Flutkatastrophe in Südrussland

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Mehr als Hundert Menschen sind am Wochenende bei heftigen Überschwemmungen in Südrussland ums Leben gekommen.

Dutzende Menschen sind in den beiden vergangenen Tagen bei Überschwemmungen in Südrussland ums Leben gekommen. Nach heftigen Regenfällen in der beliebten Urlaubsregion Krasnodar am Schwarzen Meer wurden laut den jüngsten Angaben 155 Leichen geborgen. Mehr als 90 weitere Menschen erlitten Verletzungen.
 
Am schwersten betroffen ist der Bezirk Krymsk: Dort wurden nach den jüngsten Angaben 137 Leichen geborgen. Im Badeort Gelendschik gibt es neun Todesopfer. Aus der Hafenstadt Noworossijsk wurden zwei Todesfälle gemeldet. Der Betrieb in Russlands größtem Schwarzmeer-Hafen liegt wegen dem Unwetter zum Teil lahm. Hunderte Menschen mussten ihre überfluteten Häuser verlassen. Die Polizei hat am Sonntag sieben Plünderungsversuche in Krymsk registriert.

Nach Angaben der Wetterbehörden sind in den vergangenen 16 Stunden in der Region zwischen 220 und 280 mm Regen und damit das Drei- bis Fünffache des Monatssolls gefallen. Augenzeugen berichteten von einer „Wand aus Wasser“, die „das Atmen schwer machte“. Viele Menschen wurden im Schlaf vom Unwetter überrascht. In mehreren Städten der Region wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Die Behörden bildeten einen Krisenstab.


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Hunderte Wohnhäuser stehen unter Wasser. Mehr als 15 000 Menschen sind ohne Strom. Die Verwaltung der Region schätzt den materiellen Schaden auf mindestens eine Milliarde Rubel (knapp 25 Millionen Euro).

Reiseveranstalter rechnen mit einem massenhaften Rücktritt von gebuchten Urlaubsreisen nach Gelendschik. Es gebe bereits einzelne Reisestornierungen, deren Zahl könnte jedoch am Montag deutlich zunehmen, sagte Maja Lomidse, Direktorin des russischen Reisveranstalter-Verbandes. Nach ihren Worten ist Fäkalabwasser in Gelendschik infolge der Überflutung ins Schwarze Meer gelangt. „Das Meer ist faktisch verseucht.“

Dieser Artikel besteht aus Beiträgen der Nachrichenagentur RIA Novosti.

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