Daimler geht nach Russland

Jürgen Sauer, Präsident von Mercedes-Benz Russland, Volker Morninweg, Leiter von Mercedes-Benz Vans, Fjodor Jemeljanenko, vielfacher MMA- (“Gemischte Kampfkünste”) Weltmeister und das Gesicht der Kampagne für den neuen Mercedes-Benz Sprinter sowie Bo

Jürgen Sauer, Präsident von Mercedes-Benz Russland, Volker Morninweg, Leiter von Mercedes-Benz Vans, Fjodor Jemeljanenko, vielfacher MMA- (“Gemischte Kampfkünste”) Weltmeister und das Gesicht der Kampagne für den neuen Mercedes-Benz Sprinter sowie Bo

In Nischni Nowgorod werden ab 2013 Kleintransporter vom Band laufen. Partner bei der Montage der Mercedes Sprinter ist das Autowerk GAZ von Oleg Deripaska.

Die Vereinbarung wurde auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg getroffen. Daimler investiert in das Projekt 100 Mio. Euro, von GAZ sollen 90 Mio. Euro kommen. Im kommenden Jahr sollen bereits 9.000 Mercedes-Fahrzeuge in Nischni Nowgorod produziert werden. Die Kapazität wird dann später auf 25.000 Fahrzeuge pro Jahr hochgefahren.

Motorenproduktion in Jaroslawl

Neben der Endmontage ist auch die Herstellung von Motoren für den Mercedes Sprinter in Russland geplant. Dafür sollen die Kapazitäten des Motorenwerks von Jaroslawl genutzt werden. Die Serienproduktion beginnt ebenfalls schon im nächsten Jahr.

GAZ-Chef Bo Andersson erhofft sich von der Zusammenarbeit einen Modernisierungsschub für die eigenen Transporter vom Typ Gazelle (die Produktion der Pkw-Marke Wolga hat GAZ nach dem Fiasko mit dem Modell Siber vor einigen Jahren faktisch eingestellt). „Unsere Produkte werden nicht miteinander konkurrieren, weil unsere Modelle eine billigere Nische als der Sprinter besetzen“, erklärte Andersson.

Umgehung der Schutzzölle

Für Daimler ergeben sich durch die Verlagerung eines Teils der Produktion nach Russland Vorteile bei der Verzollung, denn noch ist der russische Fahrzeugmarkt durch hohe Schutzzölle abgeschottet. Auch der geplante WTO-Beitritt Russlands führt nicht sofort zum Abbau der Protektionsmaßnahmen. Für die Autoindustrie hat der Kreml eine Übergangsphase von sieben Jahren ausgehandelt. Mit dem Schritt ins Land ist Daimler auf dem russischen Markt deutlich wettbewerbsfähiger.

Eine Absichtserklärung über eine künftige Kooperation gibt es zwischen beiden Unternehmen bereits seit 2010. Allerdings dauerte es zwei Jahre, bis die Gespräche abgeschlossen werden konnten. 

Russland gilt als Automarkt der Zukunft. Bis spätestens 2017 soll Russland Deutschland als Pkw-Markt Nummer eins in Europa ablösen – mit einem Jahresumsatz von mehr als drei Millionen Fahrzeugen. Auch im Transporter-Bereich ist das Wachstum hoch. Schätzungen von Experten nach werden 2020 bis zu 300.000 Fahrzeuge in diesem Sektor verkauft. Damit wäre Russland weltweit einer der größten Absatzmärkte.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Russland Aktuell.

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