Deutsche Unternehmen arbeiten mit Russland zusammen

Innoprom 2012. Foto: Pressebild

Innoprom 2012. Foto: Pressebild

In Jekaterinburg ist die wichtigste russische Industriemesse Innoprom zu Ende gegangen, auf der zahlreiche Abkommen zwischen russischen und deutschen Partnern getroffen wurden. An der Messe nahmen über 400 Firmen und 40 offizielle Delegationen aus 35 Ländern teil.

An den vier Ausstellungstagen haben über 70 000 Menschen die Ausstellung besucht. Offizieller Gast der Messe war der russische Premierminister Dmitri Medwedew. Deutsche Firmen waren besonders prominent vertreten, darunter Zippel, Siempelkamp, Gildemeister, Siemens und viele andere. Dabei stellten sie nicht nur ihre Produkte aus, sondern organisierten auch Seminare und Diskussionsrunden. Unter anderem hat Siemens moderne Technologien im Bereich der Atommedizin zur Frühdiagnose von Krankheiten und ihre Erfahrungen bei der Implementierung intelligenter Verkehrsführungssysteme vorgestellt.

 

Laut Dietrich Möller, Chef von Siemens in Russland und Zentralasien, schenkt Siemens dem russischen Markt besondere Aufmerksamkeit, unter anderem auch der Uralregion. So feiert die Siemens-Vertretung in Jekaterinburg in diesem Jahr bereits ihren zwanzigsten Geburtstag. Siemens konnte seine Produkte an zahlreiche Metall- und Maschinenwerke der Region liefern, die in letzter Zeit modernisiert wurden. Das letzte Beispiel einer erfolgreichen Partnerschaft im Gebiet Jekaterinburg ist das Joint-Venture Russian Locomotives. Die Firma wird den Hochgeschwindigkeitszug Lastotschka bauen, der die Gäste zur Olympiade 2014 nach Sotschi bringen wird.

Im Juni 2011 unterzeichnete RSchD mit Siemens und der russischen Sinara-Gruppe einen Vertrag über 1200 Waggons des Elektrozuges Desiro, der den Namen „Lastotschka" (Schwalbe) tragen wird. Foto: Tatjana Andrejewa

Auf der Innoprom 2012 haben Dietrich Möller und der Gouverneur der Region Jewgeni Kujwaschow ein neues Abkommen über eine strategische Partnerschaft in den Bereichen Verkehr, Energieeffizienz, Informationstechnologien und Medizintechnik unterzeichnet. Außerdem soll die Zusammenarbeit auf den Gebieten Gebäudesicherheit und -automatisierung sowie Paketlösungen für die Industrie vertieft werden.

 

Das Abkommen zwischen Siemens und dem Gebiet Jekaterinburg war nicht das einzige, das auf der Messe unterschrieben wurde. So hat Stephan Kohler, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur, seine Teilnahme an einem Projekt zugesagt, in dessen Rahmen das Zentralheizungssystem Jekaterinburgs energieeffizienter gemacht werden soll. Die Stadt möchte Gastgeberin der Weltausstellung Expo 2020 werden und wird zudem Austragungsort der Fußball-WM 2018 und der Programmier-WM 2016 sein. Das Projekt wird für Jekaterinburg individuell geplant, soll jedoch aufgrund seines Komplettlösungs-Ansatzes auch für andere russische Großstädte anwendbar sein. Die deutschen Partner werden am Ural ihre Erfahrungen mit der Kraft-Wärme-Kopplung (kombinierte Strom- und Wärmeerzeugung) einbringen und an der Implementierung energiesparender Technologien, Materialien und Ausrüstungen arbeiten. Das ganze Projekt hat ein Volumen von 60 Mrd. Rubeln (ca. 1,5 Mrd. Euro).

 

Außerdem hat sich Gouverneur Kujwaschow während eines Treffens mit Irina Weisshaar, Direktorin der Vertretung der Deutschen Messe AG in Russland, bereit gezeigt, bei der Organisation großer Messen im internationalen Messezentrum Jekaterinburg-Expo mit den Deutschen zusammenzuarbeiten.

 

„Wir sind auf der Suche nach Partnern und möchten, dass die Deutsche

Messe AG ein Abkommen mit einem russischen Abwickler unterzeichnet. Neben der Innoprom planen wir hier jährlich mindestens vier weitere große Messen. Ich denke, diese könnten sich um die Themen Pharmazie und Medizin, Tourismus, Metall- und Maschinenbau sowie Automobile drehen“, so Kujwaschow.

 

Irina Weisshaar versprach, diese Wünsche an den Vorstand der Deutschen Messe AG in Hannover weiterzuleiten. „Wir haben viel gemeinsam. Innoprom ist zur wichtigsten Industriemesse Russlands aufgestiegen. Hannover Messe ist die größte Industriemesse Deutschlands und Europas. Und ich denke, Ihr Messezentrum hat eine große Zukunft vor sich“, sagte Weisshaar und schlug dem Gebiet Jekaterinburg zudem vor, aktiv an der nächsten Hannover Messe im April 2013 teilzunehmen. Russland wird dann übrigens Partnerland sein.

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