Heimspiel 2018 - neue Stadien von Moskau bis Kasan

Das neue Stadion in Kasan für insgesamt 45 000 Zuschauer soll 2013 fertiggestellt werden. 2018 werden hier die WM-Spiele ausgetragen. Foto: ITAR-TASS

Das neue Stadion in Kasan für insgesamt 45 000 Zuschauer soll 2013 fertiggestellt werden. 2018 werden hier die WM-Spiele ausgetragen. Foto: ITAR-TASS

In sechs Jahren ist Russland erstmals Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft. Fast 16 Milliarden Euro will das Land in Stadien, Straßen, Schienen und Flughäfen investieren.

„Russland wird 2018 Weltmeister“, war das Erste, was die Russen über die Fußball-WM 2018 hörten. So sprach Sergej Fursenko, als er vor zweieinhalb Jahren Präsident des Russischen Fußballverbands werden wollte. Die Mannschaft hatte gerade die Teilnahme an der WM 2010 verpasst, und Bewerber für das Amt gab es genau einen: ihn selbst. 


Sich so weit aus dem Fenster zu lehnen, wäre also gar nicht nötig gewesen. Der ehemalige Geschäftsführer einer Gazprom-Tochter

und Expräsident des aktuellen Fußballmeisters Zenit 
St. Petersburg führte trotzdem 
so etwas wie Wahlkampf und schreckte die Öffentlichkeit mit gewagten Thesen auf. Er sagte nicht „wir wollen“, sondern „wir werden“, und hielt Skeptikern entgegen, wer sich keine unmöglichen Ziele setze, der werde selbst die möglichen nicht erreichen. Dass Fursenko für sein Mantra vom Weltmeistertitel 2018 eher belächelt wird, ist ihm egal – er wiederholt den Satz regelmäßig.

Rein sportlich liegt das Turnier noch in weiter Ferne, doch Ende 2010 setzten sich die Russen gegen die Kandidaturen von England, Spanien/Portugal und Belgien/den Niederlanden durch. Russland hatte gelernt: Die schwache Bewerbung für die Fußball-EM 2008 war gescheitert, Polen und die Ukraine hatten es besser gemacht. In Moskau saß der Stachel tief, und es war nur eine Frage der Zeit zum nächsten Anlauf.


15,8 Milliarden für den Fußball


Das Sportministerium beziffert den Investitionsbedarf für die WM 2018 auf 15,8 Milliarden Euro. Sechs Milliarden fließen in den Straßenbau, drei Milliarden in die Stadien. Seit April inspiziert eine Kommission der FIFA alle potenziellen Spielorte. Deren Zahl wird im September wohl von 13 auf elf reduziert werden. Als gesetzt gelten können Moskau, Sankt Petersburg, Kasan und Sotschi. 


Im Moskauer Luschniki-Stadion fand 2008 das Champions-League-Finale statt, es ist als Schauplatz des Eröffnungs- wie auch des Endspiels vorgesehen. Seine Zuschauerkapazität wird dafür von 78 000 auf 89 000 erhöht, vermutlich durch eine Absenkung des Spielfelds, was Platz schafft für zusätzliche Sitzreihen. 2015 soll der Stadionneubau von Spartak Moskau fertig sein, 2016 der Totalumbau des Dynamo-Stadions. In Sankt Petersburg bekommt Zenit gerade eine neue, 69 000 Zuschauer fassende Arena, in der nach vielen Verzögerungen endlich ab 2014 der Ball rollen soll. Auch in Kasan und Sotschi wird gebaut, in 
Jekaterinburg könnte das jüngst rekonstruierte Zentralstadion mit mobilen Tribünen für die WM erweitert werden. Alle anderen Stadien sind erst in der Planung.


Vor 2018 erwarten Russland noch andere sportliche Großereignisse: die Weltsportspiele der Studenten 2013 in Kasan, die Olympischen Winterspiele 2014 und die Eishockey-WM 2016 in Moskau und Sankt Petersburg.

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