersant Photo

Russlands EU-Botschafter Wladimir Tschischow hat sich für die Abschaffung der Visabarriere mit der EU bis 2014, dem Jahr der Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi, ausgesprochen.

„Eine künstliche Terminfestlegung beeinträchtigt zwar jeden Verhandlungsprozess. In diesem Fall kann man jedoch von einer natürlichen Zeitgrenze reden, und es wäre wünschenswert, dieses Problem bis zu diesem Zeitpunkt zu lösen“, sagte er bei einer Parlamentsanhörung mit dem Thema „Über Probleme mit der Wahrung der Menschenrechte in den Mitgliedsländern der Europäischen Union“ am Montag in der Staatsduma (russisches Parlamentsunterhaus). 

Diese „natürliche Zeitgrenze“ bilden laut dem Diplomaten die Olympischen Winterspiele in Sotschi im Jahr 2014. 

An der Herstellung eines visafreien Reiseverkehrs mit der EU werde bereits gearbeitet, hieß es ferner. Die nächste Sitzung der Arbeitsgruppe zu dieser Frage soll bis Anfang Sommer stattfinden. „Parallel wird an der Anpassung des gültigen Abkommens über die Erleichterung der Visaformalitäten gearbeitet, das 2007 in Kraft getreten ist“, so Tschischow. 

Den Entwurf einer Vereinbarung über einen visafreien Reiseverkehr für Kurzaufenthalte der Bürger Russlands und der EU hatte die russische Seite ihren Partnern aus der EU beim Summit Russland-EU 2010 übergeben.   

Die Liste der gemeinsamen Schritte zum visafreien Reiseverkehr zwischen Russland und der EU war im Dezember 2011 in Brüssel abgestimmt worden. 

Zurzeit dürfen die russischen Inhaber von Diplomatenpässen für maximal 90 Tage im Jahr visafrei in den Schengen-Raum einreisen.

Wie der Vertreter der EU-Kommission in Russland, Michael Webb, zuvor berichtet hatte, kann ein Abkommen über eine Visa-Erleichterung zwischen Russland und der EU bei Kurzreisen noch im ersten Halbjahr 2012 unterzeichnet werden. Ein Fortschritt in diesem Bereich sei für die beiden Seiten wichtig, deshalb begrüße die EU auch das Abkommen über visafreies Reisen zwischen der russischen Region Kaliningrad und einigen Gebieten Polens.

Dieser Artikel erschien zuerst bei RIA Novosti.

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