Gazprom gewinnt Beckenbauer als Werbeträger

Deutsche Fußball-Legende Franz Beckenbauer. Foto: ITAR-TASS

Deutsche Fußball-Legende Franz Beckenbauer. Foto: ITAR-TASS

Der russische Staatskonzern Gazprom hat die deutsche Fußball-Legende Franz Beckenbauer als neuen Lobbyisten für seine Projekte in Europa verpflichtet, schreibt die Zeitung „Moskowskije Nowosti“.

Damit wandelt Beckenbauer auf den Spuren des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder, der sich für das Gazprom-Projekt zum Bau der Ostsee-Pipeline (Nord Stream) engagiert hatte. Beckenbauer hat alle möglichen Titel gewonnen. Derzeit ist er Ehrenpräsident seines Heimatklubs FC Bayern München, mit dem Gazprom einen Sponsorenvertrag vorbereitet.

Schröder musste in Deutschland und im Ausland viel Kritik für seinen Job für Gazprom einstecken. Wegen ihm hielt sich Angela Merkel bei ihrem Engagement für die Nord-Stream-Leitung sehr zurück. 2005 hatte sie die Wahl gegen Schröder gewonnen.

Die Gazprom will mit Beckenbauer sein Image verbessern. Der Vertrag mit dem „Kaiser“ wurde nicht vom Konzern, sondern von der Organisation Russian Gas Society unterzeichnet, deren Hauptsponsor der russische Gasmonopolist ist. Gazprom-Chef Alexej Miller hatte auf dem European Business Congress in Slowenien im Beisein Beckenbauers über das neue Amt der Fußball-Legende berichtet.

Warum hat Beckenbauer das russische Angebot angenommen? Das Honorar wird sicherlich üppig ausfallen. Doch es ist schwer zu glauben, dass das Geld die wichtigste Rolle spielt, wenn der Name auf dem Spiel steht. Außerdem ist Beckenbauer gewiss nicht auf das Geld aus Moskau angewiesen. Viel wahrscheinlicher ist, dass sein neues Amt mit einem Sponsorenvertrag zwischen dem FC Bayern München und Gazprom zu tun hat, der demnächst unterzeichnet werden soll.

Der 66-Jährige wird mit seinem Engagement für Gazprom automatisch zum Teil des Kampfes um den europäischen Gasmarkt.

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Miller betonte auf dem European Business Congress, dass die EU gegen das russische Gas wie Don Quichotte gegen die Windmühlen kämpft. Das werde auf Rücken der Steuerzahler ausgetragen, wobei deren Geld für die Subventionierung von weniger effizienten Energien fließe - Wind- und Sonnenenergie, Bioenergie u.s.w., sagte Miller

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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